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Kapelle in Buchhofen strahlt wieder

Engagierte Bürger sanierten die einst marode Kapelle in Buchhofen bei Saal. Am 5. Juli ist Tag der offenen Tür.
Von Roland Kugler

Fleißige Helfer haben aus der maroden Kapelle ein Schmuckstück gemacht.
Fleißige Helfer haben aus der maroden Kapelle ein Schmuckstück gemacht. Foto: Roland Kugler

Saal a. d. Donau.Buchhofen gehört zur Gemeinde Saal, es liegt zwischen Mitterfecking und Teuerting. Viel Spektakuläres hat der kleine Ort nicht zu bieten, aber eine Kirche und eine Kapelle. Die Kapelle war marode und bot ein Bild des Jammers, weshalb einige Buchhofener zusammen halfen und sie gemeinsam renovierten. Mit viel ehrenamtlicher Arbeit haben sie ein kleines Juwel geschaffen.

Das Dach und der Putz der Kapelle waren schlecht. Die Mauer hatte handbreite Risse, die Fenster waren kaputt, der Altar war in einem schlimmen Zustand. „Mit ausbessern war es da nicht getan, die ganze Kapelle musste saniert werden“, erzählt Andreas Zirngibl.

Nur ein Maler fehlte

Er weiß, was er sagt, denn er ist gelernter Maurer. Aber auch als Fachmann kommt man alleine nicht weit, wenn es mehrere Hände braucht. Also sprach er Nachbarn und Freunde an, und holte sich so tatkräftige Unterstützung von Burghardt Überrigler, Michael Alkofer junior und Rainer Wittl. Alle handwerklich fit, nur ein Maler fehlte. Hier wusste der Bekannte eines Nachbarn einen – wie es halt so geht. So kam Günther Schlagbauer aus Deising dazu. „Er hat sofort gute Ideen gehabt“, lobt ihn Andreas.

Die Kapelle

  • Geschichte: Die Ursprünge reichen bis zum 30-jährigen Krieg zurück, wie der Buchhofener Hobby-Heimatforscher Christian Grepmeier recherchiert hat. 1723 wurde ein Kapellchen erwähnt, später eine „einen Büchsenschuß von der Filial (Buchhofen) mitten im Felde stehende Kapelle.“

  • Neubau: Im Zuge der Säkularisation wurde die Kapelle 1803 zerstört. 1830 wurde sie neu erbaut.

Es ging nicht nur um banales Anstreichen: Innen entstand ein Deckenfresko, außen grüßt Maria auf Solnhofener Plattenkalk, zweimal mit Speziallack überzogen. Auch die Bilder innen und die Figuren wurden gesäubert und restauriert. „Mit der Madonna aus Gips war es nicht einfach“, sagt Günther. Jetzt ist alles sauber und neu, und riecht noch nach frischer Farbe. Doch bis es so weit war, gab es einiges zu tun. Der Dachstuhl wurde ausgebessert, das Dach neu verstrebt, eingelattet und gedeckt. Die Fenster waren Maßanfertigungen. Der Putz wurde außen und innen aufwendig erneuert, „damit es auch auf lange Sicht hält“, sagt Andreas. Vor Weihnachten hatten sie angefangen, meistens haben sie sich am Samstag getroffen. „500 Stunden haben wir schon gearbeitet, davon 300 der Andreas allein“, sagt Rainer.

Viele Kosten gespart

„So viel Engagement freut mich sehr“, sagt Saals Bürgermeister Christian Nerb – persönlich, und auch für die Gemeindekasse. Denn so beliefen sich die Kosten für die Gemeinde auf 10 000 Euro. „Sonst hätte es ein Mehrfaches gekostet“, sagt Nerb.

Auch der Außenbereich wurde neu gestaltet: Der Eingangsbereich wurde gepflastert, die Kapelle rundherum mit Granit und Kies eingefasst. Und auf einem schattigen Platz unter Bäumen lädt eine Sitzgarnitur zum Verweilen ein. Da sitzen jetzt die fleißigen Helfer und trinken eine Halbe Bier, die der Bürgermeister spendiert hat. Nur eines ist traurig: Jedes Jahr am 2. Juli findet ein Bittgang zur Kapelle statt, anschließend das Dorffest. Das fällt heuer wegen Corona aus. Aber die Buchhofener haben sich etwas anderes einfallen lassen: Am Sonntag kann die neue Kapelle von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden.

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