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Bürgerversammlung

Handwerker: Einwände der Bürger bleiben

In Saal geht es hauptsächlich um das geplante Gewerbegebiet in Mitterfecking. Bringt ein runder Tisch eine Annäherung?
Von Roland Kugler

Der Widerstand gegen ein Gewerbegebiet bei der Mitterfeckinger Waldsiedlung ist nach wie vor groß. Foto: Kugler
Der Widerstand gegen ein Gewerbegebiet bei der Mitterfeckinger Waldsiedlung ist nach wie vor groß. Foto: Kugler

Saal.Am Dienstagabend lud Bürgermeister Christian Nerb zur ersten Bürgerversammlung in Saal. Rund 80 Besucher waren ins Gasthaus zur Heide gekommen. Nach einem Rückblick auf das vergangene Jahr und einem Ausblick auf die Vorhaben der Gemeinde kam es zur regen Diskussion. Hauptthema war das heftig umstrittene Gewerbegebiet in Mitterfecking.

Zwei Handwerksbetriebe möchten sich auf einem Feld vor der Waldsiedlung in Mitterfecking niederlassen. Eine Kfz-Werkstatt und ein Fliesenlegerbetrieb. So knapp die Entscheidung im Saaler Gemeinderat war, in eine Planung einzusteigen, so umstritten ist das Vorhaben in der Bevölkerung. Auch in der jüngsten Auseinandersetzung ging es um grundsätzliche Fragen: „Saal hat 503 Gewerbetreibende, aber aktuell stehen keine Flächen zur Erweiterung zur Verfügung“, warf Ralf Schweiger dem Bürgermeister vor. Er ist einer der betroffenen Anwohner des geplanten Gewerbegebietes. „Wie lange ist das schon so? Das hat nichts mit Planung zu tun“, sagte er, und warf dem Bürgermeister vor, die Betroffenen vor Ort von Anfang an nicht in die Diskussion miteinbezogen, sondern erst mit fertigen Entwürfen konfrontiert zu haben.

Nerb entgegnete, dass die Gemeinde momentan über keine ausgewiesenen Gewerbeflächen verfüge, und dass das Vorhaben einen normalen Gang genommen habe. Er betonte, dass er bereits seit 2014 bemüht sei, eine etwa 200 000 Quadratmeter große Fläche im Bereich „Auf dem Gries“ als Gewerbegebiet auszuweisen. Sie befindet sich zwischen dem Bahnhof und der Bundesstraße 16. Mit den Grundstückseigentümern liefen Gespräche, aber erst im nächsten Jahr könne je nach Einigung mit einer Erschließung oder einer Teilerschließung begonnen werden.

„In der Regel werden Gewerbegebiete weg von Wohngebieten geplant“, sagte Anton Parzefall. „Hier geht man einfach her und plant zwei 35 Meter lange Hallen direkt vor den Häusern der Anwohner.“ Nerb entgegnete, dass es aufgrund der Anfragen der Handwerker die Pflicht der Gemeinde gewesen sei, ihre Anträge zu verfolgen. Er selbst befürwortet dies, wolle jedoch nach der knappen Entscheidung der Gemeinderäte und der Gründung einer Bürgerinitiative gegen das Vorhaben und anhaltender Proteste auch diese berücksichtigen.

Deshalb hat er mit seinen Parteikollegen von den Freien Wählern, Hubert Aiwanger und Dr. Hubert Faltermeier, gesprochen, um einen runden Tisch mit allen Seiten einzuberufen. „Es sieht auch gut aus, dass die geplante sichtbare Höhe der Hallen von 4,20 Meter über dem Niveau der Saaler Straße noch etwas reduziert werden kann“, sagt Nerb, der darüber gerade mit den Planern und Bauwilligen beratschlagt. Am 28. März um 14 Uhr ist eine Informationsveranstaltung zum Thema im Rathaus.

Ein weiteres kontrovers diskutiertes Thema ist die künftige Wasserversorgung. Die Gemeinde muss ihren Brunnen in Saal schließen, die Beibehaltung des Brunnens in Mitterfecking ist umstritten. Er liefert zuverlässig gutes Trinkwasser, allerdings mit einem Defizit von 50 000 Euro im Jahr. Ob er dennoch beibehalten werden wird und welchem Versorger sich die Gemeinde anschließen wird, den Stadtwerken Kelheim oder der Hopfenbachtalgruppe, steht in diesem und im folgenden Jahr im Gemeinderat zur Diskussion.

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