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Kreishaushalt

Das sind Kelheims Millionenprojekte

Das Landratsamt Kelheim soll erweitert werden: ein Plan, der sich zu anderen millionenschweren Investitionsvorhaben gesellt.
Von Martina Hutzler

In  Holz-Hybridbauweise hat der  Landkreis Eichstätt sein  neues Dienstleistungsgebäude in Lenting errichtet. Für Kelheims Landrat Neumeyer könnte es ein bauliches Vorbild für den Landratsamts-Erweiterungsbau werden.  Foto: Schmidmeier / Landkreis Eichstätt
In Holz-Hybridbauweise hat der Landkreis Eichstätt sein neues Dienstleistungsgebäude in Lenting errichtet. Für Kelheims Landrat Neumeyer könnte es ein bauliches Vorbild für den Landratsamts-Erweiterungsbau werden. Foto: Schmidmeier / Landkreis Eichstätt

Kelheim.Mit großen Investitionsvorhaben und Plänen startet der Landkreis ins Jahr 2019. Neu auf die Agenda gekommen ist jetzt ein Erweiterungsbau für das Landratsamt im Donaupark. Wie gestern gemeldet, schlägt Landrat Martin Neumeyer vor, neben dem bestehenden Amt einen zweiten, L- oder U-förmigen Bau zu errichten; dort sollen die Sachgebiete unterkommen, die derzeit noch in der Hemauer Straße 48 / 48a angesiedelt sind.

Bei der Haushaltsberatung im Kreisausschuss hat Landrat Neumeyer dieses Projekt „Landratsamt, Teil zwei“ am Montag erstmals öffentlich in die politische Debatte eingebracht. Gibt die Kreispolitik grünes Licht für einen Erweiterungsbau, der laut Kämmerer Reinhard Schmidbauer „sicher nicht unter 20 Millionen Euro“ kosten wird, gesellt er sich in den nächsten Jahren zu weiteren millionenschweren Investitionen des Landkreises und seiner zwei Krankenhäuser.

Weitere größere Investitionen

  • Schulen:

    Generalsanierung/ Werkstatt-Neubau am Beruflichen Schulzentrum Kelheim ist in Planung, soll 2020 starten (Gesamtkosten 27,8 Mio.). Das Landes-Förderprogramm für „digitale Klassenzimmer“ ko-finanziert der Landkreis an kreiseigenen Schulen mit rund 271 000 Euro. Vorgeplant wird heuer die Generalsanierung der Lehrschwimmhalle Mainburg (Kosten noch offen).

  • Straßen:

    Hauptprojekte bei den Kreisstraßen sind heuer Traubenstraße/KEH 7 in Abensberg (ca 1,9 Mio.), Ortsdurchfahrt Großmuß (0,57 Mio) und Brückenerneuerung bei Niederleierndorf (0,9 Mio.)

  • Sonstiges:

    Planung/ Kostenermittlung für die Generalsanierung der Landratsamts-Dienststelle Mainburg und für Erweiterung/ Teilsanierung des Atemschutzzentrums Neustadt

Neumeyer begründet seinen Antrag auf Erweiterung damit, dass der Landkreis alles tun müsse, um gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. „Wir sind in Konkurrenz mit starken Nachbar-Landkreisen!“ Mit dem neuen Gebäude würden auch diejenigen Mitarbeiter besser ins Amt eingebunden und mit optimalen Arbeitsbedingungen versorgt, die jetzt noch im (teils sanierungsbedürftigen) Komplex an der Hemauer Straße arbeiten. Nach ihrem Auszug könnten die Gebäude künftig von der benachbarten Goldberg-Klinik genutzt werden, so der Landrat.


Zuerst wird geklärt, wie viel Platz benötigt wird

Neben der Goldberg-Klinik (links im Bild) nutzt der Landkreis derzeit den Gebäudekomplex Hemauer Straße 48/a als Landratsamts-Dienststelle. Foto: Dr. Satzl
Neben der Goldberg-Klinik (links im Bild) nutzt der Landkreis derzeit den Gebäudekomplex Hemauer Straße 48/a als Landratsamts-Dienststelle. Foto: Dr. Satzl

Bislang sind dort unter anderem Gesundheits- und Veterinäramt, Ausländerbehörde, Katastrophenschutz und Gewerbeaufsicht angesiedelt. Sachgebiete, die mittlerweile teils ganz andere Raumansprüche hätten als noch vor Jahren, gibt Neumeyer im MZ-Gespräch zu bedenken: Daher müsste an erster Stelle eine Bedarfsermittlung für die Erweiterung stehen. Im Wesentlichen gehe es um Büros und einen Besprechungsraum pro Etage – Geschäftsleiter Auer hat am Montag von „voraussichtlich vier Stockwerken“ gesprochen. Überlegenswert ist laut Landrat ferner ein kleiner Sitzungssaal, weil der jetzige im Hauptgebäude von Akustik und Zuschnitt her nicht optimal sei. Zentral-Einrichtungen wie Pforte und Kantine hingegen bräuchte es im Erweiterungsbau nicht separat.

Ein Konstruktions-Vorbild für das Projekt hat die Kreisverwaltung in Lenting entdeckt. Dort nahm der Kreis Eichstätt Ende 2018 sein „Dienstleistungsgebäude“ in Betrieb: errichtet in Holz-Hybridbauweise (also mit einem Rohbau aus Holz und Stahl-/Beton), für rund 18,6 Millionen Euro.

CSU, FW und SPD befürworten den Vorschlag

In  Holz-Hybridbauweise hat der  Landkreis Eichstätt sein  neues Dienstleistungsgebäude in Lenting errichtet. Für Kelheims Landrat Neumeyer könnte es ein bauliches Vorbild für den Landratsamts-Erweiterungsbau werden.  Foto: Schmidmeier / Landkreis Eichstätt
In Holz-Hybridbauweise hat der Landkreis Eichstätt sein neues Dienstleistungsgebäude in Lenting errichtet. Für Kelheims Landrat Neumeyer könnte es ein bauliches Vorbild für den Landratsamts-Erweiterungsbau werden. Foto: Schmidmeier / Landkreis Eichstätt

Grundsätzlich stieß das Erweiterungs-Vorhaben im Kreisausschuss Zustimmung. Als „wünschenswert“ bezeichneten es die Sprecher von Freien Wähler und CSU, Jörg Nowy und Petra Högl, „wenn die Mitarbeiter alle an einem Standort arbeiten“. Dem schloss sich Thomas Reimer (SPD) an – aber „dass das Projekt schon so bald in Angriff genommen werden soll, hören wir zum ersten Mal. Wir müssen jetzt erst mal in den Fraktionen beraten!“

Das alte Landratsamt (gelb umrandet) steht seit Ende 2016 leer; der historische Teil, das Wittelsbacher Schloss, ist als Infozentrum für die Weltenburger Enge im Gespräch. Das neue Landratsamt (Pfeil) wurde Ende 2016 bezogen. Die mögliche Erweiterungsfläche südlich davon (Stern) gehört ebenfalls dem Kreis. Foto: Dr. Satzl
Das alte Landratsamt (gelb umrandet) steht seit Ende 2016 leer; der historische Teil, das Wittelsbacher Schloss, ist als Infozentrum für die Weltenburger Enge im Gespräch. Das neue Landratsamt (Pfeil) wurde Ende 2016 bezogen. Die mögliche Erweiterungsfläche südlich davon (Stern) gehört ebenfalls dem Kreis. Foto: Dr. Satzl

Dabei werden die Fraktionen addieren müssen, was die Amtserweiterung und alle weiteren Investitionen kosten, die schon beschlossen oder zumindest geplant sind. Denn für all diese Projekte – und dazu für die millionenschweren Pflichtaufgaben des Landkreises wie Jugend- und Sozialhilfe, ÖPNV, Bezirksumlage – muss der Kreistag am Ende die Antwort auf die alljährliche K-Frage geben: Wie hoch wird die Kreisumlage, also der Prozentsatz, den die 24 Landkreis-Gemeinden aus ihrem eigenen Haushalt an den Landkreis abtreten müssen? Alljährlich ein Ringen zwischen dem Finanzbedarf der Kreisverwaltung und der Sorge um die eigene – oft klamme – Gemeindekasse.

Feilschen um Kreisumlage

Wenn es nach Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer ginge, wäre die Antwort schon klar: Nur wenn die Kreisumlage prozentual unverändert bleibe (also beim Hebesatz 46 Prozent), könnte der Landkreis seine Schulden heuer nochmals etwas senken, ehe ab 2020 all die geplanten Investitionen die Verschuldung drastisch ansteigen lassen, rechnete Schmidbauer vor. Zu diesen Investitionen gehören auch die großen Bauvorhaben an den Krankenhäusern Kelheim und Mainburg. Als Eigentümer muss der Landkreis (unterstützt vom Staat) auch dafür geradestehen, indem er die nötigen Darlehen abstottert, etwa für den neuen B-Bau am Goldberg:

Millionenprojekt

Die Operation Goldberg hat begonnen

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Die 24 Städte und Gemeinden indes machen eine andere Rechnung auf. Deren so genannte Finanzkraft ist die Berechnungsgrundlage für die Kreisumlage. Und weil diese Finanzkraft im Durchschnitt deutlich gestiegen ist, müssten die Gemeindekämmerer heuer insgesamt rund 5,8 Millionen Euro mehr an die Kreiskasse überweisen, falls der Hebesatz prozentual unverändert bei 46 Prozent bliebe. „Eine erhebliche Belastung, da die Kommunen insbesondere im Bereich Kinderbetreuung, Schulen und Straßen intensiv gefordert sind“, kritisiert Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, der auch Gemeindetags-Kreisvorsitzender ist. Er fordert, die Kreisumlage um zwei Punkte auf 44 Prozent zu senken.

Zwischen diesen beiden Polen werden wohl die neun im Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen in den nächsten Wochen ihre jeweilige Linie finden. Ihre Karten offenlegen müssen sie spätestens am 25. Februar: Dann ist die Haushalts-Verabschiedung im Kreistag geplant.

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