MyMz
Anzeige

Barrieretest

Der Hundertwasser-Turm ist (fast) spitze

Das Hundertwasser-Kunstwerk ist für Abensberg so was wie der Eiffelturm für Paris. Aber ist er auch barrierefrei? Ein Test
Von den mittendrin!-Reportern Roswitha, Stefan, Martin, Sabrina und Daniel

Den Turm des weltberühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasserund die zugehörige Brauerei haben die „mittendrin“-Reporter getestet: Wie können Menschen mit Handicap eine Führung nutzen?
Den Turm des weltberühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasserund die zugehörige Brauerei haben die „mittendrin“-Reporter getestet: Wie können Menschen mit Handicap eine Führung nutzen? Foto: mittendrin!

Abensberg.Seit seiner Eröffnung 2010 gehört der Hundertwasser-Turm der Brauerei Kuchlbauer zu Abensberg wie der Eiffelturm zu Paris. Aber sind die Brauerei und der Turm denn auch barrierefrei? Das haben wir mittendrin!-Reporter getestet.

Bei der Ankunft wurden wir freundlich begrüßt und bekamen den Ablauf erklärt. Als erstes stand die Brauereiführung auf dem Plan. Bei der ging es ganz inklusiv zu: die mittendrin!-Reporter inmitten anderer Gäste aus Passau und München. Gästeführer Robert half gleich bei kleinen Schwierigkeiten am Drehkreuz am Startpunkt der Tour. Sie begann mit einem kurzen Begrüßungsvideo mit dem Chef der Brauerei, Leonhard Salleck.

Dann ging es, einer „Kunstspur“ folgend, durch den Betrieb. Dabei erfuhren wir, dass der Brauerei Kuchlbauer, die 1300 erstmals urkundlich erwähnt wurde, Regionalität sehr wichtig ist. In Abensberg werden die „obergärigen“ Biere gebraut und in Schierling die „untergärigen“. Insgesamt 100 000 Hektoliter Bier im Jahr! Sie haben Namen wie „alte Liebe“ oder „Sportsfreund“. Und seit der Eröffnung des Turmes gibt es auch die „Turmweiße“.

In der Brauerei arbeiten 42 Angestellte und bei der Bierwelt 40 Angestellte. Früher, in den 1950er Jahren, haben vor allem wurden vermehrt Frauen bei der Flaschenfüllung eingesetzt. Bei der Führung wurde auch erklärt, warum: Frauen haben beständig die gleiche Arbeitsleistung erbracht. Bei männlichen Angestellten hat man nachmittags um vier gemerkt, dass manche andere „Flasche“ auch schon voll war…

Nach der Bier-Führung ging es weiter mit der Kunst-Führung. Die hat uns anfangs der „Weißbierzwerg von Abensberg“ erklärt. Wir haben das berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci angeschaut: „Das letzte Abendmahl“. Es ist als Nachbildung im ehemaligen Eiskeller der Brauerei zu sehen.

Die Weißbierzwerge, die den Turm bewohnen, erklärten uns dann, wie das Bierbrauen funktioniert. Danach waren alle Teilnehmer „Braumeister“ und hatten sich die Urkunde als „Weißbierkenner“ redlich verdient. Die Führung endet am 35 Meter hohen Turm, den der Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen hat. Der Grundstein wurde am 23. April 2007 gelegt – am Tag des Bieres. Wir haben noch einige interessante Informationen zum Turm bekommen, bevor wir auf den Turm hinaufstiegen.

Oben angekommen, waren wir uns einig: Es war sehr schön und interessant! Die Mitarbeiter der Bierwelt waren alle freundlich und bereit zu helfen. Bei der Führung wurde stets gewartet bis wieder alle Besucher im gleichen Raum waren. Leider geht die Brauereiführung durch alte Gebäude – die sind nicht barrierefrei für Rollstuhlfahrer. Auch Menschen mit Gehbehinderung tun sich bei den vielen Stufen schwer. Der Turm hat einen Aufzug. So ist er für alle Besucher zugänglich. Nur leider geht der Aufzug nicht bis ganz nach oben, was vermutlich baulich nicht anders zu lösen war.

Für den Abstieg haben wir den Aufzug getestet – und unten dann auch das Bier! Das ließen wir uns, mit einer Brezn, schmecken. Ganz nach einem Ausspruch von Schwester Doris, der Braumeisterin der Mallersdorfer Klosterbrauerei, den wir in der „Bierapotheke“ der Brauerei gefunden haben: „Bier is g’sund – so lang ma’s net sauft.“

Die „Bierwelt“ in Abensberg

  • Eintrittspreise

    Erwachsene zahlen zwölf Euro, Kinder zwischen 6 und 15 Jahren zahlen fünf Euro (bis zu fünf Jahren ist der Eintritt frei). Schüler, Studenten, Jugendliche von 16 - 17 Jahre zahlen acht Euro, und Rentner und Schwerbehinderte 10,50 Euro. Im Preis enthalten ist die Urkunde und eine Bierverkostung (0,5-Liter-Getränk und Breze)

  • Gruppen sollten vorab eine Führung reservieren. Führungszeiten sind auf der Homepage zu finden.

  • Menschen mit Behinderung

    Rollstuhlfahrer können nur bis zur Aussichtsterrasse im Turm fahren und an der Bierprobe teilnehmen. Der Eintritt ist für sie frei, die Bierverkostung kostet 3,50 Euro.

  • Eine behindertengerechte Toilette gibt es ebenerdig am Turm.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht