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Gillamoos

Zwei Schläge und „o’zapft“ war

Abensbergs großer Festauszug hatte schon besseres Wetter. Auf der Festwiese war der Regen aber schnell vergessen.
Von Beate Weigert Und Julia Weidner

Ein Schlag und noch einer drauf: Routiniert schritt Bürgermeister Dr. Uwe Brandl zur Tat, dann hieß es auch ganz offiziell „o’zapft is’“. Fotos: Pieknik
Ein Schlag und noch einer drauf: Routiniert schritt Bürgermeister Dr. Uwe Brandl zur Tat, dann hieß es auch ganz offiziell „o’zapft is’“. Fotos: Pieknik

Abensberg.Welch ein Kontrastprogramm! Statt lauem Sommerabend tischte Petrus am Gillamoos-Freitag in Abensberg „gemischte Regen-Platte“ auf. Die 3300 Teilnehmer des Gillamoos-Auszugs wollten vor allem eines – schnell ins Warme und Trockene. So manch Zuschauer marschierte da auch gleich mit dem Zug in Richtung Festwiese. Sicher war sicher. Auf der Gillamooswiese in den Zelten war das Wetter dann aber schnell Nebensache.

Bürgermeister Dr. Uwe Brandl trat gegen 19.10 Uhr auf die Bühne im Ottenbräu-Zelt. Davor heizte Niklas Neumeyer der Menge ein. Als Brandl mit den amtierenden Dirndl-Königinnen und weiteren Ehrengästen zur Tat schritt, waren alle gespannt, ob er wie im Vorjahr nur einen Schlag zum Anzapfen brauchen würde. Vorsichtshalber schlug der Bürgermeister noch einmal nach. Dann war auch ganz offiziell „o’zapft“.

„Egal, ob’s stürmt oder schneit“

Gäste aus Italien sowie New York und Tampa begrüßte Uwe Brandl in ihren Landessprachen. Er war sich sicher, der Regen tut dem Gillamoos keinen Abbruch. „Abensberg feiert, egal ob’s stürmt oder schneit!“

Beim Auszug zuvor waren die strategisch günstigen Plätze schnell besetzt gewesen. Beim Italiener oder im Café in der Babostraße. Da konnte man entspannt und gut beschirmt gemütlich im Trockenen den Sportlern, Schützen oder Schauspielern vom Theater am Bahnhof zujubeln und nebenbei ein Weizen oder einen Wein genießen.

Bei den restlichen Zuschauern fiel die Strategie unterschiedlich aus. Die einen packten sich in Wanderschuhe und volle Regenmontur, die anderen gingen demonstrativ mit leichtem Schuhwerk und ohne Schirm.

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Die schönsten Bilder vom Gillamoos-Auszug

Auch bei den Zugteilnehmern war die „Verpackung“ höchst unterschiedlich. Die Vespafreunde düsten den Tropfen einfach davon. Sie waren ganz vorne im Zug dabei. Die Fußballer sind Regen von ihren Spielen gewohnt. Den Abensberger Waldkindern machte so ein bisschen Getröpfel auch nichts aus, die DLRG hatte – falls es doch ganz dicke von oben gekommen wäre – sicherheitshalber ihr Boot „Fred“ dabei. Wer auf dem Kutschbock oder einem hübschen Oldtimer-Bulldog saß, hatte mit regenfester Kniedecke vorgesorgt.

Die Truppe vom „Oidn Gillamoos“ um Robert Jahny und Peter Wankerl stellte kurzerhand Biergarten-Schirme auf den Wagen. Prächtig geschmückte Brauereigespanne waren selbstverständlich auch diesmal die Hingucker. Und beim „Gespännchen“ vom Weinzelt brauchte es dann auch keinen Sicherheitsabstand zu halten. Denn das „kleinste Zelt“ setzt bekanntlich auf die kleinsten Rösser, äh auf Ponys.

Viele Festköniginnen gaben sich die Ehre. Foto: Pieknik
Viele Festköniginnen gaben sich die Ehre. Foto: Pieknik

Tapfer die ganze „Chose“ weglächeln, war die Strategie einer Festkönigin, die ein dunkelblaues, bodenlanges Abendkleid trug. Die Gillamoos-Dirndlköniginnen Antonia Obermeier und Nina Mittermeier gingen mit bestem Beispiel voraus. Zu Fuß und mit charmantem Lächeln. Die Festdamen der Langquaider Feuerwehr taten es ihnen in ihren weinroten Spitzenkleidern gleich.

Ü70-Hoheiten im Smart-Cabrio

Die sonst oft so ausgelassene Stimmung der Vorjahre blitzte nur stellenweise auf. Was wohl auch an manch schweigsamen Zuschauer lag. Da blieb den Männern, Frauen und Kindern nur eines. Selbst für gute Laune zu sorgen. Die in gelbe und rote Regen-Ponchos gehüllten Aventinus-Buam machten sich und den Zuschauern mit Ole-Ole-Gesängen Mut. Die Abensberger Volleyballerinnen wippten ihre Schirme rhythmisch zur Musik. Aus einem knallroten Smart-Cabrio zauberten zwei Ü70-Dirndlköniginnen ein Lächeln auf die Gesichter am Wegesrand. Und zahlreiche Musikgruppen, wie die Abensberger Stadtkapelle, der HVT-Spielmannszug aus Siegenburg oder die Viel-Harmonie sorgten ihrerseits für Stimmung.

Die Abensberger Gartler und ihr Nachwuchs waren auch dabei. Foto: Pieknik
Die Abensberger Gartler und ihr Nachwuchs waren auch dabei. Foto: Pieknik

Die großen Fahnen der Schützenvereine blieben – verständlicherweise – im Regenschutz stecken. Bonbons, Tennisbälle und Efeu-Kranzerl von den Abensberger Gartlern wurden heuer einen Zacken schneller an die Zuschauer verteilt.

Dass der Zug zweimal kurz abbrach, kam manchem Zuschauer ganz gelegen. Da konnte man das Wasser mal wieder vom Schirm abschütteln.

Die Langquaider Festdamen lächelten den Regen weg. Foto: Pieknik
Die Langquaider Festdamen lächelten den Regen weg. Foto: Pieknik

Die Ehrengäste aus Stadt- und Kreispolitik, die oftmals ein Schirmherren-/damenamt bekleiden, beschirmten sich selbst. Das Knattern der Holledauer Bousser war dann das Zeichen für alle verbleibenden Zuschauer selbst schnell den Weg zur Festwiese einzuschlagen. Einer brachte noch schnell seinen großen grünen Sonnenschirm aus dem Garten nach Hause. Dann dürfte auch er der Gillamooswiese entgegengeeilt sein. In den Zelten war das Feuchte von oben schnell vergessen. Da wurde das Ganze mit der ein oder anderen Maß einfach weggespült.

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