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Dokumentation

Kindergarten hat eine bewegte Geschichte

Altbürgermeister Erwin Filser hat viel Material zusammengetragen und stellt es in der Gemeindekanzlei Wildenberg aus.
Von Roswitha Priller

Alte und neue Fotos zeigt die Ausstellung. Der Sandkasten war schon 1939 bei den Kindern beliebt. Foto: Lilo Straßer
Alte und neue Fotos zeigt die Ausstellung. Der Sandkasten war schon 1939 bei den Kindern beliebt. Foto: Lilo Straßer

Wildenberg. Ende vergangenen Jahres hat der Kindergarten in Wildenberg sein 80-jähriges Jubiläum begangen. 1938 war damals die Grundsteinlegung für ein Kindergartengebäude in der Gemeinde. In einer Ausstellung im Untergeschoss der Gemeindekanzlei zeigt Altbürgermeister Erwin Filser viele Fotos und Dokumente zur Geschichte dieser Wildenberger Einrichtung. „Der Wildenberger Kindergarten war der erste im Bezirk Rottenburg-Mallersdorf“, erklärte Filser. Über die bewegte Geschichte dieser Einrichtung hat Filser mit großem Aufwand alles an Material gesammelt, was ihm zugänglich war. Privatleute haben dem Altbürgermeister ihre Fotos gebracht und auch ihre Erinnerungen erzählt. Zudem hat Filser im Gemeindearchiv und im Staatsarchiv intensiv nach Unterlagen geforscht.

Einen Erntekindergarten eingerichtet

„Der Kindergarten wurde 1938 schon auf dem Grundstück in der Siedlung, heute Blumenstraße, gebaut, auf dem jetzt unser „Zwergerlhaus“ steht“, so Filser. Die kleinen Wildenberger freuten sich sehr über ihr schönes Haus, das neue Spielzeug und vor allem die Gemeinschaft mit anderen Kindern. „Ich war gerne bei den Fräuleins, mir gefiel es dort“, erinnert sich beispielsweise Markus Filser, Jahrgang 1935. Allerdings wurde das damals eigens für den Wildenberger Nachwuchs neu errichtete Gebäude nicht durchgehend als Kindergarten genutzt. Die Wirren des Zweiten Weltenkriegs brachten es mit sich, dass das Haus ab etwa 1941 für die Kinderlandverschickung genutzt wurde. Kinder aus der von Bombenangriffen schwer getroffenen Stadt Hamburg waren dann dort untergebracht. Die jüngsten Dorfbewohner bekamen ersatzweise im Gantner-Haus in der heutigen Schulstraße einen sogenannten Erntekindergarten eingerichtet. So waren sie während der arbeitsintensiven Sommermonate versorgt.

Ausstellung

  • Öffnungszeiten:

    Die Ausstellung ist am Sonntag, 7. April 2019 von 13.30 bis 16.30 Uhr und am Samstag, 13. April von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

  • Ort:

    Untergeschoss der Gemeindekanzlei Wildenberg

  • Objekte:

    Ausgestellt sind zudem Bilder von „Schloßberg rutscht“ aus dem Jahr 1979 und einiges über den „Wildi“.

Auch nach Ende des Krieges sollten noch viele Jahre vergehen, bis der Betrieb des Kindergartens wieder in dem eigentlichen Kindergartengebäude in der Siedlung aufgenommen wurde. Ab dem Winter 1944/45 waren viele Flüchtlinge aus Schlesien evangelischen Glaubens nach Wildenberg gekommen, unter ihnen auch alte und gebrechliche Leute. In das Kindergartengebäude zog ein Altersheim ein, betrieben von der „Inneren Mission Breslau“. Erst 1961 stand das Haus wieder dem Wildenberger Nachwuchs zur Verfügung.

Kinder waren auch mal im Pfarrheim untergebracht

„1999/2000 wurde das alte Kindergartengebäude abgerissen und auf dem gleichen Grundstück das ,Zwergerlhaus` als Zwei-Gruppen-Kindergarten gebaut,“, so Filser. Während der Bauphase waren die Kinder im Pfarrheim untergebracht. Die Ausstellung, die mit viel Liebe von Erwin und Marianne Filser zusammengestellt wurde, gewährt einen interessanten Einblick in die gesamte Geschichte des Kindergartens von 1938 bis etwa 2016. In einem eigenen Buch hat Filser die Jahre 1938 bis zum Neubau 2000 dokumentiert.

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