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Auszeichnung

Jugendarbeit für die Zukunft

Der Preis des Kreisjugendrings würdigt eine Randsportart. Die Nachwuchsarbeit beim TV Herrnwahlthann ist vorbildhaft.
Von Roland Kugler

Der Jugendpreis 2019 für herausragende Vereinsarbeit im Kinder- und Jugendbereich geht an die Faustballer des TV Herrnwahlthann Foto: Roland Kugler
Der Jugendpreis 2019 für herausragende Vereinsarbeit im Kinder- und Jugendbereich geht an die Faustballer des TV Herrnwahlthann Foto: Roland Kugler

Kelheim.Zugegeben: Faustball ist im Vergleich zu Fußball, Handball, Turnen, Leichtathletik oder anderen Sportarten eher unbekannt. Solche Nischensportarten haben es umso schwerer, gegen populäre zu konkurrieren und genügend Nachwuchs zu finden. Umso mehr müssen sich die Verantwortlichen eines Vereins anstrengen. Wie hervorragend und erfolgreich das gemacht werden kann, zeigt der TV Herrnwahlthann.

Bei der Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings wurde am vergangenen Montag der Jugendpreis des Landkreises Kelheim vergeben. Zahlreiche Vertreter von Jugendorganisationen – von der Gewerkschaftsjugend über die Falken bis zum Jugendrotkreuz, der evangelischen und katholischen Jugend und vielen mehr – waren zur Preisverleihung ins Landratsamt gekommen. Ausgezeichnet werden kann die herausragende Kinder- und Jugendarbeit in mehrjähriger Tätigkeit in einem Verein, oder als Einzelprojekt. Dabei soll vor allem der umfangreiche und beispielhafte ehrenamtliche Einsatz der Preisträger gewürdigt werden, heißt es.

In diesem Jahr fiel die Wahl des Kreisjugendring-Vorstandes auf den TV Herrnwahlthann. Genauer auf die Faustballabteilung des Vereins, die seit Jahrzehnten regional und national erfolgreich ist. Was nicht von ungefähr kommt, sondern von langer, intensiver und kompetenter Arbeit. Verantwortlich für diesen Erfolg sind Abteilungsleiter Stephan Schober und sein Stellvertreter Christian Göplinger.

Jugend ist der Schwerpunkt

Und viele andere ehrenamtliche Trainer, Betreuer, und Helfer des Vereins, wie Schober betonte. Dennoch ragt ihre Arbeit im Nachwuchsbereich heraus: „Wir haben uns vor zehn Jahren entschlossen, den Schwerpunkt unserer Arbeit auf die Jugend zu verlegen“, sagt Schober. Also nicht nur die Jugend auch fördern, wie es alle Vereine tun, sondern sie mehr unterstützen als die Erwachsenen.

Das ging so weit, dass anfangs sogar der Spielbetrieb bei den Erwachsenen zu Gunsten der Jugendförderung eingestellt wurde. „Um genügend Kräfte für die Nachwuchsarbeit zu haben, hatten wir keine Erwachsenenmannschaft mehr gemeldet“ erzählt der Abteilungsleiter rückblickend.

Hier kommen Sie zu unserer preisgekrönten Serie „Mitgemacht im Sportverein.“

Diese wurde dafür so intensiv wie möglich betrieben: Man warb an Schulen, führte den Tag der offenen Tür ein, richtete Turniere aus und vieles mehr. Schon Kinder im Vorschulalter werden spielerisch gefördert, alle Altersgruppen von 5 bis 18 Jahren werden qualifiziert betreut. Es gibt Zeltlager, Feste, gemeinsam mit dem Vereinsbus und engagierten Eltern wird seit Jahren zu Meisterschaften in ganz Deutschland gefahren.

Ein sportliches Dorf

  • Verein:

    Der TV Herrnwahlthann hat in seinen drei Abteilungen Tennis, Stockschießen und Faustball 378 Mitglieder. Bei knapp 450 Einwohnern ist das bemerkenswert.

  • Faustball:

    158 Mitglieder, davon 83 Kinder und Jugendliche. Das Vereinsgelände am Ortsrand bietet sehr gute Voraussetzungen: vier Rasenplätze, ein Vereinsheim, einen Vereinsstadel, einen Spielplatz und sogar einen Badeweiher.

Dabei gibt es nicht nur Sport, sondern auch ein Rahmenprogramm: Stadt und Land werden gemeinsam besichtigt und näher gebracht. „Uns ist auch wichtig, dass das Ganze ohne großen Leistungsdruck stattfindet“ sagt Schober. „Bei uns dürfen alle Kinder spielen, alle sollen ihre Erfolgserlebnisse haben.“ Das trägt auch Früchte: Die Kinder sind begeistert bei der Sache, erzählen es weiter, und sorgen so wieder für neue Interessierte. „Wir haben keine Nachwuchssorgen“ sagt der Abteilungsleiter. Und die Kinder und Jugendlichen fühlen sich so gut aufgehoben, dass sie dem Verein treu bleiben. Mittlerweile gibt es aus dem eigenen Nachwuchs wieder drei Erwachsenen-Mannschaften, ab nächstem Jahr sogar vier.

Einsatz trägt Früchte

„Wir wollen den Kindern über den Sport hinaus etwas für das Leben mitgeben: Teamgeist, Verantwortung, Einsatz für das Vereinsleben“ sagt Schober. Sie dürfen sich neben dem Sport auch als Helfer einbringen, als Schiedsrichter oder Trainer. „Das alles zusammen ist eine sehr große Leistung, ein vorbildliches Engagement“ lobte Kirsten Reiter, die die Laudatio hielt.

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