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Hochwasser

Neue Probleme mit Hochwasser

6,3 Millionen Euro wurden in den letzten Jahren für den Schutz von Hienheim, Irnsing, Marching und Bad Gögging investiert.
Von Jochen Dannenberg

Eine der letzten großen Maßnahmen beim Hochwasserschutz war der Bau von Schutzmauern an der Abens in Bad Gögging. Künftig wird es auch um die Abwehr von Gefahren durch Starkregen gehen. Foto: Dannenberg
Eine der letzten großen Maßnahmen beim Hochwasserschutz war der Bau von Schutzmauern an der Abens in Bad Gögging. Künftig wird es auch um die Abwehr von Gefahren durch Starkregen gehen. Foto: Dannenberg

Neustadt.Kein anderes Ereignis hat Neustadt in jüngerer Zeit beeinflusst wie das Pfingsthochwasser 1999. Obwohl es fast 20 Jahre her ist, beschäftigt es die Stadt und ihre Bürger noch immer. Für die neuen Schutzmaßnahmen, die seither in Hienheim, Irnsing, Marching und zuletzt Bad Gögging umgesetzt wurden, wurden rund 6,3 Millionen Euro aufgewendet. 2,6 Millionen Euro dieser Summe kamen dabei aus dem Neustädter Haushalt.

Dabei, so scheint es, sind derzeit nicht mehr die Überschwemmungen durch die Donau oder die Abens das Problem. Das zeigte sich in diesem Sommer. „Aus gefahrentechnischer Sicht war das Kalenderjahr 2017 ein ruhiges Jahr“, sagt Bernhard Rieger, dritter Bürgermeister und Hochwasserspezialist. Zweimalig gab es im Sommer an der Donau höhere Pegelstände. „Diese waren aber mit etwa 5,80 Meter am Pegel Neustadt jeweils unter 6 Metern verblieben und auch unter den Werten, bei denen in Neustadt die Aktivitäten beginnen.“ Der neue Hochwasserdeich in Hienheim muss also noch auf seine erste Bewährungsprobe warten.

Weiter sagt Bernhard Rieger: „Ich hatte mir Ende Juli um Mitternacht beim Pegelhöchststand in Hienheim die Situation vor Ort angesehen, um einen persönlichen Eindruck zu erhalten.“ Lediglich der Biergarten in Eining war geräumt worden; das Hochwasser war vom Deich in Hienheim noch mehr als 50 Meter entfernt.

1,6 Millionen Euro

  • Bad Gögging ist

    nun für ein hundertjährliches Abens-Hochwasser im Zusammenspiel mit einem einjährlichen Donauhochwasser geschützt.

  • 1,6 Millionen Euro

    sind dafür vom Freistaat Bayern und der Stadt Neustadt investiert worden.

Unterdessen gibt es neue Probleme: In den vergangenen Jahren sind in Neustadt wiederholt Starkregenfälle ins Bewusstsein der Bürger gerückt. „Mit dem Ereignis in Simbach am Inn im Mai/Juni 2016 hat sich eine neue Gefahrensituation aufgetan und das Problem wurde bundesweit bekannt“, erinnert der dritte Bürgermeister. „Dort sind selbstverständlich wesentlich höhere Schäden zu beklagen, Verletzte und auch Tote. Aber das Ereignis in Simbach zeigt auch, dass es für solche Situationen keinen zeitlichen Maßnahmenplan gibt, weil das Ereignis über die betroffene Region buchstäblich hereinbricht.“ Anders bei einem Donauhochwasser: Da kann bis zu zwei Tage vorher die Gefahrenabwehr organisiert werden.

In Neustadt waren erstmals im Sommer 2011 größere Schäden durch drei Starkregenereignisse registriert worden, überwiegend die Wohngebiete in Neustadt-Süd waren betroffen. Große Schäden waren auch in Mühlhausen und Hienheim eingetreten. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde dieses Problem in die Maßnahme einbezogen und Rückhaltebecken in Mühlhausen geplant und teilweise bereits umgesetzt.

Weiterer Jahresrückblick:

Das passierte im Jahr 2017 im Landkreis Kelheim

„In Hienheim ist man bemüht, die Gefahrenfelder im Westertal zu beseitigen. Dort sind in den letzten Jahren viele Holzlagerstätten entstanden, die bei einem Starkregen – ähnlich wie in Simbach – zu einer großen Gefahr werden können“, sagt Bernhard Rieger. Das Problem: Oft ist eine Verklausung der Abflüsse die Folge und für die unterliegenden Wohnbereiche können mitgerissene Bäume, Äste, Hölzer und sonstiger Unrat zur großen Gefahr für Leib und Leben werden. Rieger lobt: „Hier haben sich die beiden örtlichen Stadträte Sebastian Rosenhammer und Alois Schweiger hervorragend eingebracht und mitgewirkt, dass in einem Zeitraum von zwei Jahren die Holzlagerstätten im Gefahrenbereich entfernt werden.“

In Bad Gögging soll 2018 die Flutmulde nordöstlich des Hotels Monarch umgesetzt werden, das im Hochwasserfall das frei fließende Wasser aus dem Bereich Erlgraben und Heiligenstadt wieder in die Abens zurückführt. Daneben wird der nördliche Teil von Heiligenstadt durch eine Geländemodellierung geschützt werden.

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