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Künstler aus aller Welt in Auerkofen

Katalin Bereczki-Kossak hatte zum Symposium „Renaissance der Erde“ Künstler aus Europa, Asien, Südamerika und Afrika zu Gast.
von Roswitha Priller

Katalin Bereczki-Kossak erläutert das Friedenstor. Es wurde im Rahmen des Symposiums um viele Keramiktafeln von heimischen und internationalen Künstlern ergänzt. Foto: Priller
Katalin Bereczki-Kossak erläutert das Friedenstor. Es wurde im Rahmen des Symposiums um viele Keramiktafeln von heimischen und internationalen Künstlern ergänzt. Foto: Priller

Auerkofen.Zu einem Künstlertreffen ganz besonderer Art hat die in Puttenhausen lebende ungarische Keramikkünstlerin Katalin Bereczki-Kossak vergangene Woche nach Auerkofen geladen. Das Symposium lief unter dem Motto „Renaissance der Erde III“. Es war bereits das dritte Treffen dieser Art, das Bereczki-Kossak im Raum Mainburg angeboten hat. Über dreißig Künstler aus vier verschiedenen Kontinenten waren der Einladung von Bereczki-Kossak gefolgt.

Wie beim letzten Symposium im Jahr 2015 hatten wieder Ludwig und Johanna Kiermeier ihren zum Atelier umfunktionierten großen Stadel den Kreativen zur Verfügung gestellt. Den Besucher erwartet ein ganz besonderes Ambiente, wenn er das Anwesen der Kiermeiers in dem kleinen Weiler nahe Mainburg betritt. Hierhin hatte Initiatorin Bereczki-Kossak den Schaffensmittelpunkt für ihr Projekt „Renaissance der Erde III“ gelegt. „Alle Künstler können so am gleichen Ort ihrer Kreativität nachgehen. Das ist sehr inspirierend“, lobte Bereczki-Kossak die vorteilhafte räumliche Situation.

Bekannte und auch neue Gesichter

Wieder hatte es die Ungarin geschafft, Künstler unterschiedlichster Ausrichtung aus Europa, Asien, Südamerika und Afrika für ihr Welt-Projekt zu begeistern. Es waren bekannte, aber auch neue Gesichter dabei. „Wir sind inzwischen wie eine große Familie. Ich schaue immer, dass ich auch junge und neue Künstler zu meinem Treffen einlade“, sagte die Initiatorin. Sie besuche selbst regelmäßig Symposien und lerne dort viele Kreative kennen. Zudem habe sie die entsprechende Zahl an Sponsoren und auch Gastfamilien akquiriert, die für eine so große Aktion vonnöten sind.

Renaissance der Erde III

Alle gemeinsam beschäftigten sich in dieser kreativen Zeit mit der „Renaissance der Erde“ – sie wollen mit ihrer Kunst eine positive Botschaft in die Welt schicken. „Kunst gibt positive Energie.“, ist das Credo der Organisatorin. Das Friedenstor, das bereits 2015 auf dem Anwesen der Kiermeiers errichtet wurde, wurde im Rahmen des dritten Symposiums um einige Keramiktafeln erweitert und ergänzt. Neben den anwesenden Künstlern hatten auch die Gruppe Kunst sowie Landrat Martin Neumeyer und Bezirksrätin Hannelore Langwieser eigene Tafeln für das Tor gestaltet. „Das Friedenstor symbolisiert für mich eine offene Tür in die Welt.“, erklärte Bereczki-Kossak. Man könne von jeder Seite hindurchgehen, egal ob von West nach Ost oder von Ost nach West. Es sei nach oben geöffnet, um die Endlosigkeit des Universums zu symbolisieren und gleichzeitig die Verbindung von Irdischem und Himmlischem zu zeigen.

Kunst als gemeinsame Sprache

Im Atelier selbst herrschte rege Betriebsamkeit. Eine ganz besondere Atmosphäre lag in der Luft. Es knisterte sozusagen vor Inspiration und Kreativität. Und über allem spannte sich ein quasi babylonischer Teppich aus verschiedenen Sprachen. Auf Ungarisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Englisch wurden Techniken diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Gerade entstandene Werke wurden begutachtet und bewundert. Dass Kunst verbindet und eine gemeinsame Sprache darstellt, konnte man hier tatsächlich erfahren. Selbstverständlich wurden von den Kreativen auch Farben und Materialien geteilt. Es sei eine ganz besondere Erfahrung für sie, in Auerkofen dabei zu sein, erzählte die Inderin Rani Rekha aus Bangalore. Sie malt gerne indische Götter, die wie Engel anmuten. Für die Künstlerin war es zudem auch ihr erster Besuch in Deutschland.

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Zoltan Ludvig aus Ungarn ist Stammgast bei „Renaissance der Erde“. Er veranstaltet in Ungarn ebenfalls Symposien und Akademien für Künstler. „Symposien sind eine perfekte Möglichkeit, um unsere Werke in die Öffentlichkeit zu bringen.“, erklärte Bereczki-Kossak. Ludvigs Bilder, die in einer speziellen selbst entwickelten Technik gefertigt sind, zeigen oft einen roten Lebenskeim tief im Inneren einer Struktur. Seine Frau Klari und sein Sohn Daniel nahmen ebenfalls am Symposium teil. Neben Gemälden gab es Skulpturen und Montagen aus verschiedenen Materialien zu bewundern.

„Renaissance der Erde III“ fand seinen Abschluss mit einer großen Vernissage und der feierlichen Erweiterung des Friedenstors. In zwei bis drei Jahren soll es wieder eine Fortsetzung geben.

Interview mit Katalin Bereczki-Kossak:

Frau Bereczki-Kossak Was bedeutet Kunst für Sie?

Kunst ist eine allgemeinverständliche Sprache. Mit ihren Werken können Künstler ihre Botschaften in die Welt senden. Kunst befreit und setzt neue positive Energien frei – beim Künstler und beim Zuschauer. Kreativ zu sein gibt mir viel Kraft.

Welches Ziel hat ihr Symposium?

Der Friedensgedanke spielt eine große Rolle. Allein, dass so viele Künstler mit unterschiedlicher Herkunft miteinander kreativ sind, bedeutet für mich Frieden. Wir können sehr viel voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren.

Wie geht es mit dem Friedenstor weiter?

Das Friedenstor ist ein „unendliches“ Projekt, es soll immer weitergehen. Der Weg ist wichtig und nicht das Ziel.

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