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Kreispolitik Kelheim
Sonntag, 25. Februar 2018 -3° 1

Krankenhaus

„Schrumpfen oder Ausbauen“ bleibt offen

Die Ilmtalklinik in Mainburg braucht eine Generalüberholung. Ob teuer oder ganz teuer, muss Kelheims Kreistag noch klären.
Von Martina Hutzler

Das Mainburger Krankenhaus benötigt mittelfristig eine Generalsanierung. Foto: ITK

Mainburg.Es soll weitergehen mit dem Mainburger Krankenhaus, das ist beschlossene Sache seit vorigen Montag. Doch die Frage, wie es dort weitergehen soll, hat der Kreistag in seiner Klinik-Sondersitzung vertagt. Viele Fragezeichen stehen noch hinter den Entwicklungen in Mainburg und Pfaffenhofen, die ja gemeinsam die Ilmtalklinik GmbH bilden (ITK). An dieser Fusion, die die Träger-Landkreise Kelheim und Pfaffenhofen vor zwölf Jahren besiegelt haben, wird nicht gerüttelt: Das hat der Kreistag am Montag ebenfalls ausdrücklich beschlossen.

Immerhin ist für das Haus mit 100 Planbetten nun in groben Zügen der absehbare Erneuerungs- und Investitionsbedarf ermittelt. Schon 2017 hatte der Kreisausschuss das Brandschutzkonzept abgesegnet: Ohne die 4,6 Millionen Euro teure Brandschutz-Ertüchtigung wäre der Weiterbetrieb des Hauses auf der Kippe gestanden, hieß es schon damals (in der Summe schon enthalten sind eine neue Lichtrufanlage und Patienten-Entertainment).

Nun hat die Klinik-Leitung zusammengetragen, was ansonsten noch zur Instandhaltung von Gebäude und Technik voraussichtlich nötig wird – vom Austausch „stark abgenutzter OP-Tische“ bis zur Heizung. Zwischen 1,4 und 2,5 Millionen Euro werden dafür in den nächsten fünf Jahren fällig, außerdem jährlich gut 300 000 Euro allgemeine Instandhaltungskosten.

Das Mainburger Krankenhaus benötigt mittelfristig eine Generalsanierung. Foto: ITK

Erst so richtig teuer wird es allerdings mit der früher oder später anstehenden Generalsanierung des Hauses, bislang vage angedacht ab den Jahren 2021/22. Das Büro Hitzler Ingenieure hat für zwei Varianten die Kosten abgeschätzt: Eine Generalsanierung mit Erweiterung des Hauses und unter Beibehaltung aller bisheriger Hauptabteilungen würde rund 72,8 Millionen Euro kosten; abzüglich staatlicher Förderung müsste der Landkreis davon etwa 20 Mio. stemmen.

In der zweiten Variante würde das Haus im Zuge der Generalsanierung auf die Hauptabteilungen Innere Medizin, Chirurgische Ambulanz und Notfallversorgung reduziert. Dann käme das Großvorhaben auf geschätzt 49,8 Mio. Euro, wovon der Landkreis 15 Millionen aufbringen müsste. In eine Debatte über die Varianten stieg der Kreistag am Montagabend erst gar nicht mehr ein; auf Vorschlag von Landrat Martin Neumeyer wurde der Punkt abgesetzt.

Sorge bereitet in Mainburg die relativ niedrige Betten-Auslastung. Sie sank von 66 Prozent im Jahr 2016 auf 65 Prozent in 2017. Die Geschäftsführung reagierte im November, indem sie die tatsächliche Bettenzahl von 108 auf 92 reduzierte.

Wie schon für die Kelheimer Goldberg-Klinik, hat Landratsamts-Geschäftsleiter Johann Auer dem Kreistag auch in Bezug auf Mainburg vorgestellt, was Ersatz der beiden Kliniken zugunsten eines Neubaus in der Landkreismitte bedeuten würde. Durch den Wegfall des Mainburger Hauses ergäbe sich zwar keine rechtlich kritische Unterversorgung, sprich: keine Gebiete, von denen aus man dann länger als 40 Auto-Minuten bis zum nächsten Krankenhaus fährt. Allerdings würde der Großraum Mainburg und somit der gesamte Landkreis-Süden zum Gebiet, das zwischen 20 und 40 Minuten von der nächsten Klinik entfernt ist. Die Variante „Ersatzneubau“ hat der Kreistag nahezu einstimmig abgelehnt. (hu)

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