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Politik

Das wünschen sich die Wähler jetzt

62 251 Menschen machten im Landkreis Kelheim ihre Kreuzerl. Die MZ fing in einigen Wahllokalen die Stimmung der Menschen ein.
Von Julia Weidner

An der Landtagswahl ging in der Aventinus-Mittelschule in Abensberg kein Weg vorbei. Foto: Weidner
An der Landtagswahl ging in der Aventinus-Mittelschule in Abensberg kein Weg vorbei. Foto: Weidner

Kelheim.Den ersten Ansturm auf die Wahlkabinen in Bad Abbach gab es gegen 10 Uhr. Danach folgte wie in jedem Jahr die Mittagsflaute, erzählt Wahlhelfer Franz Leitner. Doch das war auch das Einzige, was an dieser Landtagswahl in Bayern traditionell ablief.

Zum ersten Mal seit langer Zeit zieht eine Partei rechts der CSU in den Landtag ein. „Hoffentlich wählen weniger Leute die AfD als bei der Bundestagswahl“, sagt Valerie Gericke. Sie gibt gegen 13.45 Uhr ihre Stimme in der Grundschule in Bad Abbach ab.

Anja Büglmeier aus Bad Abbach sagt: „Mit meiner Stimme will ich verhindern, dass die AfD an die Macht kommt.“
Anja Büglmeier aus Bad Abbach sagt: „Mit meiner Stimme will ich verhindern, dass die AfD an die Macht kommt.“

Anja Büglmeier wählt auch dort. Die 19-Jährige gibt zum ersten Mal ein Kreuzerl für den bayerischen Landtag ab. „Mit dem Großteil der Politik in Bayern bin ich zufrieden“, sagt sie. Anders sieht das Wolfgang Schwarz. Der 61-Jährige aus Bad Abbach wünscht sich von der zukünftigen Regierung „ein bisschen anderes Zeitgefühl“. „Die alten und kranken Menschen werden total vergessen“, findet Schwarz. Er selbst geht in zwei Jahren in Rente und hofft, dass in der Politik auch die ältere Generation ernst genommen wird. Gerade weil er mit der Landespolitik nicht zufrieden ist, sagt er: „Wer nicht zum Wählen geht, darf auch nicht schimpfen.“

Das sind die Wahlergebnisse aus dem Stimmkreis Kelheim:

Leere Wahlversprechen nerven

Michel Stark aus Teugn sagt: „Ich hoffe, dass unser Bayern demokratisch bleibt.“
Michel Stark aus Teugn sagt: „Ich hoffe, dass unser Bayern demokratisch bleibt.“

Michael Stark aus Teugn versucht den Spagat: „Ich will der Bundesregierung einen Denkzettel verpassen. Aber die Stimmungsmacher sollen daraus keinen Profit schlagen.“ Gerade würden CDU, CSU und SPD mehr gegeneinander als miteinander arbeiten, kritisiert der 32-Jährige. Andere Wähler aus Teugn wünschen sich von den Parteien wieder klare Positionen. „Die CSU soll konservativ sein, die Linken links“, fordern sie. Bei dem Werben um Wählerstimmen würden die Parteien vergessen, was sie eigentlich ausmacht. „Die CSU poltert immer gegen den Bund, aber am Ende stimmen die Abgeordneten trotzdem in der Fraktionsdisziplin ab“, ärgern sich die drei Wähler.

Nächste Station: Langquaid. Dort macht Katharina Blaha von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es ist ihre zweite Wahl nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr. „Früher war mir Politik gar nicht so wichtig, aber jetzt animiere ich meine Freunde“, sagt die 23-Jährige.

Martin Zeilnhofer aus Langquaid sagf: „Die Lehrersituation muss sich nach der Wahl verbessern.“
Martin Zeilnhofer aus Langquaid sagf: „Die Lehrersituation muss sich nach der Wahl verbessern.“

Martin Zeilhofer nennt es sogar eine Pflicht, wählen zu gehen. Der ehemalige Lehrer hofft, dass nach der Regierungsbildung im Bereich Bildung bald etwas geschieht. Außerdem setzt er sich für den Klimaschutz ein. „Wir waren schon einmal auf einem guten Weg bei den alternativen Energien, da müssen wir wieder hin“, sagt der 63-Jährige aus Langquaid. Für den 22-jährigen Tim Sedelmeier ist es das erste Mal, dass er den Landtag in Bayern wählen darf. Als er seine Stimme abgibt, hofft er auf seine Mitwähler: „Die Leute sollen nicht einfach enttäuscht wählen, sondern die Wahlprogramme durchlesen und sich danach entscheiden.“ Alexander Maier findet dagegen, dass Bayern 30 Jahre lange eine gute Regierung hatte: „Uns geht es doch gut, speziell uns in Bayern.“ Das würden zu viele Menschen vergessen.

Das Wahlrecht ist vielen wichtig

Ein 18-jähriger Siegenburger schließt sich dieser Meinung an. „Ich bin zufrieden mit der Regierung.“ Obwohl er sich selbst nicht als politisch beschrieben würde, findet er es wichtig, wählen zu gehen. Das große Problem für ihn vor dieser Wahl: „Extreme schreien lauter.“ Deswegen zähle jede Stimme. „Wer nicht wählen geht, kann sich nicht über die AfD aufregen“, sagt er. Weniger lamentieren, mehr handeln: Das wünschen sich auch Juliane und Siegfried Ziegler. Die beiden Siegenburger fordern von der neuen Regierung , dass die Bürokratie abnimmt. „Die EU-Vorschriften blockieren so vieles.“

Ein 37-jähriger Vater gibt gegen 16.30 Uhr in der Aventinus-Mittelschule in Abensberg seine Stimme ab. Er ist im großen und ganzen zufrieden mit der Regierung. „Nur weiter nach rechts sollte Bayern nicht rücken“, sagt er. Zwei Mütter fürchten sich schon am Nachmittag bei ihrer Stimmabgabe in Abensberg vor den ersten Hochrechnungen. „Wir werden wieder eine extreme Partei im Landtag haben“, sagen die 37-Jährigen. Sie haben aber nicht nur aus diesem Grund gestern ihre Kreuzerl gemacht. „Wählen gehen ist immer wichtig.“

Erfahren Sie mehr zur Landtagswahl:

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