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Verkehr

Schwaiger bleiben vom RVV ausgeschlossen

Der Landkreis Kelheim will den Tarifbereich des RVV nicht über den Neustädter Bahnhof hinaus ausweiten. Bürger aus Schwaig müssen extra zahlen.
Von Jochen Dannenberg

Wer bei der Bahn im Landkreis Kelheim den RVV-Tarif nutzen will, muss sein Ticket in Neustadt (Bild) oder einem der anderen Bahnhöfe auf der Strecke der Donautalbahn nach Regensburg lösen. Foto: Archiv

Schwaig.Stadtrat Günter Schweiger ist verärgert. Grund dafür ist, dass der Nahverkehrstarif des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) für den Bahnverkehr nur bis einschließlich Neustadt gilt. „Für die Bürger im Ortsteil Schwaig ist das keine gute Lösung“, sagt er. Die würden nämlich von „ihrem“ Bahnhof im benachbarten Münchsmünster nicht vom günstigen RVV-Tarif profitieren.

„Dabei“, sagt Schweiger, der für den Ortsteil auch im Neustädter Stadtrat sitzt, weiter, „fahren nicht eben wenige Bürger aus dem Neustädter Ortsteil mit der Bahn.“ Kinder führen mit dem Zug zur Schule, Studenten zum Studium nach Regensburg. „Und immer mehr Menschen kommen mit der Bahn nach Schwaig und Münchsmünster zur Arbeit.“ Schweiger: „Unsere Bahnhaltestelle ist Münchsmünster. Als Schwaiger können wir von dort aber nicht mit dem RVV-Tarif fahren.“ Deshalb habe zwischen dem Ortsteil Schwaig und der Neustädter Kernstadt bereits ein regelrechter Shuttle-Verkehr eingesetzt. Um bei Fahrten in Richtung Regensburg nicht zusätzlich noch ein Ticket für die Strecke von Münchsmünster nach Neustadt zu kaufen, würden die Zugfahrer per Pkw zum Neustädter Bahnhof gebracht.

Mehrfach ist Schweiger deshalb schon bei der Stadtverwaltung in Neustadt vorstellig geworden. Die hat sich um Klärung bemüht und bei der Verkehrsbehörde des Landratsamtes Kelheim die „Integration der Bahnhaltestelle Münchsmünster in den RVV-Tarif“ beantragt. Ohne Ergebnis. Das hat der Stadtrat aus Schwaig jetzt sogar schriftlich.

Die Kelheimer Behörde erinnerte in ihrem Antwortschreiben daran, dass der RVV auf Initiative des Landkreises Kelheim und „nach intensiven Verhandlungen“ im Jahr 2009 seinen Tarif bis nach Neustadt ausgeweitet hatte. Damit habe man auf das vorhandene Nutzerpotenzial und die „attraktiven Reisezeiten von den Schienenorten des Landkreises bis nach Regensburg“ reagiert. Bis auf den Raum Mainburg, der nicht zum Regionalen Nahverkehrsraum Regensburg gehört, seien somit die Mittelzentren des Landkreises Kelheim an den RVV angeschlossen.

Weiter wird in dem Schreiben betont: „Der Landkreis Kelheim leistet für die Verbundausweitung auf der Schiene bis nach Neustadt bereits einen hohen finanziellen Aufwand. Eine weitere Tarifausweitung ist derzeit nicht vorgesehen, zumal der Haltepunkt Münchsmünster auch außerhalb des Landkreises liegt. Unabhängig davon, wäre dies aus wirtschaftlicher Sicht auch nicht vertretbar.“

Möglicherweise, so der Absender des Schreibens, bekämen die Bürger von Schwaig ja Hilfe aus dem Nachbarlandkreis. „Da die von gewünschte RVV-Tarifausweitung sicherlich auch für Pendler, Auszubildende und Studenten aus dem Raum Münchsmünster von Interesse sein könnte, wäre es zweckdienlich, einen entsprechenden Antrag an den Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm zu stellen.“

Möglicherweise überlegen die Schwaiger Bürger an den Stammtischen des Neustädter Ortsteils jetzt, ob es nicht einst doch besser gewesen wäre, wenn Schwaig im Zuge der Gebietsreform dem Landkreis Pfaffenhofen zugeschlagen worden wäre.

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