MyMz
Anzeige

Pläne

Landkreis kauft bei sich selbst ein

Im Donaupark will der Kreis eine Immobilie erwerben, bei der er jetzt schon Mitbesitzer ist. Dem Kauf folgen einige Umzüge.
Von Martina Hutzler

Der „Donaupark 13“ gehört bislang der Donaupark Wirtschafts-GmbH. Eine Landratsamts-Außenstelle befindet sich dort bereits. Foto: Hutzler
Der „Donaupark 13“ gehört bislang der Donaupark Wirtschafts-GmbH. Eine Landratsamts-Außenstelle befindet sich dort bereits. Foto: Hutzler

Kelheim.Der Landkreis will für 2,65 Millionen Euro das Gebäude „Donaupark 13“ kaufen. Es gehört derzeit der Donaupark Wirtschafts-GmbH und beherbergt eine Firma, mehrere landkreis-nahe Einrichtungen sowie eine Außenstelle des Landratsamts. Letztere soll in dem „Turm“ noch mehr Raum einnehmen: Teile der Kreisverwaltung, die bislang in der Hemauer Straße (ebenfalls eine Außenstelle) residieren, ziehen in den Donaupark um.

Das kündigte Landrat Martin Neumeyer im Kreisausschuss an. Ein Grund für den Entschluss: Damit die Notaufnahme an der Goldberg-Klinik Kelheim kurzfristig modernisiert werden kann, soll die Klinik-Geschäftsführung aus dem Krankenhaus aus- und nebenan einziehen – in besagte Landratsamts-Außenstelle Hemauer Straße.

Der „Donaupark 13“ gehört bislang der Donaupark Wirtschafts-GmbH. Eine Landratsamts-Außenstelle befindet sich dort bereits. Foto: Hutzler
Der „Donaupark 13“ gehört bislang der Donaupark Wirtschafts-GmbH. Eine Landratsamts-Außenstelle befindet sich dort bereits. Foto: Hutzler

Für diesen Umzug wiederum sollen kreiseigene Mitarbeiter Platz machen und in den Donaupark ziehen. Keine Auswirkungen soll die Raum-Rochade auf die jetzigen Mieter im Donaupark 13 haben: neben einer privatwirtschaftlichen Firma sind das der Kreis-Tourismusverband, der Landschaftspflegeverband VöF und das Regionalmanagement.

Den Immobilienpreis von 2,65 Millionen Euro hat Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer in den Investitionsplan für 2018 aufgenommen.

Wie zerronnen, so gewonnen

Zum Teil refinanziert sich der Kauf allerdings selbst: Der Landkreis ist – neben Stadt und Sparkasse Kelheim – Gesellschafter bei der Donaupark-GmbH. Und einen Teil des Verkaufserlöses soll, so der Plan, die GmbH gleich wieder als Gewinnausschüttung an ihre Gesellschafter auszahlen. 425 000 Euro kämen dadurch in die Kreiskasse.

Kämmerer Schmidbauer eröffnete in der Sitzung auch den alljährlichen Poker um die Kreisumlage. Das ist der Prozentsatz, den die 24 Landkreis-Städte und -gemeinden von ihrer eigenen Finanzbasis („Umlagekraft“) an den Landkreis abtreten müssen. Die Kreisumlage ist die größte Einnahmequelle des Landkreises, er finanziert damit knapp die Hälfte seines Verwaltungshaushalts.

Zunächst erfreulich klingt es für die 24 Gemeinden, dass der Kreiskämmerer von sich aus eine Senkung der Kreisumlage vorschlägt: von 48 auf 46,5 Prozent. Der Haken: In absoluten Zahlen würden die 24 Kommunen heuer dann trotzdem mehr an den Landkreis überweisen, nämlich insgesamt 58,2 Millionen Euro (2017: 52,9 Mio.). Denn die Umlagekraft jeder Gemeinde wird alljährlich neu berechnet. Und diese Basis für den Überweisungsbetrag ist in allen 24 Gemeinden von 2016 auf 2017 gestiegen, teils sehr deutlich.

Viel Geld für den Sozialbereich

Kreiskämmerer Schmidbauer warb tapfer für die millionenschwere Aufstockung des Kreis-Etats: Er verwies darauf, dass der Kreis seinerseits allein zwei Millionen Euro mehr an den Bezirk abführen muss – dessen Ausgaben im Bereich Soziales und Inklusion wachsen stetig an. Dasselbe, so der Kämmerer, gelte für die kreiseigenen Ausgaben insbesondere im Krankenhausbereich. Die millionenschweren Investitionen in beide kreiseigenen Kliniken, die ab heuer anstehen, belasten die Kreiskasse indirekt: Die Klinik-GmbHs nehmen dafür Kredite auf; Zins und Tilgung dafür muss aber der Kreis stemmen.

Schmidbauer erinnerte ferner, dass der Kreis und mit ihm indirekt wieder die Gemeinden profitieren, wenn dank besserer Finanzbasis die hohen Landkreis-Schulden schneller abgetragen werden können: Das senke die hohe Zinsbelastung. Einen ordentlichen Batzen hat der Kämmerer schon 2017 zurückgezahlt: 2,4 Mio. Euro geplante und 4,3 Mio. außerordentliche Tilgung mindern den Schuldenstand auf 19 Mio. Euro Ende 2017; und der im Vorjahres-Etat geplante Kredit über eine Million werde wohl nicht mehr nötig, stellte Schmidbauer in Aussicht. Bis Jahresende 2018 peilt er einen Schuldenstand von 17,3 Mio. Euro an.

Die Kreisausschuss-Mitglieder hielten sich bedeckt, ob sie die 46,5-Prozent-Umlage mittragen. Lediglich der Kreisrat und Mainburger Bürgermeister Josef Reiser deutete an, dass ihm 46 Prozent lieber wären. Die Stunde der Wahrheit naht am 19. März: bei der Haushaltssitzung des Kreistags.

Weitere Themen im Kreisausschuss

  • Kulturpreis:

    Der Landkreis und die Kreissparkasse verleihen alle zwei Jahre einen Kunst- und Kulturpreis. Den Preisträger bestimmen sie in einer gemeinsamen Jury, der außerdem auch vier Sachverständige angehören. Einer davon, Kreisheimatpfleger Albert Blümel ist 2017 verstorben. Seine Nachfolgerin Monika Kaltner übernimmt den Juryposten.

  • Schuldnerberatung:

    Landrat Martin Neumeyer informierte, dass er einen Vertrag mit dem Diakonischen Werk Ingolstadt geschlossen hat. Deren Schuldnerberatung kann nun auch von Kelheimern aufgesucht werden. Hintergrund ist, dass der reguläre Vertragspartner des Landkreises, die Caritas Kelheim, die entsprechende Stelle neu besetzen muss.

Weitere Berichte aus der Kreispolitik lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht