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Kultur

So klingt der Sonderzug nach „Omschberg“

Die vierte Abensberger Kultournacht reihte Geschichten, Songs und Sketche rund um das Thema Eisenbahn aneinander.
von Martin Beck

  • Luis Trinkers Frontmann Bertl Drawenau forderte gemeinsam mit dem Quartetto Amaretto und dem Lied „Sonderzug nach Omschberg“ (Original von Udo Lindenberg) vom Bürgermeister Einlass in die Babonenstadt. Foto: Martin Beck
  • „Das Eisenbahngleichnis“ eine Parabel zum Leben von Erich Kästner, emotional vorgetragen von Stefan Schell. Es vergleicht eine Zugfahrt mit dem unserem eigenen Leben. Foto: Martin Beck
  • Auch Mr. Bean (Peter Obster, links, mit Ralf Bauer) fuhr eine Weile mit dem Zug durch Abensberg und hatte abenteuerliche Ideen, wie man sich gegen Störungen von Mitreisenden wehren kann. Foto: Martin Beck
  • Die „Topklids“ mit „Eine Kleinstadt mit zwei Bergen“, eine Adaption auf das Original aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ der Augsburger Puppenkiste nahm die Besucher mit. Ein Lied, dass von der Melodie her wohl jeder kennt, mit neuem Text, extra für Abensberg. Foto: Martin Beck
  • „Runaway Train“ der melodiöse Hit der US-Indie-Band Soul Asylum, gekonnt interpretiert von Nicola Barttenbach. Ein Lied mit ernster Hintergrund, geht es doch um das Weglaufen Jugendlicher. Foto: Martin Beck
  • Bei dem Lied „De oide Dampfeisenbahn“, interpretiert durch die Biburger Blaskapelle feat. die Schauspielgruppe schunkelten und sangen die Gäste begeistert mit. Foto: Martin Beck

Abensberg.Die vierte Abensberger Kultournacht in der Josef-Stanglmeier-Halle in Abensberg stand ganz im Zeichen von Eisenbahnen, Bahnhöfen und Fahrgästen. Mit viel Liebe zum Detail wurde der Besucher umsorgt. Bereits vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung hörte man nur Lieder, die zum Thema passten.

Die Organisatoren rund um Anna Maria Tuscher-Sauer zeigten sich mit der Anzahl an Besuchern sehr zufrieden. „Etwa 150 Karten konnten wir bereits im Vorverkauf veräußern und es sind jetzt auch noch mal 100 Besucher zusätzlich gekommen“, freute sich Tuscher-Sauer. Die Stühle war dann auch gut besetzt, lediglich auf den Rängen hätten noch Besucher Platz gehabt.

Abensberg ist seit 150 Jahren Bahnhofsstadt

Bei einer kurzen Einführung durch Dr. Tobias Hammerl erfuhren die Anwesenden, dass es durchaus nicht selbstverständlich war, dass Abensberg vor 150 Jahren einen Bahnhof bekam. Der damalige Bürgermeister Nikolaus Stark schien aber ein findiger Politiker gewesen zu sein. Bewies er den Verantwortlichen doch damals schon, dass eine Bahnstrecke über Abensberg deutlich billiger zu realisieren sei, als über Kelheim. Und so Abensberg seinen Bahnhof und Kelheim nur eine Stichstrecke als Anbindung.

Nun bekamen die verschiedensten Künstler aus Abensberg die Gelegenheit, diesen Umstand mit Geschichten, Songs und Sketchen gebührend zu feiern. Es waren insgesamt 35 Einzeldarbietungen, die den Abend zu einem abwechslungsreichen Erlebnis werden ließen.

Für jeden Kunstliebhaber war was dabei

Die unterschiedlichen Darbietungen ließen jeden Kunstliebhaber auf seine Kosten kommen. So gab es schauspielerische Einlagen, die die „gute alte Zeit“ wieder aufleben ließen, wenn zum Beispiel die Biburger Blaskapelle mit mehreren Darstellern auf der Bühne „De oide Dampfeisenbahn“ spielt, singt und schunkelt man schon beinahe automatisch mit, denn man kennt Text und Melodie einfach und dann fällt das Mitsingen leicht.

Aber auch das Lied „Die Notbremse“ aus der Revuette „Höchste Eisenbahn“, gesungen von der Musical-Spezialistin Katja Franziska Kunstmann und begleitet von der rumänischen Komponistin und Klaviervirtuosin Alina Pisleaga sorgt für begeisterten Applaus. Ein Lied, das vielleicht noch nicht viele kannten, aber das wunderbar in diesen Veranstaltungsrahmen passte.

Der Abend in der Josef-Stanglmeier-Halle war ein wunderbares Erlebnis

Die Omschberger-Bluad-IkoneWerner „Rocky“ Reitmeier sang sich mit Nicola Barttenbach ins Herz der Gäste, wenn sie zum Beispiel das Original „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“ auf die Erlebnisse bei einer Bahnfahrt umtexteten. Die beiden hatten mehrere Auftritte an diesem Abend, bei denen sie sich harmonisch ergänzten.

Und immer wieder sorgten schauspielerische Einlagen für Lacher. Wenn im Stück „Familientreffen“ von Günter Grünwald die Erkenntnis erwächst, dass „a scheene Leich no lang‘ koa scheene Zugfahrt bedeutet“, kann man nur darüber lachen. Oder wenn Mr. Bean (gespielt von Peter Obster) im Zugabteil durch einen Mitreisenden gestört, verschiedene sonderbare Gegenmaßnahmen ergreift und sich dadurch beinahe selbst zu Tode erschrickt, sorgt das für echte Schenkelklopfer beim Publikum.

Verkehr

Die Baustelle stiftet Verwirrung

Im Bahnhof Saal werden Weichen getauscht. Das sorgt für Chaos bei den Infos und für erhebliche Verspätungen im Kreis Kelheim.

Musikalisch war der Abend durch die Auswahl der Künstler ein wunderbares Erlebnis. Das Quartetto Amaretto, zeitweise verstärkt durch Bertl Drawenau, spielte ebenfalls mehrere bekannte und weniger bekannte Stücke und erzählten auch kurz, welchen Bezug sie zur jeweiligen Darbietung haben und warum sie es gerade an diesem Abend spielen. Die Big Band der Musikschule begeisterte mit ihren Bläsern aber auch mit Schlagzeug und E-Gitarre.

Weitere Künstler waren Putz und Alexander Steffl, die Topkids und Stimmix, jeweils unter der Leitung von Reinhold Rückerl, die ihr Publikum auf eine musikalische Reise mit nahmen. Und als dann E.W. Heine die Geschichte „Der Engel“ las und Stefan Schell „Das Eisenbahngleichnis“, eine Parabel des Lyrikers Erich Kästner vortrug, rundete dies den Abend mit ruhigen, ja nachdenklichen Texten ab.

Gute Sache ohne Gage

Zum Schluss des Abends kam dann Fabian Tuscher, der Vorsitzende des Tennisclub Abensberg auf die Bühne um sich bei allen Mitwirkenden für deren Einsatz und bei den Gästen für deren Applaus zu bedanken. Die Vorbereitungen für solch eine Veranstaltung sind immens und deshalb ist es umso schöner, dass es sich schon um die vierte dieser Art handelt. Er betonte dabei auch, dass alle Künstler bereit waren, sich ohne Gage für die gute Sache einzusetzen – kommt der Erlös der Veranstaltung doch zu 100 Prozent der Nachwuchsförderung des TC zu Gute.

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