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Langquaids Storch kann kommen: Am Haus der Begegnung erwartet ihn ein frisch gemachtes Nest mit gesicherter Nahversorgung.

Parteiübergreifende „beste Wünsche“ legten Bürgermeister Blascheck (li.) und Umweltreferent Schmalz in den neuen Horst.
Parteiübergreifende „beste Wünsche“ legten Bürgermeister Blascheck (li.) und Umweltreferent Schmalz in den neuen Horst. Foto: Heinz Ehrsam

Langquaid.Über Jugendtreff und Eltern-Kind-Gruppe wacht künftig der Storch: Auf dem Dach des „Hauses der Begegnung“ thront jetzt der Horst, auf dem es sich Meister Adebar gemütlich machen kann. In einem fünfstündigen Finale ging der Umzug vom Hotel Post über die Bühne.

Die Vorbereitungen dauerten indes länger, schildert der Umweltreferent der Marktgemeinde, Peter-Michael Schmalz, der Ende 2016 von Bürgermeister Herbert Blascheck mit der Mission „Umzug“ betraut worden war, angesichts der ungewissen Zukunft des noch nicht abgebrochenen Teils des Hotels Post und der dortigen Baustelle. Bis Anfang Februar sollte der Umzug allerdings über die Bühne sein; die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt gab dafür binnen kürzester Zeit grünes Licht, lobt Schmalz.

Freie Sicht und lange Startbahn

Baulich seien handwerkliche und naturschutzfachliche Ansprüche zu berücksichtigen gewesen, schildert Schmalz, der auch Kreisvorsitzender beim Landesbund für Vogelschutz ist: „So musste zum Beispiel der neue Horst so platziert werden, dass die Altvögel auch weiterhin einen freien Blick auf ihr Hauptnahrungsgebiet, das nahe Laabertal, haben. Auch war zu berücksichtigen, dass künftige flügge Jungvögel für ihren ersten Ausflug eine genügend lange freie Startbahn haben“. Und sturmfest sollte der neue „Thron“ natürlich sein“.

Gründliche Voruntersuchungen am alten und am neuen Standort gingen der Umzugsaktion voraus.
Gründliche Voruntersuchungen am alten und am neuen Standort gingen der Umzugsaktion voraus. Fotos: P.-M. Schmalz, Heinz Ehrsam, Rudi Auer

All dies beriet er mit der frühere Langquaider Bauhofleiter und Horstbetreuer Hermann Wittmann, der den alten Horst vor 29 Jahren gebaut und montiert hatte, der Wildenberger Sebastian Kellerer, der für den LBV seit rund 30 Jahren schon viele Storchenhorste gebaut und saniert hat, sowie Zimmerermeister Michael Hübner aus Langquaid. Man einigte sich auf einen Standort in der Längsmitte des Hauses der Begegnung und rund einen Meter unterhalb des Giebels, jenseits des Marktplatzes. Vom alten Horst erwiesen sich die der stählerne Nestkorb sowie die darunterliegende Blech“bettpfanne“ als wiederverwendbar. Freilich erst nach einer gründlichen Reinigung und Sanierung.

Mit Hilfe der Langquaider Feuerwehr-Drehleiter, gesteuert von Maschinist Martin Streit, sowie von Statiker Martin Huber aus Mainburg wurden die Gegebenheiten am alten und Voraussetzungen am neuen Standort erkundet. Denn „das Storchenpaar baut jedes Jahr neues Nistmaterial auf das alte darüber – da kommen nach wenigen Jahren Dachlasten von 600 Kilo und mehr zusammen“, die auch bei Sturm sicher verankert sein müssten, erklärt Schmalz: entscheidende Parameter für die zusätzliche Dachversteifung und das Fundament des Trägermasten am neuen Standort.

Auch galt herauszufinden, wie der Horst am einfachsten und sichersten von seiner alten Befestigung zu lösen und herunter zu heben sei. Zimmerer Hübner entschied sich für ein Absägen des Trägermasts.

Der Horst bei der Abmontage am alten Standort
Der Horst bei der Abmontage am alten Standort Fotos: P.-M. Schmalz, Heinz Ehrsam, Rudi Auer

Das Finale, Ende Januar, war „actionreich“, schildert der Umweltreferent; Drehleiter und ein Kranwagen waren mit im Einsatz. Von der Drehleiter-Kanzel aus montierte Zimmerer Hübner die Stahlrad-Konstruktion des Horstes am alten Standort ab; der Kranwagen ließ sie zu Boden schweben.

Die Saubermacher: Das Bauhofteam reinigte die Nistkonstruktion und sanierte sie.
Die Saubermacher: Das Bauhofteam reinigte die Nistkonstruktion und sanierte sie. Fotos: P.-M. Schmalz, Heinz Ehrsam, Rudi Auer

Im Bauhof wartete schon das dortige Team, um das Konstrukt dort einer zügigen Generalsanierung zu unterziehen: Rudi Auer, Georg Blümel, Anderl Brem, Franz Gabriel, Erich Leuschner, Günther Rußwurm und Valentin Walter machte sich voll Elan an die Arbeit. „Mit Begeisterung wurde geschabt, geschraubt, gehämmert, dampfgestrahlt, Stahl-Gewinde geschnitten, gesägt: Jeder wollte für Familie Storch persönlich etwas Gutes tun“, schildert Schmalz.

Neuer Stahlträger als Unterbau

So musste der Horst von altem Nistmaterial befreit, zerlegt und gereinigt werden. Einige Bauhofmitarbeiter richteten einen neuen Träger-Masten her, bauten ihn mit dem großen Schmutzfang zusammen und brachten ihn zur Montage ans Haus der Begegnung, wo er mit Drehleiter und Hebekran montiert wurde.

Showdown am Haus der Begegnung: Der Horst schwebt an den neuen Standort.
Showdown am Haus der Begegnung: Der Horst schwebt an den neuen Standort. Fotos: P.-M. Schmalz, Heinz Ehrsam, Rudi Auer

Der generalsanierte und mit frischer Brutunterlage aufgepeppte Stahl-Brutkorb wurde ebenfalls in den Hinterhof von Rathaus und Haus der Begegnung gefahren. Vor dem Hinaufheben auf das Dach gaben ÖDP-Rat Schmalz und CSU-Bürgermeister Blascheck noch „ihre besten Wünsche für ein auch künftig fruchtbares Wirken von Familie Storch in Langquaid in die Nestmulde“ – dann hievte Matthäus Faltermeier mit seinem Kranwagen den Horst aufs Dach. Aus der Feuerwehrdrehleiter heraus befestigte Zimmerer Hübner den Brutkorb und dichtete das Dach fachmännisch ab.

„Nach fünf Stunden Außeneinsatz bei minus sechs Grad“ war der Umzug vom Hotel Post auf das benachbarte Mehrgenerationenhaus schließlich vollendet. Abschließend dankte Peter-Michael Schmalz allen Beteiligten „für dieses vorbildliche Gemeinschaftswerk“.

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