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Bürgermeister forscht über alte Bäume

Der Kreisfachberater würde erlauben, in Siegenburg die Axt anzusetzen. Abmachungen von vor 30 Jahren könnten es verhindern.
von Wolfgang Abeltshauser

Die Bäume beim Friedhofseingang könnten gefällt werden.
Die Bäume beim Friedhofseingang könnten gefällt werden.Foto: Abeltshauser

Siegenburg.Bis in den Herbst hinein werden die Bäume beim alten Friedhof und beim Friedhofsweg auf alle Fälle noch stehen bleiben. Derzeit ist Siegenburgs Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier auf Recherche in alten Flurbereinigungsunterlagen. Dort soll – so sage es sein Vorgänger – festgeschrieben sein, dass seinerzeit gepflanzte Bäume nicht gefällt werden dürfen. Rein fachlich könne sich Kreisfachberater Franz Nadler vorstellen, die Säge anzusetzen. Wenn Ersatzpflanzen in den Boden kommen. Jedoch haben Bäume ab März erst einmal Ruhe.

Mehrfach im Gemeinderat

Wir erinnern uns: Bereits mehrfach waren Bürgerwünsche im Gemeinderat Thema. Die Siegenburger hatten Bäume beim alten Friedhof und beim Friedhofsweg im Blick. Sie sorgen für Arbeit – weil viel Laub auf den Straßen zurückbleibe. Deshalb sollen die Pflanzen weg – oder zumindest durch welche ersetzt werden, die pflegeleichter sind. Im Februar hatte Bürgermeister Bergermeier das Thema erneut auf der Tagesordnung. Weil er erneut mit Kreisfachberater Nadler Kontakt hatte, nachdem sich das Gremium einfach nicht einig werden wollte, was denn nun geschehen solle. Jedoch holte Helmut Meichelböck die Gemeindeordnung hervor. In der steht, dass der Bürgermeister Routine-Angelegenheiten selber entscheiden könne. Da müsse nicht der Rat mitreden. Der habe Wichtigeres zu entscheiden. Nachdem per Abstimmung die meisten Räte Meichelböck Recht gaben, setzte Bergermeier den Punkt ab.

Er werde – so sagte er es unserem Medienhaus auf Nachfrage – den Punkt während seiner Amtszeit auch nicht mehr auf den Ratstisch legen. Er sehe die Abstimmung als Grundsatzentscheidung an. Im Gespräch mit unserem Medienhaus berichtet Bergermeier von Ratschlägen des Fachberaters. So könnten in dessen Augen die Rothdorne beim Eingang zum alten Friedhof verschwinden. Auch die Ahorn-Bäume auf dem Friedhofsweg. Statt derer könnte sich der Experte Vogelkirschen dort vorstellen.

Räte sind wohl ganz froh..

Der Bürgermeister glaubt, dass die Gemeinderäte ganz froh sind, sich mit dieser Frage jetzt nicht mehr befassen zu müssen. Denn es seien immer schwierige Entscheidungen. Dies sei – so denkt er – wohl auch der Hintergrund dafür, auf einmal die Gemeindeordnung hervorzuholen.

Bergermeier würde sich an die Ratschläge halten. Allerdings will er erst einmal herausfinden, welche Festlegungen beim Jahrzehnte alten Flurbereinigungsverfahren beschlossen worden sind. Wenn dort festgeschrieben ist, dass die Bäume 30 Jahre stehen bleiben müssen, sei daran nicht zur rütteln. Der Bürgermeister brauche aber Zeit, um das herausgefunden zu haben. Ab März dürfen jedoch Bäume nicht mehr beschnitten werden. Diese Frist läuft bis Ende Oktober. Also wird frühestens im November die Axt angelegt. Die Geschichte ist also nach wie vor noch nicht zu Ende..

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