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Interview

Irmgard Badura tritt ein für Behinderte

„Menschen mit Lernschwierigkeiten sollen in die Politik“, sagt Bayerns Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Gespräch mit mittendrin!-Reportern

Frau Badura, worin besteht Ihre Aufgabe als Behindertenbeauftragte? Wie können wir uns Ihre Arbeit vorstellen?

Ich berate Politiker und die Menschen, die für sie arbeiten. Ich berate sie, was Menschen mit Behinderung brauchen. Zum Beispiel, wenn ein neues Gesetz geschrieben wird. Oder, wenn ein altes geändert wird. Selber darf ich aber nichts ändern oder neu machen. Ich habe ein Büro in München, bin aber viel in Bayern unterwegs. Erst neulich war ich auf der BR-Radltour auch in Kelheim.

Für die Landtagswahl gibt es die Info-Broschüre „Einfach wählen gehen!“, die Sie uns heute mitgebracht haben. Was ist das Besondere an der Broschüre?

Die Broschüre ist in „Leichter Sprache“ geschrieben. Das ist ein Fachbegriff für eine Sprache, die einfach und leicht verständlich ist. Das erleichtert Menschen mit Lernschwierigkeiten das Verstehen. Die Broschüre geht weg wie warme Semmeln. Das zeigt deutlich, dass sich viele Menschen eine einfachere Sprache wünschen!

Derzeit können noch nicht alle Menschen. Wer darf nicht wählen und warum?

Ausgeschlossen vom Wahlrecht sind Menschen, die einen Betreuer für die Besorgung all ihrer Angelegenheiten haben. Das betrifft teilweise auch Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung. Inzwischen wird auf Wunsch vieler Betroffener lieber der Begriff „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ verwendet.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ich denke, Menschen mit Lernschwierigkeiten dürfen nicht einfach ihr Wahlrecht verlieren, weil sie im Leben viel Hilfe brauchen. Das finde ich ganz wichtig. Und das muss sich auch ändern!

Können Sie sich vorstellen, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten in der Politik tätig sind?

Ja, Menschen mit Lernschwierigkeiten sollten auch selber in der Politik aktiv sein können. Egal, ob im Heimatort, für Bayern oder für ganz Deutschland. Sie sollten Mitglied einer Partei sein können und Ämter in der Politik haben können.

Für das Interview zeichnen verantwortlich Stefan Seeligmann, Franziska

Lindner, Gerald Lorenz und Anna Prüglmeier

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