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Literatur

Kinderbuch: Briefe an Stella in Boston

Mit ihrem dritten Kinderbuch schließt sich bei Autorin Edith Schieck der Kreis. Jeder ihrer Enkel erhielt eine Geschichte.
Von Lucia Pirkl

Edith Schieck mit ihren drei Kinderbüchern. Jedes ihrer Enkel in Amerika hat jetzt ein eigenes. Foto: Pirkl
Edith Schieck mit ihren drei Kinderbüchern. Jedes ihrer Enkel in Amerika hat jetzt ein eigenes. Foto: Pirkl

Abensberg.Whatsapp, SMS oder E-Mail – über die Tastatur mögen die Finger mühelos schweben, aber Briefe schreiben ist da schon anstrengender und vielleicht deshalb bei den meisten Kindern heutzutage eine Seltenheit geworden. Und auch Briefe zu erhalten, dürfte viele junge Menschen nicht mehr vom Hocker hauen. Stella aus Boston dürfte sich aber darüber freuen. Denn die Briefe an sie sind von ihrer Omi aus Deutschland. Und statt mit der Post verschickt zu werden, sind sie in einem Buch zusammengefasst.

Edith Schieck hat drei Enkel in Amerika. Für Maxwell schrieb sie vor ein paar Jahren das erste Buch, in dem sie viele eigene Kindheitserinnerungen wiederaufleben ließ, „Maxwell aus Boston – Omi aus Germany“. Der zweite Bub, Leo, erhielt ebenfalls eine Geschichte, durch „Leo und das Wutmännel“ sollte ihr mittlerweile achtjähriger Enkel lernen, dass Müdigkeit und vor allem Hunger nicht gerade förderlich für gute Laune sind.

Doch eigentlich wäre nach Maxwell nicht Leo, der Jüngste, sondern Schwester Stella, jetzt zehn und die Mittlere der drei, an der Reihe gewesen. Stella zeigte sich damals schwer enttäuscht. Klar, dass da die Omi aus Deutschland nachziehen musste. Und so entstand das dritte Kinderbuch aus Edith Schiecks Feder. In „Briefe an Stella in Boston“, das zweisprachig in Deutsch und auf Englisch geschrieben ist – genauso wie die anderen beiden Kinderbücher –, erzählt die Omi aus Deutschland in elf Briefen von ihren Kindheitserlebnissen. Stella erfährt zum Beispiel, wie aufregend es für die kleine Edith war, mit dem Zug zu fahren, und wie sie mit anderen Kindern an den Bahngleisen spielte. Auch, wie man früher Wäsche wusch oder wie es stinken kann, wenn Zuckerrüben anbrennen, erfährt ihre Enkelin. Schieck nutzt das Büchlein aber auch, um der Zehnjährigen Themen wie illegale Einwanderer in den USA näher zu bringen.

Stella erfährt beispielsweise aber auch, was ein Telegramm ist und wie sich die USA und Deutschland in ihren Bräuchen an Weihnachten oder Fasching unterscheiden, aber auch, wie die Omi als Kind diese Feste gefeiert hat.

Damit Stella alles versteht – sie wächst zwar zweisprachig auf, aber die englische Schriftsprache ist ihr geläufiger – musste Schiecks Tochter Alexandra Haueisen übersetzen. „Trotz aller Vorsicht hatte Stella das wohl mitbekommen“, lacht die Omi. Als Stella dann das Büchlein endlich in den Händen hielt – freilich war es ein Geburtstagsgeschenk – meinte sie: „Ja, das hab’ ich schon geahnt.“ Der Freude tat das keinen Abbruch. Jetzt haben alle drei Enkel ihr persönliches Buch.

Für die Jugend

  • Bücher:

    Von Edith Schieck bereits erschienen ist das Buch „Und das Gras war grüner“, in dem sie über das Leben und ihre Ausreise aus der DDR berichtet.

  • ISBN:

    Edith Schieck, Briefe an Stella in Boston, Wendepunkt Verlag, ISBN 978-3-947349-14-2

  • Bildung:

    Edith Schieck hat die Bücher zwar für ihre Enkel geschrieben, freut sich aber auch, wenn sie hier in Schulen gelesen werden.

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