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Haushalt

Kreis fördert Migrationsforschung

Räte legen erste Eckpfeiler für Kelheims Kreis-Etat 2019 fest. Ein Projekt der Uni Eichstätt stößt aber auch auf Skepsis.
Von Martina Hutzler

Flucht und Migration erforschen ist Ziel einer Stiftungsprofessur der Uni Eichstätt/Ingolstadt. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Flucht und Migration erforschen ist Ziel einer Stiftungsprofessur der Uni Eichstätt/Ingolstadt. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Kelheim.Der Kreis Kelheim wird finanziell die Erforschung der Themen Flucht und Migration unterstützen: Mit knapper Mehrheit hat der Kreisausschuss 10 000 Euro aus der Kreiskasse freigegeben für einen Antrag der Katholischen Universität Eichstätt.

Landrat Martin Neumeyer – früher selbst Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung – warb bei der ersten Haushaltsvorberatung für 2019 dafür, das neue „Kompetenzzentrum Flucht und Migration“ an der Uni Eichstätt/Ingolstadt zu unterstützen, das über eine Stiftungsprofessur anwendungsbezogene Lösungen erforschen will für „Probleme, die sich aus den Flucht- und Migrationsbewegungen der jüngsten Zeit ergeben“. Von dem Projekt mit knapp 200 000 Euro Kosten jährlich profitiere die gesamte Region, so die Uni in ihrem Anschreiben: unter anderem, weil am Kompetenzzentrum ein Studiengang geplant sei, der Fachpersonal zu Flucht und Migration für Verwaltung und Wirtschaft ausbilden.

Flucht und Migration erforschen ist Ziel einer Stiftungsprofessur der Uni Eichstätt/Ingolstadt. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Flucht und Migration erforschen ist Ziel einer Stiftungsprofessur der Uni Eichstätt/Ingolstadt. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Solche Forschungs- und Fachwissen komme gerade dem Landkreis Kelheim zugute, der sehr viele Flüchtlinge mit Bleibeperspektive beherberge, warb Landrat Neumeyer. Er verwies darauf, dass andere Kreise und Städte bereits eine Beteiligung beschlossen hätten. Die Professur sei sicher wichtig – aber keine Landkreis-Aufgabe, hielt Kreisrat Dr. Uwe Brandl entgegen. Vielmehr seien sowohl die Finanzierung der Universitäten als auch die Lösung der Migrationsprobleme die Aufgabe von Bund und Ländern. Wie Brandl bezweifelte Kreisrat Richard Zieglmeier, dass die Arbeit der Eichstätter Forscher tatsächlich konkret der Integrationsarbeit im Kreis Kelheim nutzen wird. Mit 7:6 gab der Kreisausschuss den Betrag schließlich frei.

Mit nur einer Gegenstimme wurden alle anderen beantragten Landkreis-Zuschüsse gebilligt.

Zuschüsse

  • Natur/ Tourismus:

    Der Kreisausschuss billigte Zuschüsse / Beiträge für den Landschaftspflegeverband VöF (90 000 Euro), Kreis-Tourismusverband (407 250), Hopfenland Hallertau (29 750).

  • Kommunen:

    Kelheim, Neustadt , Saal und Rohr erhalten insgesamt 24 000 Euro Zuschuss für den Betrieb ihrer Hallenbäder.

  • Sonstiges:

    Dorf-/Betriebshelfer: 20 500 €; Judo-Leistungsinternat e.V. Abensberg: 25 000 €; Kreis-Verhütungsmittelfonds für bedürftige Frauen: 5000 €; Investitionszuschuss BRK-Kreisverband: 11 500 €; Jäger (für Wildschwein-Trichinentest): max. 10 000 € (9€ je Tier)

Die Beschlüsse werden von Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer in den Entwurf des Kreishaushalts 2019 eingespeist, dessen Grundzüge derzeit Gestalt annehmen. Die Ausgangslage sei gut, so Schmidbauer in der Sitzung: Die Haushaltsabwicklung 2018 verlaufe wie geplant oder sogar besser – mit einer Ausnahme: Die ungedeckten Kosten bei der Jugendhilfe werden auch heuer wieder höher ausfallen als geplant: zu den vorgesehenen 7,4 kommen bis zu 2,1 Millionen Euro dazu. Dessen ungeachtet verdiene Schmidbauers umsichtige Haushaltsführung ein großes Lob, befand Kreisrat Brandl.

Der Kämmerer stellte weitere Eckdaten vor. Die Kreisbevölkerung wuchs 2017 weiter an, auf 121 119 Einwohner – dies lässt auf eine Erhöhung der staatlichen Schlüsselzuweisung hoffen. Noch wichtiger für den Etat 2019 des Landkreises ist indes, dass heuer die Umlagekraft seiner 24 Gemeinden satt, um zehn Prozent, gestiegen ist. Ein Zeichen, dass es den Kommunen wirtschaftlich gut geht. Mehr als fraglich indes, ob die 24 Bürgermeister an dieser Steigerung auch den Landkreis eins zu eins teilhaben lassen werden – stattdessen dürfte ein hartes Feilschen um die Höhe der Kreisumlage bevorstehen.

Neben den Einwohner- legte Schmidbauer auch aktuelle Schülerzahlen vor: An den Schulen des Landkreises lichten sich die Reihen weiter. Der Trend hält seit zehn Jahren an, fällt heuer aber besonders drastisch aus: Zum Schuljahr, das im September startete, waren es 293 Schüler weniger als im Herbst 2017. Vor allem Gymnasien sowie das Berufliche Schulzentrum waren betroffen, so Schmidbauer.

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