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Umwelt

„Hupkonzert“ beim E-Mobilitätstag

Erster Tag zur Elektromobilität lockt Besucher nach Train. Ehrengast Erwin Huber bricht eine Lanze – aber nicht für E-Bikes.
Von Beate Weigert

  • Der BMW i3 der Abens-Donau-Energie wurde gerne für Testfahrten genutzt. Beim Ein- und Ausparken mussten die Fahrer aufmerksam sein. Denn wie viele große und kleine Besucher am Trainer Zehentstadl bemerkten, machen E-Autos keine Geräusche. Da half nur eines – hupen. Fotos: Weigert
  • Erwin Huber trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Foto: Dirscherl
  • Beim Solarbootbasteln im Zehentstadl war es zum Glück wärmer als draußen. Foto: Weigert
  • Der BMW i8 war einer der Hingucker. Foto: Weigert

Train.Die Hupe kann das wichtigste Bauteil an einem Auto sein. Den Eindruck konnte man zumindest am ersten E-Mobilitätstag des Landkreises Kelheim am Sonntag in Train gewinnen. Kein Wunder, waren die Besucher dazu eingeladen, E-Autos, -Segways, -Räder und -Motorräder zu testen und sich rund um das Thema ganz praktisch zu informieren. Doch wer will schon beim Ein- und Ausparken einen nichts ahnenden Passanten umfahren. Keiner! Also drückten die meisten Testfahrer prophylaktisch auf die Hupe. „Sonst hört man da gar nichts“, das erkannten schon ganz kleine Jungs, aber auch ältere Semester.

E-Dienstwagen für Josef Reiser?

Trains Alt-Bürgermeister Max Decker war einer der Ersten, der die Hupe bemühte. Schließlich wollte er mit dem BMW i3 der Abens-Donau-Energie heil vom Hof und wieder dorthin zurückkommen. Seinen Weg kreuzten Ehrengast Erwin Huber, Landrat Martin Neumeyer und zahlreiche Kreisräte und Landkreis-Bürgermeister beim Rundgang. Für E-Bikes konnte sich der passionierte Rennradler Huber nicht so richtig begeistern. Er setzt lieber auf den Antrieb aus seinen Waden.

Er würde sich sofort ein E-Dienstauto zulegen, wenn es entsprechende Angebote gäbe, sagte Mainburgs Bürgermeister Josef Reiser. Rabatte gibt es aktuell keine, sagte der Vertreter von BMW Hofmann auf Nachfrage. Solche könnte höchstens der Autobauer selbst gewähren. Doch wer ein E-Auto fährt, muss dies schon hauptsächlich der Überzeugung wegen tun. So lässt sich wohl eine der Haupterkenntnisse des Tages zusammenfassen.

Das gab’s außerdem zu sehen

  • Ein „Hauskraftwerk“

    konnte man sich bei Solarstrom Bauer aus Kelheim anschauen. Der Strom von der hauseigenen Photovoltaikanlage lässt sich so einspeichern, im Haus verbrauchen oder als Überschuss ins Stromnetz abgeben. Bei einem Stromausfall passierte „nichts“, so Chefin Gabriele Bauer.

  • Abensbergs Umweltreferent

    Lothar Stich brachte bei der Sternfahrt seinen viel bestaunten Tesla mit. Landrat Martin Neumeyer würde den schon als Dienstfahrzeug nehmen. Einziges Manko: „It‘s no German“.

  • Auch E-Bikes, Segways und Motorräder

    hatten die Aussteller mitgebracht. Bei der Kreisverkehrswacht konnte man am Simulator die Verkehrssicherheit auf dem Zweirad testen. Paul Gleixner, der an der Sternfahrt der E-Mobilisten teilnahm, stellte sein E-Motorrad vor. Tempo 160 schafft er damit und ca. 120 Kilometer ohne zu tanken. (re)

Elsendorfs Alt-Bürgermeister Matthäus Faltermeier outete sich indessen als eingefleischter Pedelec-Fan. Damit kommt er auch nun auch bis nach München. Auf einen herkömmlichen Drahtesel würde er nicht mehr aufsteigen. Denn elektrisch geht es „ganz ohne Plagen“.

Mehr Bilder vom Tag in Train sehen Sie in unserer Bildergalerie:

1. E-Mobilitätstag im Kreis Kelheim in Train

Besonderer Magnet waren die sportlichen Flitzer unter den E-Automobilen. Der BMW i8 zum Beispiel. Mit dem konnte man ein Wochenende gewinnen. „Mensch, Papa, so einen musst du dir kaufen“, meinte ein Geschwisterduo. „Und womit fahren wir dann in Urlaub“, konterte der umgehend mit Blick auf den „nicht vorhandenen Kofferraum“. Ein Argument, das einleuchtete. Und die 130 000 Euro Grundpreis muss man schon berappen wollen. Eine nicht kleinere Menschentraube scharrte sich am Sternfahrer-Parkplatz um Abensbergs Umweltreferent Lothar Stich und seinen Tesla. Wenn er damit „brav“ Tempo 60 bis 80 fährt, bringt es der Amerikaner auf 450 Kilometer Reichweite. Bei „Vollgas“ immerhin auf 250.

Abensbergs Umweltreferent Lothar Stich brachte bei der Sternfahrt seinen viel bestaunten Tesla mit. Landrat Martin Neumeyer würde den schon als Dienstfahrzeug nehmen. Einziges Manko: „It‘s no German“. Foto: Weigert
Abensbergs Umweltreferent Lothar Stich brachte bei der Sternfahrt seinen viel bestaunten Tesla mit. Landrat Martin Neumeyer würde den schon als Dienstfahrzeug nehmen. Einziges Manko: „It‘s no German“. Foto: Weigert

Davon konnten die umstehenden Autohändler der Marken Citroën, VW, BMW oder Mercedes (noch) nicht berichten. Interessiert waren die Besucher dennoch. Die Fragen, die die Händler zu hören bekamen, waren meist ähnlich. Wie weit komme ich denn damit?, war wohl die häufigste. Erich Baumer vom gleichnamigen Autohaus in Abensberg bemerkt durchaus Interesse an der E-Mobilität. Diese sei auch ein Zukunftsthema.

Vor allem auf der Kurzstrecke, findet Julia Schönhärl, die Regionalmanagerin des Landkreises. Denn der Durchschnittshaushalt lege täglich nicht mehr als 30 Kilometer zurück. Viele zögerten laut Baumer aber noch eine Anschaffung hinaus. Weil sie sich durch technische Neuerungen größere Reichweiten erhofften. Und auch was nach acht Jahren Garantie auf die Batterie passiert, ist derzeit bei vielen Automarken offen. Ein Tauschsystem müsste her, so Baumer.

„Ohne sauberen Strom ist das nix“

Johann Bauer vom gleichnamigen Solarstrombetrieb aus Kelheim sagt: „Ich wollte heute schon ein Plakat aufhängen. Mit der Aufschrift „E-Mobilität ist umweltschädlich“. Denn die neue Technologie sei nur sinnig, wenn sie auch mit sauberem Strom betankt werde. Wie man den selbst erzeugten Sonnenstrom vom Hausdach ins eigene E-Auto bekommt, darüber konnte man sich an seinem Stand informieren. Mitgebracht hatte er auch den Unternehmer Hardy Barth aus der Oberpfalz. Der hatte jüngst für seine selbst entwickelte Heimladestation für E-Fahrzeuge den Bundespreis bei der Internationalen Handwerksmesse erhalten.

FDP--Kreisrat Dr. Heinz Kroiss wünscht sich noch mehr Vorbildfunktion vom Landkreis. Wie er recherchierte, gibt es aktuell noch keine Ladestation am neuen Landratsamt und auch kein E-Auto im dortigen Fuhrpark. Landrat Martin Neumeyer sagt, er sei offen für das Thema. Auch in Sachen ÖPNV. Es müsse jedoch immer auch praktikabel sein.

Bald sollen weitere Ladesäulen im Landkreis installiert werden, unter anderem in Abensberg, Langquaid und in Train. „Die Gemeinden müssen aus Überzeugung in Vorleistung gehen“, sagt Trains Bürgermeister Gerhard Zeitler. Die 100 Euro Kosten monatlich müsse man investieren. Die Gemeinde hatte mit Regionalmanagerin Julia Schönhärl den Tag in Train erstmals auf die Beine gestellt.

Die Sieger des Gewinnspiels mit Bürgermeister Zeitler und der Trainer Organisatorin Tanja Dirscherl (li.)Foto: Gemeinde
Die Sieger des Gewinnspiels mit Bürgermeister Zeitler und der Trainer Organisatorin Tanja Dirscherl (li.)Foto: Gemeinde

Die Sieger des Gewinnspiels der Gemeinde Train:

1. Preis: Sylvia Niesl aus Train (1 Wochenende mit einem BMW i8)

2. Preis: Andreas Gahr aus St. Johann (1 Wochenende mit einem e-Mercedes)

3. Preis: Rita Frank aus Train (einen Fahrradhelm von Zweirad Voit)

Am MZ-Stand konnten die Besucher ein Quiz zum Thema Elektromobilität machen. Auch der Dienst-i3 der Redaktion war zu sehen. Foto: Weigert
Am MZ-Stand konnten die Besucher ein Quiz zum Thema Elektromobilität machen. Auch der Dienst-i3 der Redaktion war zu sehen. Foto: Weigert

In unserem Quiz können Sie Ihr Wissen rund um die E-Mobilität testen.

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