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Fitness

Mehr Bewegung ist gut für die Schüler

Judotrainer Jürgen Öchsner bietet den Offenstettener Grundschülern eine besondere Sportstunde. Die haben sichtlich Spaß.
Von Wolfgang Abeltshauser

Mehrmals über eine solche Bank zu springen ist ganz schön anstrengend. Fotos: Abeltshauser
Mehrmals über eine solche Bank zu springen ist ganz schön anstrengend. Fotos: Abeltshauser

Abensberg.Die Kinder schlagen Purzelbäume. Sie springen über die Bänke, kriechen unter ihnen durch. Werfen Bälle gegen die Wand. Da läuft schon der eine oder andere Schweißtropfen. Trotzdem lachen alle. „Das macht total Spaß“, sagt Elina Scheugenpflug. Die besondere Sportstunde der Viertklässler in der Offenstettener Grundschule scheint also ihren Zweck zu erfüllen.

„Die Kinder sollen sich mehr bewegen“, sagt Schulleiterin Liane Köppl. Das ist ja ein wichtiger Vorsatz in diesen Tagen. Denn oftmals sitzen Kinder nur vor dem Computer oder spielen mit ihrem Mobiltelefon. Deshalb sei im neuen Lehrplan noch mehr Platz für die Bewegung vorgesehen als bisher.

Köppl schaut am Rande zu, während Jürgen Öchsner den Kindern die nächste Station des Parcours erklärt. Die Kleinen haben nicht nur eine besondere Sportstunde, sondern auch einen besonderen Lehrer. Genau genommen ist es gar keiner. Öchsner ist Judotrainer beim TSV Abensberg. Er kommt regelmäßig an die Schule, um den Kindern im differenzierten Sportunterricht Judo näherzubringen.

Anleihe aus dem Judosport

Jetzt geht es aber um etwas anderes. Die Kleinen sollen in den Übungen lernen, beweglicher zu werden. Geschicklichkeit und Orientierung sind weitere Stichworte. Erstmals bietet Öchsner den Schülerinnen und Schüler dieses Training an. Nicht nur die Viertklässler genießen es – sondern alle Jahrgangsstufen der Schule in Offenstetten. Es seien alternative Übungsformen, die auch im klassischen Judovereinstraining ihren Platz hätten. An denen findet auch Vinzenz Stöckl Gefallen. Für den kleinen Fußballer sind sie etwas Neues. Das Bälle Werfen hat es ihm besonders angetan.

Verschiedene Übungsformen

Vier verschiedene Übungen gibt es, die er und seine Klassenkameraden nacheinander absolvieren. Einmal müssen die Schüler nach einem Purzelbaum erst über eine Bank springen, danach unter ihr hindurchkriechen, um einen Medizinball herumlaufen, um danach zur nächsten Bank zu eilen. Bei der nächsten Übung wechseln sich Strecksprünge mit welchen über eine Bank ab. Weitspringen und Ballwerfen – jeweils aus dem Stand – gehören auch dazu.

Köppl blickt zufrieden auf die Szenerie. Gäbe es Öchsner und sein Spezialangebot an der Schule nicht, müsste sie vielleicht noch mehr Kollegen auf Fortbildungen schicken. Gebe es doch im neuen Lehrplan den Bereich „Rangeln und Raufen“.

Jürgen Öchsner machte jede Übung vor.
Jürgen Öchsner machte jede Übung vor.

Der MZ-Reporter staunt. „Ja – das heißt wirklich so“, betont die Schulleiterin. Es gehe darum, dass sich die Kinder mehr bewegen als es in der Schule bisher der Fall war. Das soll ohne Notendruck und Zensuren, die es im offiziellen Sportunterricht ja gibt, über die Bühne gehen. Und da passe das Angebot des Judotrainers sehr gut.

Der feuert seine Schützlinge auf Zeit gehörig an. Die wiederum lassen sich nicht zweimal bitten. Kämpfen um jede Sekunde. Ganz 0ohne Wettbewerb geht es dann doch nicht. Also stoppt der Coach an den ersten beiden Stationen die Zeit, misst bei den anderen beiden die erzielte Weite. Am Ende des Tages gibt es für die kleinen Sportler Urkunden als weiteren Ansporn.

Nicht ohne Hintergedanken

Selbstverständlich hat Öchsner das Ganze nicht ohne einen Hintergedankten organisiert. Was auch für das reguläre Judotraining gilt, das er wöchentlich für die Ganztagsschüler anbietet. Ähnliches macht der sportliche Leiter der Abensberger Judokas ebenso an der Abensberger Grundschule. Er ist ja auch nicht der einzige, der seinen Sport an den Schulen vorstellt. Klaus Werner – Chef der Schachspieler – kommt ebenso regelmäßig zu den Schülerinnen und Schülern.

Rangeln und Raufen

  • Jahrgangsstufe:

    Das Sportangebot „Rangeln und Raufen“ sieht der neue Grundschullehrplan für die zweiten bis vierten Klassen vor.

  • Inhalt:

    Die Kinder sollen sich spielerisch bewegen. Zum Beispiel versuchen, sich gegenseitig einen Ball aus der Hand zu reißen. Oder sie sollen auf einem Bein stehend versuchen, sich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Gegenseitige Rücksichtnahme sei wichtig. (wo)

Wie er hofft Öchsner darauf, dass die Kinder Spaß daran finden. Und eines Tages beim regulären Vereinstraining auftauchen. Den einen oder anderen kleinen Sportler habe er auf diese Weise auch schon geködert. Es ist also die Mühe wert, den Grundschülern Sport und Bewegung näherzubringen.

Elina Scheugenpflug hat Judo noch nicht ausprobiert. Gut möglich, dass Öchsner bei ihr auch keine Chance hat. Denn immerhin schwingt die Zehnjährige den Tennisschläger, schwimmt und turnt auch noch.

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