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Trauer

Landrat a.D. Rudolf Faltermeier ist tot

Er starb wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag.

Landrat a.D. Rudolf Faltermeier ist tot

Kelheim. Landrat a.D. Rudolf Faltermeier, der Vater des jetzigen Landrates Dr. Hubert Faltermeier, ist tot. Am 12. Februar 1926 geboren, verstarb er wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag.

Elf Jahre lang leitete Rudolf Faltermeier die Geschicke des Landkreises Kelheim - und das in einer Zeit, in der bedeutende Entscheidungen anstanden und die Weichen für weitreichende Projekte gestellt werden mussten.

Ein Stück Landkreisgeschichte

Faltermeiers Leben ist ein Stück Landkreisgeschichte. Er selbst hatte Anteil an vielem, das auch heute noch aktuell ist: An der Einbindung und Gestaltung des Main-Donau-Kanals oder der Entstehung des Kelheimer Hafens beispielsweise. Dabei zeigte er Vorausblick, denn damit der Kanal sich harmonisch in die Landschaft einfügte, setzte er die Landschaftsplanung durch. Dass der Kanal heute so gut in seine Umgebung eingewachsen ist, ist also der Verwirklichung seiner Ideen zu verdanken. Die Gründung und der Aufbau der beiden Thermal-Zweckverbände Bad Abbach und Bad Gögging lagen ihm am Herzen.

Nach der Schulzeit trat der 14-jährige Rudolf Faltermeier eine Labor-Lehre in der damaligen „Zellstoff“ an. Die fiel in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und die Teilnahme daran blieb auch dem Jung-Laboranten nicht erspart, denn bevor der Krieg zu Ende ging, musste er noch 18 Monate als Soldat daran teilnehmen.

Zurückgekehrt in die Heimat und an seinen früheren Arbeitsplatz widmete er sich der Arbeit in Gewerkschaft und Betriebsrat. Das war letztlich dann auch der Einstieg in die Politik, denn fortan nahm er als SPD-Mitglied auch soziale und kommunalpolitische Aufgaben wahr. Hier erkannte er, dass es besonders bei der Eingliederung der Flüchtlinge viel zu tun gab. Um wieder ein normales Leben zu ermöglichen, mussten Wohnungen für die Heimatvertriebenen geschaffen werden. Die Tatsache, dass seine aus Breslau stammende Ehefrau Maria als Flüchtling nach Bayern gekommen war, gab ihm sicher auch das richtige Gefühl für die Belange der „Zuagroasten“.

Gründungsmitglied der Bau- und Siedlungsgenossenschaft

Er wurde Gründungsmitglied der Bau- und Siedlungsgenossenschaft, die den Wohnungssuchenden nach dem Krieg endlich eine eigene Bleibe verschaffte. Die Arbeit für die Genossenschaft durchzog wie ein roter Faden sein ganzes Leben. Seit 1952 gehörte er dem Aufsichtsrat an. Seit 1969 war er Vorstandsvorsitzender. Erst nach über 50 Jahren nahm er endgültigen Abschied von der Genossenschaft. In dieser Zeit waren über 600 Mietwohnungen erstellt worden.

Parallel dazu verlief seine politische Laufbahn. Seit 1956 war er Mitglied in Stadtrat und Kreistag Von 1962 bis 1966 war er Mitglied des Bayerischen Landtages. 1967 wurde er als Nachfolger des ins Kabinett einziehenden Landrats Josef Bauer zum Landrat des Landkreises Kelheim gewählt. Dieses Amt übte er bis 1978 aus. Dass er dann mit weniger als 100 Stimmen dem CSU-Kandidaten Kreitmeyr unterlag, war, wie er später oft betonte, längst verschmerzt, als sein Sohn Dr. Hubert Faltermeier 1992 an die Spitze des Landkreises Kelheim gewählt wurde.

Stolz auf seine beiden Söhne und Liebe und Zuneigung zu ihnen, ebenso wie zu seinen inzwischen erwachsenen Enkeln und deren Familien ließ ihn auch nach dem Tod seiner Ehefrau, die an seinem 80. Geburtstag verstarb, weiter Freude am Leben haben. Humor, Lebensweisheit und leise Selbstironie blieben ihm bis in seine letzten Lebenstage erhalten.

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