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Auslastung

Freizeitbus: hier top, da Flop

Im Altmühltal sind Wochenend-Busse, die auch Fahrräder mitnehmen, gut ausgelastet. Im Kreissüden fahren „Geisterbusse“.
Von Beate Weigert

Die Bilanz zu den Freizeitbussen fiel durchwachsen aus. Der Landkreis reagiert unter anderem mit günstigeren Fahrpreisen. Foto: Marcus Dörner/Landratsamt
Die Bilanz zu den Freizeitbussen fiel durchwachsen aus. Der Landkreis reagiert unter anderem mit günstigeren Fahrpreisen. Foto: Marcus Dörner/Landratsamt

Riedenburg.Ab 1. Mai nehmen die Freizeitbus-Linien an Wochenenden und Feiertagen wieder den Betrieb auf. Bis 3. Oktober können Touristen und einheimische Ausflügler damit das Altmühltal, den Raum Abensberg oder die Hallertau bei Mainburg erreichen.

Während zuletzt etwa die nördliche Linie, die von Riedenburg über Bad Abbach nach Regensburg führt, gut genutzt wird, hapert es laut Kreis-ÖPNV-Sachgebietsleiter Stefan Grüttner bei den Linien, die Kelheim und Abensberg bzw. Abensberg und Mainburg verbinden. Absolutes Schlusslicht – Landrat Martin Neumeyer sprach im jüngsten Kreis-ÖPNV-Ausschuss von „Geisterbussen“ – ist die Linie im Landkreis-Süden.

Der Landkreis will das Angebot jedoch nicht gleich einstellen, sondern nachbessern. Umfragen hätten unter anderem ergeben, dass die Preise für Familien „sehr teuer“ waren. Eine Familie mit zwei Kindern und vier Rädern zahlte bislang 27 Euro für die Nutzung. „Da ist für einen Biergartenbesuch nicht mehr viel drin“, so Landrat Neumeyer.

Preise werden runtergeschraubt

So will man zur neuen Saison die Preise anpassen. Statt bislang 27 Euro sollen Familien 15 Euro zahlen (mit oder ohne Räder), ein Erwachsener 5,80 Euro, ein Kind 3, 50 Euro.

Auch der Takt der Fahrten ändert sich. Der Bus der nördlichen Linie von und nach Riedenburg soll viermal fahren. Die Linien in der Landkreismitte und im Landsüden werden je Fahrtag fünf Fahrten bekommen.

Zudem will man auf der Linie zwischen Abensberg und Mainburg von einem großen Bus auf einen 11-Sitzer umsteigen. Auch damit lassen sich fünf Räder und elf sitzende sowie zwölf stehende Gäste transportieren. Die Verantwortlichen versprechen sich davon eine bessere Nutzung. Manche hätten auch den großen Bus gescheut, merkte ein Ausschuss-Mitglied an.

Der Geschenkebus

  • Premiere:

    Am 28. und 29. Dezember parkte der sogenannte Geschenkebus erstmals am Kelheimer Stadtplatz. Dort wurden erstmals Geschenke für Kinder bedürftiger Familien gesammelt.

  • Erfolg:

    Die Aktion lief sehr gut. Viele Geschenke und 250 Euro in bar wurden zugunsten der Tafel(n) gespendet. Im Jahr 2019 soll der Geschenkebus in einem anderen Ort im Landkreis stehen.

Die erfolgreiche Linie Riedenburg – Regensburg soll obendrein zu einer mehrere Landkreise übergreifenden Freizeit-“Schnellbus“-Linie werden, so Stefan Grüttner. Sie soll Ausflügler von Dollnstein im Landkreis Eichstätt über die Landkreise Kelheim und Neumarkt bis in die Stadt und den Landkreis Regensburg bringen. Je Richtung soll es vier Fahrten pro Samstag, Sonn- oder Feiertag geben, zu einem Tagesticketpreis von 5,80 Euro für einen Erwachsenen inklusive Rad.

Der „König der Freizeitbusse“ soll in dieser Saison – vom 1. Mai bis 3. Oktober – mal in Probebetrieb gehen, ist der Zulauf gut, könnte er zur festen Einrichtung werden. Eventuell gebe es auch noch Fördermittel über das Programm „Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum für bedarfsorientierte Bedienformen des allgemeinen ÖPNV und Pilotprojekte landkreisübergreifender Expressbusverbindungen im Omnibusverkehr. Manch Ausschuss-Mitglied wunderte sich ob der Bezeichnung „Expressbus“ für dieses Angebot. Grüttner entgegnete: „Andere, schnellere Verbindungen gibt es bislang nicht.“

Bus-WLAN: Vorreiter im Bezirk

Mittlerweile sind 28 von insgesamt 30 öffentlichen Bussen im Kreis Kelheim mit WLAN ausgestattet. Über Bayern WLAN wählen sich die Nutzer kosten los ein. Bei den Fahrgästen komme der Service gut an, wie eine Umfrage zeige, so Grüttner. Allerdings schwanke die Verbindung je nach Ort in der Region. Im Raum Painten oder Essing etwa.

Zwei Busse fehlen aktuell noch. Das liege daran, dass es sich dabei um Neuanschaffungen handle, und die Fahrzeuge aktuell noch nicht ausgeliefert seien. Gesamtkosten: etwas mehr als 30 000 Euro. In Niederbayern sei man damit der erste Landkreis, der so etwas anbiete, so Landrat Martin Neumeyer.

Grüttner informierte über die Einführung „dynamischer Fahrgastinformationen“. So sollen es bald an sieben Schlüsselhaltestellen – in Riedenburg, Bad Abbach, Kelheim, Neustadt, Saal, Abensberg und Mainburg in Echtzeit Infos auf Anzeigetafeln geben. Fahrgäste sollen dann sehen, welche Linien wann von dort abfahren. Von 145 000 Euro Gesamtkosten entfielen dank Förderung 51 000 Euro auf den Kreis.Der Echtzeitbetrieb soll zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn Anfang Dezember 2019 starten.

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