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Unterhaltung

Spaß gegen Ernst à la Sigrid Manstorfer

Der Theaterkreis liest aus lustigen Verhandlungsszenen einer ehemaligen Gerichtsreporterin der Mittelbayerischen.
Von Renate Beck

Temperamentvoller Spaß bei den Proben zur Gerichts-Lesung: (v. r.) Bürgermeister Josef Häckl, Rita Faltermeier, Marco Enders, Cornelius Bugl, Alina Enders, Anneliese Stamm und Annemarie Ammer  Foto: Renate Beck
Temperamentvoller Spaß bei den Proben zur Gerichts-Lesung: (v. r.) Bürgermeister Josef Häckl, Rita Faltermeier, Marco Enders, Cornelius Bugl, Alina Enders, Anneliese Stamm und Annemarie Ammer Foto: Renate Beck

Essing.Am Samstag lesen Mitglieder des Theatervereins Ihrlerstein unterhaltsame Gerichtsgeschichten aus der Feder der 2015 verstorbenen Sigrid Manstorfer vor. Als Redakteurin der Mittelbayerischen verfolgte die Autorin jahrelang die unterschiedlichsten Gerichtsverhandlungen. Mit einem ordentlichen Schuss Humor verwandelte sie die Geschichten aus den Gerichtssälen in humorvolle Szenen wie aus der bis 1972 ausgestrahlten Fernsehserie Königlich Bayerisches Amtsgericht. „Halt ein bisschen zugespitzt“, so dass die Lachmuskeln gefordert sind.

Kultur

Theaterspieler erinnern an Manstorfer

Am heutigen Donnerstag jährt sich der Todestag der Kulturschaffenden. Sie hat in Ihrlerstein viele Spuren hinterlassen.

„Dieser Schatz soll nicht verloren gehen“ sagt Anneliese Stamm als Vorstand der nach Manstorfers Tod erneut gegründeten Theatergruppe (2017). Neben diesen Geschichten schrieb die liebevoll als „Herz und Seele der Gruppe“ bezeichnete Texterin auch Geschichten über den „Kirchturmschreiber von Ihrlerstein“, eine erfolgreiche Reihe der „Kelheimer Bändchen“ und mehrere Theaterstücke. Mit der Gerichtslesung wolle man nicht nur an die Autorin erinnern, sondern auch daran, dass es „die Theatergruppe noch gibt“, so deren Vorsitzende. Nach dem großen Erfolg mit dem Krippenspiel „Bethlehem ist überall“ plante das Team um Anneliese Stamm heuer ganz im Sinne von Sigrid Manstorfer das Werk „Anna Schäffer – Sehnsucht nach der ewigen Heimat“ erneut auf die Bühne zu bringen. Erste Termine waren bereits vereinbart. Die Akteure freuten sich darauf. Leider konnte dann aber eine wichtige Rolle nicht besetzt werden. „Das Theaterspiel erfordert einen höheren Aufwand als das Gerichts-Lesen“ gab Josef Häckl zu bedenken.

Gerichts-Lesung

  • Details:

    Der Eintritt zu der Lesung von vier Gerichtsstücken von jeweils 15 Minuten ist frei. Bayerische Musik begleitet den geselligen Abend. Wer dabei hungrig wird, kann während der Halbzeit in der Speisekarte stöbern.

Die Gruppe sucht deshalb händeringend nach weiteren Personen, die mit ihnen für die Theaterstücke in eine Rolle schlüpfen. Nächstes Jahr soll das Stück über die katholische Heilige Anna Schäffer wieder gespielt werden. „Wir hatten so große Resonanz. Sogar Busse waren da“, erinnert sich Stamm.

Derweil sitzen die Gruppenmitglieder im Gasthof Ehrl und lesen aus dem Manuskript „Zauner gegen Zauner“. „Du werst a so a bleds Rindvieh sein, hast ma du net gsagt, mir könn ma hier bloß gwinna? Etz derf ma vielleicht sogar no am Finanzamt a Geld gem“ ist nur eine von vielen lustigen Zeilen.

Die Akteure verraten, dass sie bei ihrer Darbietung hohe Ansprüche an sich selbst stellen. „Wenn wir nicht perfekt wären – da würde uns die Sigrid gscheid schimpfen.“ Vielleicht hört sie ihnen am Samstag ja zu. In den Gedanken der Gerichtsleser ist sie auf jeden Fall.

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