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Wahlkampf

Premiere der Linken beim Gillamoos

Zum ersten Mal gastierte die Linkspartei beim Politischen Frühschoppen in Abensberg. Hauptredner war Bodo Ramelow.
Von Anna Zimmermann

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sprach beim ersten politischen Frühschoppen der Linken am Gillamoos. Foto: Matthias Balk/dpa
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sprach beim ersten politischen Frühschoppen der Linken am Gillamoos. Foto: Matthias Balk/dpa

Abensberg.Szenenwechsel im Schlossgarten: Während es 2018 AfD-Anhänger waren, die sich beim politischen Frühschoppen in dem kleinen Park versammelten, machten sich in diesem Jahr Zuhörer der Linken auf den Weg dorthin. Inmitten der alten Burgmauern, etwas abseits der Festwiese, feierte die Linkspartei am Montag Premiere.

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Das war der Politische Gillamoos 2019

Markige Sprüche gehören zum Gillamoos. In diesem Jahr bestimmten die Ost-Wahlen und der Klimaschutz den Schlagabtausch.

Dabei gab es laut Landessprecher Ates Gürpinar gleich doppelten Grund zur Freude: Erstens über Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, den die Partei als Hauptredner auf die Bühne schickte. Zweitens, weil die Linke der AfD ihren Platz aus dem letzten Jahr weggenommen habe.

Verluste in Sachsen schmerzen

Ihren ersten Auftritt am Gillamoos startete die Linkspartei etwas verspätet, dafür aber mit fünf Rednern. Kurz nach 10 Uhr schritt Bodo Ramelow den gepflasterten Weg zum Schlossgarten hinauf. Er zeigte sich bürgernah, nahm den Mittelgang durch die beiden, unter Pavillons aufgestellten Bierbankreihen, um die Zuhörer zu begrüßen. Auf der Bühne äußerte er sich später zu den Stimmenverlusten, die die Linkspartei am Sonntag bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen erlitten hatte: „Es schmerzt, wie unsere Partei gestern abgeschnitten hat“, sagte er, lobte aber die hohe Wahlbeteiligung in beiden Bundesländern.

Die besten Sprüche sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Politischer Gillamoos 2019: Die besten Zitate

In Sachsen hatte die Linke ihre Position als zweitstärkste Partei an die AfD abgeben müssen. Diesem politischen Gegner warf Ramelow vor: „Die AfD hat nichts anderes als die Empörung über Frau Merkel.“ Er selbst zeigte sich über den Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke empört, weil dieser der Meinung sei, dass über Konzentrationslager nicht mehr geredet werden solle.

Ramelow fordert Grundsicherung für Kinder

Welche Themen sich die Linke auf die Fahne geschrieben hat, machte Ramelow im Laufe seiner Rede deutlich. Insbesondere ging es dabei um die finanzielle Absicherung von Eltern oder Alleinerziehenden sowie alten Menschen. Für Kinder forderte Ramelow eine Grundsicherung „unabhängig davon, was die Eltern im Portemonnaie haben“. Außerdem sollten in Bayern in Anlehnung an die Studiengebühren auch die Kindergartengebühren abgeschafft werden. Außerdem fehle eine Bürgerversicherung, in die jeder einzahle. Niemand solle Angst haben müssen, später arm oder allein zu sein. „Die Rente soll ein Einkommen im Alter sein, von dem man leben können muss“, sagte Bodo Ramelow. Für seine Rede erntete Thüringens Ministerpräsident viel Applaus. Manfred Hahn (64) aus München, der die Veranstaltung in der ersten Sitzreihe verfolgt hatte, lobte Ramelow: „Er hat uns, glaube ich, alle sehr motiviert.“

Gillamoos begeistert Ramelow

Vor Bodo Ramelow hatten die Bundestagsabgeordnete Eva Schreiber, die Landessprecherin der Linken Eva Bulling-Schröter, Landessprecher Artes Gürpinar, der Kreisvorsitzende der Linken im Kreis Kelheim, Stefan Hemmann und Fabian Huber als Vertreter der Landshuter Linksjugend solid auf der Bühne das Wort. Sie forderten unter anderem mehr Umweltschutz, einen Mietendeckel und Abrüstung. Zwischen den einzelnen Reden unterhielt die Landshuter Band Garopa die Zuhörer mit bayerischem Afropunk.

Eindrücke aus Abensberg sehen Sie in unserem Video:

Die Politik-Prominenz zu Gast in Abensberg

Nach seinem ersten Gillamoos-Auftritt sagte Guido Ramelow: „Ich war begeistert, was das für ein riesiges Jahrmarkt-Ereignis ist.“ Es sei ihm eine Ehre gewesen, die Premiere der Linken in einer uralten Tradition als Redner begleiten zu dürfen.

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