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Energie

„Kelheimer“ Strom: regional und rentabel

Die Abens-Donau Energie macht Gewinne. Nun will sie ihre kommunalen Partner daran Teil haben lassen – mit einer Beteiligung.
Von Gabi Hueber-Lutz

Strom als Geldanlage das bietet die Abens-Donau-Energie. Foto: Hueber-Lutz
Strom als Geldanlage das bietet die Abens-Donau-Energie. Foto: Hueber-Lutz

Kelheim.Sabine Melbig ist Geschäftsführerin des Abens-Donau Energie. Derzeit ist sie viel in den Städten und Gemeinden unterwegs, die Gesellschafter des Energieversorgers sind. Mit im Gepäck hat sie das Angebot für eine Geldanlage, die den Kommunen willkommen sein dürfte. Gemeinden, die finanziell einigermaßen gut oder vielleicht sogar sehr gut dastehen, müssen bei der herrschenden Finanzpolitik nämlich bereits Strafzinsen auf ihre Guthaben bezahlen. Viel besser hören sich da die 3,3 Prozent erwarteter jährlicher Rendite an, die Sabine Melbig anzubieten hat.

Gewinn aus Stromnetz Mainburg

Das Geld stammt aus dem Gewinn, den die Abens-Donau Energie mit dem Stromnetz Mainburg erwirtschaftet. 2015 war die Konzession des Bayernwerks für dieses Stromnetz ausgelaufen und die Stadt Mainburg schrieb sie erneut aus. Konzessionen für Stromnetze sind durchaus begehrt, denn mit ihnen lässt sich Gewinn erwirtschaften. Den Zuschlag der Stadt Mainburg bekam der 2014 gegründete regionale Stromanbieter Abens-Donau Energie (ADE).

Ein gemeinsames Kind

20 Jahre läuft so eine Konzession. Zeit, in der der Betreiber in sein Netz investiert und es ausbaut. Wechselt der Betreiber nach den 20 Jahren stehen Verhandlungen an. So war es auch im Fall des Mainburger Stromnetzes. Die ADE hat das Netz vom Bayernwerk übernommen und es folgten Verhandlungen um die Ablöse für das, was das Bayernwerk 20 Jahre lang investiert hatte. Am Ende dieser Verhandlungen stand ein gemeinsames Kind: die Abens-Donau Netz (ADN). Der Energieversorger ADE und der Netzbetreiber Bayernwerk sind je zur Hälfte daran beteiligt. 50 Prozent der Erlöse, die die ADN erwirtschaftet, gehören der ADE.

Eine GmbH mit 21 Partnern

Für den lokalen Energieanbieter ist es das erste Stromnetz, das er mit betreibt. Es kämen sowieso nur Netze infrage, an denen man räumlich nah dran sei, erklärt Melbig. Im Störungsfall muss der Betreiber nämlich innerhalb einer halben Stunde vor Ort sein. Nun ist die Abens-Donau Energie ja kein Familienunternehmen. Sie ist eine GmbH, in der sich 21 größere und kleinere Partner zusammengeschlossen haben. Zu den großen zählen die Stadtwerke Kelheim und Neustadt sowie die Energie Südbayern.

Energieversorger

  • Partner und Kunden:

    21 Kommunen oder Kommunalunternehmen im Kreis sind an der 2014 gegründeten Abens-Donau Energie beteiligt. 3100 Haushalte aus dem Kreis lassen sich aktuell vom Unternehmen beliefern. Darunter auch solche, die sich nicht in den Gemeinden befinden, die Partner bei dem Energieversorger sind.

  • Geld:

    Die Gemeinden können sich entsprechend ihrer prozentualen Beteiligung an der Abens-Donau Energie auch an der Abens-Donau Netz beteiligen. Für ihre Einlagen erhalten sie voraussichtlich 3,3 Prozent Rendite. Die Beteiligung ist für die Kommunen freiwillig, das Interesse bisher groß, teilte der Stromanbieter mit.

  • Grüner Strom:

    Auch umweltfreundlich produzierter Strom darf nur dann als grün bezeichnet werden, wenn er nicht über das EEG vergütet wird. Bekommen etwa die Stadtwerke Kelheim für ihr Biomasse Heizkraftwerk keine Einspeisevergütung mehr, kann der erzeugte grüne Strom dann auch als solcher verkauft werden. (lhl)

Daneben sind aber zum jetzigen Zeitpunkt auch noch 18 Kommunen aus dem Landkreis mit an Bord - von Painten bis Volkenschwand und von Aiglsbach bis Teugn. Auch sie sollen nun am Kuchen der ADN beteiligt werden. Die Beteiligung ist rein finanzieller Natur und sie hängt vom Umfang der Beteiligung an der ADE ab. Teugn zum Beispiel kann 10 928 Euro einlegen, Saal 35 670 Euro. Die Stadtwerke Kelheim dagegen sind mit 417 915 Euro beteiligt. Die erwartete Rendite von 3,3 Prozent für diese Einlagen gibt es bereits im ersten Jahr. Das Risiko sei sehr gering, wie die Geschäftsführerin betont, denn es liege - zumindest die ersten fünf Jahre - ausschließlich beim Bayernwerk. Privatpersonen können hier übrigens kein Geld anlegen, klärt Melbig auf. Entsprechende Anfragen habe sie schon mehrere gehabt.

Sabine Melbig ist derzeit in vielen Gemeinderäten zu Gast. Foto: Bachmeier-Fausten
Sabine Melbig ist derzeit in vielen Gemeinderäten zu Gast. Foto: Bachmeier-Fausten

Mit der Entwicklung der ADE ist Melbig „sehr, sehr zufrieden“. Man stehe ja in einem sehr starken Wettbewerb. Auch die Stadt Abensberg ist seit einiger Zeit mit einem ähnlichen Modell unterwegs. (Die MZ berichtete) „Naturstrom Abensberg“ möchte seine regionalen Abnehmer direkt mit Ökostrom aus der Region versorgen. „Das ist der ganz normale Wettbewerb mit den gleichen Herausforderungen für alle“, sagt die Geschäftsführerin von ADE zur Konkurrenz im eigenen Landkreis. Die Versorgung mit umweltfreundlichem Strom haben sich beide auf die Fahnen geschrieben.

Die Farbe des Stroms

Die Terminologie dabei ist nicht ganz einfach. Der Strom der ADE ist Ökostrom aus hundert Prozent Wasserkraft. Allerdings wird die in Norwegen erzeugt. Die ADE weist dies mit Herkunftsnachweisen im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes und einem TÜV-Siegel nach.

Nun gibt es natürlich im Landkreis Kelheim jede Menge anderer umweltfreundlicher Energie. Allein im Stromnetz der Stadtwerke Kelheim werden jährlich 33 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, die zum Beispiel aus Photovoltaikanlagen stammen.

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Sofern aber dieser Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert wird, handelt es sich nicht mehr um Ökostrom. Wird dieser Strom direkt vermarktet ist er zwar regional, aber nicht mehr grün. Trotzdem ist der eingespeiste EEG-Strom aus der Stromkennzeichnung ersichtlich, jedes Jahr wird ein bestimmter Prozentsatz in der Stromkennzeichnung ausgewiesen, so Sabine Melbig.

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