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Einsatz

Retter kämpften verbissen um Hundedame

Dramatische Aktion in Bad Gögging: Hund „Mary“ war in die Strömung am Abenswehr geraten. Der 55 Kilo schwere Neufundländer drohte zu ertrinken.
Von Sebastian Pieknik

Die Neufundländerin „Mary“ hat das Bad in der Abens dank des Einsatzes der Neustädter Feuerwehr überlebt. Zum Dank gab es für die Rettungskräfte auch einen Kuchen. Foto: Pieknik

Bad Gögging.Für die Feuerwehrkameraden um Kommandant Jürgen Bucher war es ein ganz besonderer Besuch: Zwei- und Vierbeiner gaben sich im Feuerwehrzentrum Neustadt die Ehre, um sich einmal mehr für den Einsatz der Neustädter und Bad Gögginger Wehr zu bedanken. Doch was war passiert?

Es war Samstagvormittag, als die Alarmierung zunächst in Bad Gögging einging. „Kleintierrettung“ hieß die Einsatzmeldung der Integrierten Leitstelle in Landshut. Auch Kommandant Jürgen Bucher wurde direkt alarmiert. Zunächst ging man von einem Kleintier aus, doch schnell stellte sich heraus, dass es sich um ein besonderes Kleintier handelte. Hundedame „Mary“ trieb hilflos im Wehr in der Nähe der Felbermühle bei Bad Gögging. Das normal kleine Wehr, das die Abens aufstaut, war der Abensberger Hündin zum Verhängnis geworden. „Wir wollten einfach nur spazieren gehen und einmal eine neue Route ausprobieren, nachdem wir sonst nur in Abensberg unterwegs sind“, erklärte Besitzerin Ingrid Taudte.

Dann fiel das Stöckchen ins Wasser, was für die fünfjährige Neufundländerin normal kein Problem ist. „Sie ist eine super Schwimmerin und am Anfang kam sie auch immer wieder aus dem Wasser heraus“, so die Besitzerin. Dann aber fiel der Stock erneut in die Abens, direkt in die Wehrströmung. „Mary“ sprang erneut direkt hinterher. Doch der Stock trieb ab – einschließlich Hund. Und so nahm das Drama seinen Lauf. „Wir sahen sie nur noch in Richtung Wehr und Gitter treiben und auf einmal war sie weg. Für uns schien die Situation ausweglos“, so Taudte schockiert.

Es wurde geschrien, immer wieder, fast zwei Minuten lang, bis der Kopf des Hunde wieder auftauchte. „Zum Glück war ich nicht alleine dort spazieren, sondern hatte Klaus dabei.“ Klaus Menniger, ein Freund der Abensbergerin, lehnte sich über das Stahlgeländer und packte den Hund an seinem Bernsteinhalsband, um den Kopf über Wasser zu halten und stets Blickkontakt mit „Mary“ halten zu können. „Auch wenn es vielleicht nur einige Minuten waren, kam es mir wie eine Ewigkeit vor.“

Inzwischen waren auch die Rettungskräfte der Feuerwehr auf Anfahrt. Instinktiv ließ Kommandant Bucher gleich den Rüstwagen aufgrund des Werkzeuges und das Einsatzleitfahrzeug mit einem Kameraden im Neoprenanzug mit ausrücken. An der Wehrstelle angekommen verschafften sich die rund 16 Feuerwehrler einen ersten Überblick. Mit Gurten und gesichert am Wehr hängend gelang es dann den nassen und 55 Kilogramm wiegenden Neufundländer aus dem Wehr zu befreien. „Es war wirklich ein besonderer Einsatz und wir hatten wirklich Mühe, die Dame wieder aus dem Wehr zu bekommen, denn über 55 Kilogramm Lebendgewicht für einen Hund sind nicht gerade wenig.“

Am Ende der Rettung waren alle glücklich. „Mary“ war befreit, schüttelte sich ab und tat, als wäre nichts gewesen. Am Montagabend folgte der große Dank. „Ihr seit meine Helden. Ich hoffe, das ist Euch klar. Ohne Euren tollen Einsatz wäre das wohl nicht so ausgegangen, zumal ’Mary‘ für uns wie ein Kind ist“, so die Besitzer stolz.

Zur Belohnung gab es für jeden der Kameraden Kuchen, einen Gutschein und viel Anerkennung, die wohl unbezahlbar ist. Am Ende war auch Kommandant Bucher gerührt. „Bis jetzt kam es zweimal vor, dass sich jemand für unseren Einsatz bedankt hat. Solch ein Dankeschön macht uns alle sehr stolz“, sagte er. Schlussendlich war es für alle ein ganz besonderer und nicht alltäglicher Einsatz – mit Happy End.

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