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Politik

Wahlprogramme entschlüsselt

Die Veranstaltung „Einfach wählen gehen“ in Offenstetten stieß auf reges Interesse. Für Politiker wird die Leichte Sprache künftig von großer Bedeutung sein.
Von den Mittendrin!-Reportern Petra Ellert, Sabine Brandl-Steiger,

  • Die Gesprächsteilnehmer: (v.li.) Edmund Klingshirn, Richard Zieglmeier (Grüne), Edith Stocker, Albert Steber, Dr. Andreas Fischer (FDP), Peter-Michael Schmalz (ÖDP), Johanna Werner-Muggendorfer (SPD), Irmgard Badura, Harald Hillebrand (FW) und Martin Neumeyer (CSU). Fotos: Mittendrin!-Team
  • Die Gesprächsteilnehmer: (v.li.) Edmund Klingshirn, Richard Zieglmeier (Grüne), Edith Stocker, Albert Steber, Dr. Andreas Fischer (FDP), Peter-Michael Schmalz (ÖDP), Johanna Werner-Muggendorfer (SPD), Irmgard Badura, Harald Hillebrand (FW) und Martin Neumeyer (CSU). Fotos: Mittendrin!-Team

Offenstetten. Mittlerweile entstehen an vielen Orten in Bayern sogenannte „Inklusionsbüros“. So auch in Kelheim das „Inklusionsbüro für Alle“, ein von der Aktion Mensch gefördertes Projekt der Katholischen Jugendfürsorge. Das Büro gehört zur Offenen Behindertenarbeit (OBA) im Landkreis Kelheim. Die mittendrin!-Reporter führen für das Büro Beratungen und Tests zur Barrierefreiheit durch. Kurz vor den Wahlen steht die Politik auf dem Prüfstand. Auch Sprache kann eine Barriere sein und deshalb haben wir die Parteiprogramme einem Test unterzogen!

In Zusammenarbeit mit Edmund Klingshirn, dem Behindertenbeauftragten für den Landkreis Kelheim, entstand die Idee zu der Info-Veranstaltung „Einfach wählen gehen!“.

Sechs Politiker aus der Region stellten im Cabrizio ihre Wahlprogramme in Einfacher Sprache vor. Edith Stocker, die Leiterin der OBA, empfing die Gäste. Irmgard Badura und Edmund Klingshirn sprachen die Grußworte und die Moderation der Veranstaltung übernahm Albert Steber. Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse, und aus dem Publikum kamen viele interessante Fragen. . Zum Abschluss führten die mittendrin!-Reporter eine Meinungsumfrage bei den Besucherinnen und Besuchern durch.

„Diese einfache, verständliche Politik-Darstellung ist für sehr viele Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung. Ich meine: Das wird zukünftig noch mehr Beachtung finden müssen“, sagte Behindertenbeauftragter Edmund Klingshirn.

Martin Neumeyer, CSU:
„Wir sind die Volkspartei“

Heimatverbundenheit und innere Sicherheit sind Kennzeichen der CSU. Eine starke Wirtschaft garantiert soziale Sicherheit. Die Freiheit aller wird durch Gesetze geregelt. Integration und Barrierefreiheit sind wichtige Punkte. Gemeinsam mit Marion Huber-Schallner wurde vieles umgesetzt, zum Beispiel die Absenkung der Bürgersteige in Abensberg. Zur nächsten Wahl soll es ein Parteiprogramm in Leichter Sprache geben.

Johanna Werner-Muggendorfer, SPD: „Starksein für die Schwachen“

Die SPD steht für soziale Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen die gleichen Chancen haben. Die Politik muss sich einmischen und Anreize schaffen, damit zum Beispiel mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. Kinder sollen alle in die gleiche Schulen gehen, ob mit oder ohne Behinderung. Alle Menschen sollen selbst entscheiden, wo und mit wem sie wohnen möchten. Die SPD hat auch ein Wahlprogramm in Leichter Sprache geschrieben.

Dr. Andreas Fischer, FDP:
„Es gibt zu viel, was verboten ist“

Im Mittelpunkt stehen bei der FDP die persönliche Freiheit und der Abbau von unnötigen Gesetzen. Als Beispiel nennt er die Vielzahl an Vorschriften bei einem Hausbau. Man muss auch die Sprache der Gesetze vereinfachen, damit sie jeder verstehen kann. Barrierefreiheit ist ein wichtiges Ziel, zum Beispiel durch den Bau des neuen Landratsamts. Der Einsatz für die Region ist sehr wichtig, da Bayern das schönste Land der Erde ist.

Richard Zieglmeier, Grüne:
„Bewerbt Euch in die Politik!“

„Bitte bewerbt Euch in die Politik, da dann Sachen schneller gehen!“ Die Grünen stehen für Umweltschutz, Energiewende und Bio-Landwirtschaft. Inklusion ist ein wichtiger Punkt im Wahlprogramm. Der Begriff meint, dass Menschen mit Behinderung überall hingehören. In der Politik können sie vieles bewirken. Als Beispiel nennt er Marion Huber-Schallner, Stadträtin und Rollifahrerin aus Abensberg. Die Grünen haben ein Wahlprogramm in Leichter Sprache.

Harald Hillebrand, Freie Wähler:
„Der Mensch im Mittelpunkt!“

Die Freien Wähler treten ein für gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land. Dazu gehört auch der Ausbau von schnellen Internetverbindungen auf dem Land. Auch in die Bildung und in erneuerbare Energien soll mehr investiert werden. Wichtig ist, miteinander zu sprechen, um gemeinsam zu Lösungen zu kommen.

Peter-Michael Schmalz, ÖDP:
„Das Wunder Erde bewahren!“

Naturschutz und der Erhalt des Lebens stehen im Parteiprogramm an erster Stelle. ÖDP heißt „Ökologisch demokratische Partei“. Die Ökologie ist die Lehre vom Naturhaushalt. Kleine Kinder sollen die ersten drei Jahre in der Familie bleiben und Mütter sollen bei der Rente bessergestellt werden.

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