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Motorsport

Rennfieber grassiert wieder in der Stadt

„Internationales Ratisbona Bergrennen“ mit Beiträgen von einstigen Kameramännern läuft im Kelheimer Kino. Ex-Rennfahrer Mansdorfer erinnert sich.
Von Elfi Bachmeier-Fausten, MZ

  • Stadtarchivar Dr. Wolf-Heinrich Kulke zeigt Programmhefte und Willi Mansdorfer (rechts) den neuen Film und einen seiner Pokale. Foto :Bachmeier-Fausten
  • Fritz Mathes sen. ehrt Sepp Greger. Foto: Mansdorfer sen.
  • Christoph Gaßner digitalisierte. Foto: Bachmeier-Fausten
  • Treffen zur ersten Vorführung Foto: Gaßner

Kelheim.Die Zeit der Bergrennen in Kelheim ist lange vorbei – und trotzdem erinnern sich viele in der Region an die Großveranstaltungen des Motorsports in Kelheim. Im Frühjahr 1924 war das erste Rennen mit Motorrädern, damals ging es der Geschichte nach Richtung Befreiungshalle. Die MZ berichtete, dass von 1926 bis 1938 Profi-Fahrer aus ganz Deutschland an den Ratisbona Bergrennen teilnahmen. 1949 fand das erste Rennen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Dann folgte eine längere Pause. Ab 1961 bis 1981 wurde im zweijährigen Turnus ein Ratisbona Bergrennen ausgetragen. Der 57-jährige Ihrlersteiner Kaufmann Willi Mansdorfer, ein einstiger Kelheimer, ging selbst viermal an den Start.

Viermal mitgefahren

Als Kind war er unter den Zuschauern, und „sobald ich den Führerschein hatte, bin ich mitgefahren“. Das war von 1973 bis 1979 der Fall – zweimal mit einem BMW 2002 und danach zweimal mit einem Porsche Carrera. Mit dem BMW kam Willi Mansdorfer einmal auf Platz zwei und einmal auf Rang drei. Mit dem Porsche wurde er „immer Zweiter“. Ein Teilnehmer aus München, „der hatte einen Porsche mit 700 PS, meiner hatte 330 PS“, so Willi Mansdorfer.

Auf die Frage, ob er auch Angst gehabt habe, antwortet der 57-Jährige: „Dass war ein Kick.“ Einmal verunglückte er mit dem Porsche. „Beim verbotenen nächtlichen Training, da haben auch andere trainiert, war ich zu schnell dran“ und in Ihrlerstein „in den Schulhof reingeflogen“. Er sei unverletzt geblieben. Das Auto habe er zu seinem Freund Andi Türk gebracht. Die Mama habe ihm 100 D-Mark angeboten, wenn er das Auto nicht herrichte, dieses sei aber fertig geworden. Nach dem letzten Ratisbona-Bergrennen verabschiedete sich Willi Mansdorfer aber nicht vom Rennsport. „Ich fuhr professionell Rennen.“

An die zehn Teilnehmer aus der Region waren Willi Mansdorfer zufolge dabei. Von einem Rennen zum anderen „war immer eine Anspannung“, sagt der Ihrlersteiner, der diese Zeit aber ganz sicher nicht missen möchte. Es sei „absolut“ etwas Besonderes gewesen, und er erwähnt 30 000 Zuschauer. 1981 war das letzte Ratisbona Bergrennen. Für ein weiteres hätten Genehmigungen gefehlt. In Filmen lebt die Motorsportveranstaltung, zu deren traurigem Kapital manches Mal Unfälle mit Verletzten oder tödlich Verunglückten gehörten, weiter.

Vaters Filme entdeckt

1995 hatte Willi Mansdorfer im Wohnhaus in Ihrlerstein von seinem Vater aufgenommene Super-8-Filme entdeckt. Der Vater sei motorsportbegeistert gewesen. Er sei auch ein Rennen nach dem Krieg mit einem Triumph-Motorrad mitgefahren. „Vor zehn Jahren habe ich erfahren, dass Christoph Gaßner Filme digitalisiert.“ Der habe gesagt, es seien so schöne Filme, man müsste sehen, wer noch welche habe. Christoph Gaßner, Rupert Forster, Max Fuchs und Willi Mansdorfer trugen ihr Wissen von Filmeigentümern zusammen. Etwa 2012 sei es mit dem Sammeln losgegangen. Seit kurzem ist der Film fertig und war Ende Februar bei einem Treffen, unter anderem von Filmbesitzern, zu sehen. 138 Stunden hatte Christoph Gaßner seinen Angaben nach daran gearbeitete. Am 14. März, 17.30 Uhr, ist eine Vorführung im Kelheimer Kino-Center.

Auch danach wird das Rennfieber in Kelheim anhalten. Denn für 2015 planen das Archäologische Museum der Stadt Kelheim und das Stadtarchiv eine große Ratisbona-Bergrennen-Ausstellung. Dafür grabe er das Material vor dem Zweiten Weltkrieg im Stadtarchiv Regensburg aus, so Stadtarchivar Dr. Wolf-Heinrich Kulke. Die Rennen vor dem Zweiten Weltkrieg „wurden vom Regensburger Motorsportclub veranstaltet“. Unter der ADAC-Schirmherrschaft habe der Motorsportclub Kelheim 1961 die Motorsportveranstaltung wieder aus der Taufe gehoben. Ein Programmheft von 1961 hat der Stadtarchiv bislang nicht. Sollte jemand ein solches besitzen, würde sich Dr. Kulke freuen, wenn dieses leihweise für die geplante Ausstellung zur Verfügung gestellt würde; Meldungen nehmen Willi Mansdorfer, 01 70/8 15 76 61, und Dr. Kulke, Telefon (0 94 41) 70 12 70, entgegen.

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