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Sitzung

Hausens Untergrund sorgt für Debatten

Der alte „Bürgermeisterkanal“, der nicht mehr funktionstüchtig ist, entfachte hitzige Diskussionen im Gemeinderat.
Von Edith Vetter

Im Frühjahr soll mit den Sanierungsarbeiten in der Oswaldstraße begonnen werden. Foto: Vetter
Im Frühjahr soll mit den Sanierungsarbeiten in der Oswaldstraße begonnen werden. Foto: Vetter

Hausen.Der Ausbau der Oswaldstraße in Hausen ist in trockenen Tüchern. Baubeginn Frühjahr 2019. Hingegen gab es regen Diskussionsbedarf beim Thema Ausbau der Kirchstraße in Großmuß in der Gemeinderatssitzung im Pfarrheim Herrnwahlthann, zu der Bürgermeister Erwin Ranftl Ingenieur Martin Huber aus Mainburg begrüßen konnte.

In der Septembersitzung wurde die Sanierung der Oswaldstraße in Hausen beschlossen. Das Ingenieur-Büro Huber legte dem Gremium nun die Planung vor, die auch den Wünschen der Anwohner entspreche, wie Huber betonte. Die Straßensanierung betrifft eine Länge von 277 Metern. Dabei soll die Straßenbreite von 6,50 auf 5,50 Meter verschmälert werden. Hinzu kommt ein gepflasterter Gehweg von zwei Metern Breite. Die Sanierung beinhalte eine Verschwenkung mit einer Bauminsel (zwei Bäume), um den „Autobahncharakter“ zu bremsen. Die Oswaldstraße war die alte Kreisstraße nach Langquaid. Bei der Sanierung werden auch Leerrohre mit eingebracht, um den Anwohnern einen Glasfaseranschluss zu ermöglichen. Der große Wendehammer soll im Urzustand bestehen bleiben. An einigen Stellen soll am Gehweg ein überfahrbares Tiefboard verlegt werden, ergänzte Huber. Circa 500000 Euro würde die Maßnahme kosten.

Einen heftigen verbalen Schlagabtausch verursachte erneut der vom Landkreis geplante Teil-Ausbau der KEH 11 in der Kirchstraße in Großmuß. Im Zuge dieser Maßnahme will die Gemeinde bei den Ausschreibungsmodalitäten mit auf den Zug aufspringen zwecks der Gehwegsanierung. Unter dem Gehweg befindet sich der alte Kanal. Bei einer Kanalbefahrung wurde festgestellt, dass in dem stillgelegten Kanal (Bürgermeisterkanal) Drainagewasser und wahrscheinlich auch Regenwasser von den Anrainern eingeleitet werde. Der Betonkanal sei total brüchig und man könne nicht mehr feststellen, von welchen Grundstücken das Wasser eingeleitet werde. Auch eine Anwohnerbefragung brachte kein Licht in das Dunkel, erklärte Ingenieur Huber. Da in die Kläranlage kein Fremdwasser mehr eingeleitet werden dürfe, sei eine salomonische Lösung vonnöten. Denn eine Sanierung des alten Kanals würde mit Sicherheit 300000 Euro verschlingen. Den Kanal rauszureißen und die Anwohner „absaufen“ zu lassen, sei auch „nicht die feine Art“, so der Planer. Zudem fließe auch eine Menge Schichtenwasser vom gemeindlichen Grund „Hölzl“ in den Kanal. Gemeinderat Robert Schmack sah hier den Landkreis in der Pflicht. „Wer soll das bezahlen?“, fragte er. Wenn der Landkreis eine Straße baue, dann sei das Wasserproblem seine Sache, meinte Schmack. Ebenso fand er, dass sich das Wasserwirtschaftsamt hier mit einbringen solle. Den Straßenkörper sichern sei alleine Sache des Landkreises, ergänzte er. Der Landkreis lege seine Drainagen bei der Straßenentwässerung nicht so tief, das sei die Krux bei der Sache, erläuterte Huber. Sollte die Straße unterspült werden, sei die Gemeinde in der Verantwortung, erinnerte er. Wenn sich der Landkreis dazu bereiterklären würde, die Drainagen tiefer zu legen, dann könnte man das Schichtenwasser mit anschließen. Die Gemeinde würde für die Mehrkosten aufkommen, versicherte Ranftl. Gemeinderat Franz Schmidbauer wetterte los, dass nach einem Jahr man immer noch nicht wisse, welche Grundstücke das Wasser einleiten würden, und dass nichts vorwärtsgehen würde: „Da wurden die Hausaufgaben nicht gemacht – typisch Beamter!“ Huber erklärte noch einmal, dass die Drainagen nicht zu finden seien und hier eine politische Lösung vonnöten sei. Es wurde auch über eine Verschiebung des Ausbautermins diskutiert. Bürgermeister Ranftl wollte dieses „brisante Thema“ noch einmal mit der Landkreisführung und dem Wasserwirtschaftsamt besprechen, um eine Lösung zu finden.

Mehrheitlich einig waren sich die Räte, den Antrag zur Nutzung eines Grundstückteils als Lagerplatz im Auweg in Großmuß abzulehnen. Der Antragsteller Fuchs würde dieses Gelände bereits als Lagerplatz für diverse Baumaterialien nutzen.

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