MyMz
Anzeige

Wird Saaler Hafen Testareal für Drohnen?

Kelheims Landrat Martin Neumeyer will das Gebiet für ein Pilotprojekt beim Wirtschaftsministerium ins Gespräch bringen.
von Beate Weigert

  • Versuchsdrohnen für Häfen dürften wesentlich größer ausfallen, als diese Paket-Drohne der Deutschen Post. Landrat Martin Neumeyer will den Kelheim-Saaler Hafen für ein Pilotprojekt beim Wirtschaftsministerium ins Gesprächs bringen. Foto: Oliver Berg/dpa
  • Der Hafenzweckverband sähe gern den „Lückenschluss“ zwischen der Asylunterkunft in Affecking und dem jetzigen BLG-Gelände.Foto: Archiv/Weigert

Saal.Landrat Martin Neumeyer will den Häfen im Landkreis Kelheim auch künftig neue Einnahmequellen erschließen helfen. Möglicherweise könnten Drohnentransporter eine solche sein, informierte der Verbandsvorsitzende auf der kürzlichen Sitzung. Auf der Cebit habe er entsprechende Ideen gesammelt. Mit Herbert Engl, dem Geschäftsführer des Hafen-Zweckverbands (HZV) wolle er sich ans Wirtschaftsministerium wenden und den Kelheim-Saaler Hafen für ein mögliches Pilotprojekt ins Gespräch bringen.

Auf Nachfrage von Versammlungsmitglied Fritz Mathes, wie man sich solche Transportdrohnen konkret vorzustellen habe, entgegnete Neumeyer, dass man da noch sehr am Anfang stehe. Wenn es jedoch Chancen gebe, wolle man diese ergreifen und in Bezug auf neue Technik am Ball bleiben. „Irgendwo muss man solch neue Konzepte ja testen, in einem Riesenhafen geht das schlecht, wir wären da genau die Richtigen.“ Mit überschaubarem Test-Areal.

Auch Engl glaubt, dass Drohnen an Häfen künftig eine wesentliche Rolle zukommen könnte. In dieser Woche will er bei einem Treffen mit Geschäftsführern aller Häfen an Main und Donau mehr dazu erfahren.

Landrat Martin Neumeyer Foto: Weigert
Landrat Martin Neumeyer Foto: Weigert

„Löschwasser“ in Saaler Kläranlage

Auch in Sachen „Löschwasser“ gibt es Neues. Der Begriff mag ein wenig irreführend sein. Denn bei Engls Ausführungen zeigte sich, dass es eigentlich um „Waschwasser“ geht und wo es hin muss. EU-weit hätten Güterschiffer mittlerweile Anspruch darauf, dass ihr „Löschwasser“ in den Häfen angenommen wird.

Wenn ein Güterschiff mit Dünger ankommt und mit Weizen wiederabfahren will, muss die Ladefläche gereinigt werden, damit der Weizen nicht durch Rückstände verunreinigt wird. Zwei bis drei Tonnen „Löschwasser“ fielen dabei in der Regel an.Früher wurde dieses einfach in den Fluss geleitet. Das sei nun verboten.

Der HZV haben ein Abkommen mit der Saaler Kläranlage. Dort werde die eingeleitete Menge angemeldet und „dann zahlen wir unseren Obolus, wie jeder Hausanschluss auch“. Als glücklich erwies sich in dem Zusammenhang, dass das ganze Hafenbecken kanalisiert sei. Über ein Überlaufbecken gelange das vorgefilterte Spülwasser zur Kläranlage. Vor der kommenden Verbandssitzung will sich Landrat Neumeyer mit den Beiräten das Ganze zeigen lassen.

Neue Hafen-Grenzen

  • Als Formalie

    kündigte Hafen-Zweckverbands-Geschäftsführer Herbert Engl die Änderung der Verbandssatzung an. Konkret ging’s um die räumliche Ausdehnung. 2012 waren letztmals die Grenzen des Hafens Kelheim-Saal festgehalten worden. Durch neue Aktivitäten mussten diese nun aktualisiert werden. Laut dem Beschluss gehören künftig auch das Areal in Affecking, wo die von Hafen-Zweckverband (HZV) errichtete Asylunterkunft steht, dazu.

  • Gerne hätte der HZV

    auch drei angrenzende Grundstücke, die zwischen der Asylunterkunft und dem bereits jetzt von BLG (Autoflächen) genutzten Areal liegen, mit aufgenommen. Doch dies scheiterte 2016 an der Ablehnung der Stadt Kelheim (Anm. bezüglich Aufstellen eines Bebauungsplans).

  • Verbandsversammlungsmitglied Fritz Mathes

    wollte vor der Abstimmung wissen, ob man nicht in der Hafensatzung eine künftige mögliche Nutzung durch BLG ausschließen könne. Nein, entgegnete Engl. Zudem bliebe die Planungshoheit bei allen Flächen bei den betreffenden Kommunen.

  • Auch eine 2,5 Hektar

    große Dreiecksfläche hinter der Firma Fichtl im Saaler Gemeindegebiet, die bereits seit 2014 bewirtschaftet werde sowie 1,5 Hektar an der Brücke bei der B16-Abfahrt nahe der Saaler Kläranlage sind künftig Hafen-Gebiet. (re)

Ärgerlich sei für einige Betriebe im Hafen das Warten auf schnelles Internet, informierte Herbert Engl weiter. Versprochene hohe Übertragungsraten hätten sich verzögert. Dabei bedeute das „Pimpen“ der Geschwindigkeit keine großen baulichen Maßnahmen. Leerrohre seien vorhanden. Saals Bürgermeister Christian Nerb wusste mehr. Ihm habe man gestanden, dass man das Areal zwischenzeitlich „vergessen“ hatte. Auf Saaler Gebiet werde jedoch inzwischen jedoch gearbeitet. Bis Ende des Jahres sollen höhere Geschwindigkeiten nutzbar sein. Auch Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann wusste von einem „Auftrags-Stau“. Landrat Neumeyer bat darum, die betroffenen Firmen entsprechend zu informieren.

Wasserschaden in Asylunterkunft

Zur 2016 eröffneten Asylunterkunft wollte Beirat Sebastian Hobmaier wissen, wie viele Menschen aktuell dort wohnten und ob es Probleme gebe. Durch einen Wasserschaden im mittleren Gebäudeteil sei derzeit nicht alles bewohnbar, so Engl. Dies sei erst wieder in ein bis zwei Monaten der Fall. Die Kosten übernehme die Versicherung.

Aktuell lebten 70 bis 80 Menschen dort. Für maximal 156 Bewohner wurde der dreiteilige Bau errichtet. Realistisch belegbar seien jedoch 130 bis 140 Plätze. Neben Kleinigkeiten habe es mal einen Nachbarschaftsstreit gegeben, sagte Engl bezüglich Problemen. Der sei aber erledigt. Als Ansprechpartner seien täglich von 10 bis 16 Uhr ein Verwalter und ein Hausmeister in der Affeckinger Unterkunft.

Die Kosten für den Bau seien inzwischen abgerechnet: 3,609 Millionen Euro. Über den zwölfjährigen Mietvertrag mit der Regierung von Niederbayern komme das Geld wieder herein.

Zum Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) informierte Engl, dass nach den Fällungen im Befallsgebiet (wir berichteten) aktuell „keine Gefahr in Verzug“ sei. Da es nachts meist Frost gebe. Neue Funde habe es nicht gegeben. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass das Thema momentan „erledigt“ ist. Insgesamt werde das Gebiet um den Hafen nun vier Jahre lang beobachtet. Neue Fallen würden aufgestellt.

Versammlungsmitglied Peter-Michael Schmalz wollte wissen, ob es künftig neue Vorsorgemaßnahmen gebe. Engl verwies darauf, dass der ALB typischerweise über Holzpaletten „einwandere“. Die Landesanstalt für Landwirtschaft kontrolliere an der Grenze und an allen Betrieben. Zusätzliche Vorsorge hält er daher nicht für nötig. Zumal die Untersuchung ergeben habe, dass der Käfer wohl schon zehn Jahre hier war und in Richtung Donau oder Kelheimwinzer bislang nichts gefunden worden sei. Auch neu gepflanzte Wirtsbäume würden kontrolliert.

Mehr Aktuelles aus Saal lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht