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Smileys sollen Raser stoppen

In Rohr sollen weitere Messanlagen mit bunten Anzeigen beschafft werden. Sie kämen laut Polizei günstiger als Radarfallen.
Von Edith Vetter

Mehrheitlich sprach sich das Gremium gegen eine zweite Beruhigungsinsel in Sallingberg aus.  Foto: Mike Süß
Mehrheitlich sprach sich das Gremium gegen eine zweite Beruhigungsinsel in Sallingberg aus. Foto: Mike Süß

Rohr.In Wohngebieten können Raser eine echte Gefahr werden. Anwohner sind oftmals genervt und fürchten um die Sicherheit von Kindern und älteren Menschen. Es gibt jedoch probate Möglichkeiten, sich gegen die fortwährenden Verkehrsdelikte zu wehren, wo keine Blitzer eingesetzt werden können.

Beispielsweise Beruhigungsinseln oder Geschwindigkeitsmessanlagen. Beide Themen fanden in der Marktgemeinderatssitzung Befürworter und Gegner. Bürgermeister Andreas Rumpel (FW) hatte zur Sitzung Polizeihauptkommissar Bernhard Hoffmann von der PI Mainburg geladen, um als Experte zu beraten, wo es, aus verkehrspolizeilicher Sicht Sinn mache, Geschwindigkeitsmessanlagen aufzustellen. Als neuralgische Punkte nannte er die Regensburger Straße, Landshuter Straße oder Wildenberger Straße, an denen ein- oder beidseitig Geschwindigkeitsmessanlagen angebracht werden könnten. Aus seiner Erfahrung ist bei Einsatz von Messanlagen ein 60-prozentiger Rückgang der Geschwindigkeitsüberschreitungen zu beobachten. „Der normale Autofahrer möchte gerne grün beziehungsweise einen lächelnden Smiley sehen“, erklärte er.

Verkehrssicherheit über Kosten stellen

Durchschnittlich lägen die Kosten für eine Messanlage zwischen 2000 bis 3500 Euro. Nach oben gebe es keine Grenze. Mit Schrift, Smiley oder blinkend, solarbetrieben oder mobil sei alles möglich, erklärte der Rathauschef. Bernhard Hoffmann erinnerte, dass die Anschaffung von Messanlagen die Gemeinde dauerhaft günstiger käme als eine kommunale Verkehrsüberwachung. Sein Appell an das Gremium war nicht in Euro zu denken, sondern auf die Verkehrssicherheit zu achten.

Helmut Sedlmayer (CSU) wollte vorher erst definitiv über die Kosten informiert werden, bevor ein Beschluss gefasst werde. Auch Hans Huber (CSU) befand, dass man die Raser, die mit 200 durch den Ort brettern, mit einer Messanlage auch nicht stoppen könne. Sebastian Brummer (FW) untermauerte seinen Antrag vom Juni, Geschwindigkeitsmessanlagen mit „Smiley“ zu beschaffen, als sehr sinnvoll. Eine Ortsbegehung der Räte wurde noch angeregt.

Geschäftsleiter Bernhard Loibl legte dem Gremium nahe, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, der beinhalte, dass die Verwaltung zwecks Kauf von Messanlagen beauftragt werde, Angebote einzuholen, „da wir nicht ins Blaue hinein eine Ausschreibung machen können.“ Mit einer Gegenstimme wurde der Beschluss gefasst.

Kein Zuschuss

  • Abgelehnt:

    Der Antrag des Musik- und Kulturfördervereins Rohr auf Zuschuss für die Musiknacht 2019 wurde mehrheitlich abgelehnt, da nach Abrechnung aller Unkosten bei der Veranstaltung ein Plus von rund 450 Euro gemacht wurde. Karl Obermeier (FW) meinte dazu: „Wenn ich daheim Geld übrig habe, dann gehe ich auch nicht auf die Bank, um welches zu holen!“

  • Kauf:

    Die Feuerwehr Rohr bekommt einen neuen Mannschaftstransportwagen im Wert von 51000 Euro. (eav)

Bei einem Besichtigungstermin mit der Straßenverkehrsbehörde in Sallingberg (Dorfstraße) wurde festgestellt, dass eine Erweiterung durch eine zusätzliche Beruhigungsinsel auf der gegenüberliegenden Seite effektiver wäre. Vonseiten des Landratsamtes Kelheim wurde auch vorgeschlagen, eine Teil-Markierung anzubringen, um die Einengung von zwei auf eine Spur zu verdeutlichen und Verkehrszeichen aufzustellen, die darauf hinweisen würden. Polizeihauptkommissar Hoffmann bestärkte die Ergänzung, da die Verkehrsteilnehmer die Inseln „durchwedeln“ müssten und nicht auf die andere Seite ziehen könnten.

Keine neue Beruhigungsinsel

Dr. Karl Fuchs (CSU) empfand den Schilderwald in Sallingberg als eine Zumutung. Die Vielzahl der Schilder würde nur Verwirrung und Chaos stiften. Hoffmann erläuterte, dass das Landratsamt als Rechtsabsicherung empfehle, Schilder aufzustellen. Die Bürger in Sallingberg sollten mitreden können, denn die wüssten, was sie wollten, ergänzte Fuchs. Der Wunsch einer Beruhigungsinsel kam von den Bürgern bei der Bürgerversammlung, erinnerte Rumpel. Mehrheitlich (6:9) lehnten die Räte den Kauf der Beruhigungsinsel ab.

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