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Unfall

Stadtpfarrer über Fuß gefahren

Obwohl dem Kelheimer Priester die Zehen gequetscht worden sind, kümmerte sich der Fahrer nicht um den Verletzten.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Von der Kirche wollte der Pfarrer zu seinem Pkw auf der gegenüberliegenden Seite der Pfarrhofgasse, wartete aber am Straßenrand, da ein Transit heranfuhr. Foto: Bachmeier-Fausten
Von der Kirche wollte der Pfarrer zu seinem Pkw auf der gegenüberliegenden Seite der Pfarrhofgasse, wartete aber am Straßenrand, da ein Transit heranfuhr. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Der Ford Transit-Fahrer, der am Montag, 4. Februar, vormittags dem Kelheimer Stadtpfarrer Reinhard Röhrner über den linken Fuß fuhr und das Weite suchte, ist ermittelt. Wie auf Nachfrage bei der Polizeiinspektion Kelheim zu erfahren war, handelt es sich um einen 47-jährigen Mann aus Oberschleißheim.

Fahrer wird angezeigt

Er war beruflich als Kraftfahrer in Kelheim unterwegs. Den Oberbayern erwartet eine Anzeige wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung.

Bei Kelheimern, die von dem Unfall des Priesters erfuhren, löste große Betroffenheit und Mitgefühl aus.

Auf Anfrage unseres Medienhauses schilderte Reinhard Röhrner, was ihm am 4. Februar widerfuhr. Als er an diesem Tag vormittags von der Sakristei herausging und zu seinem Auto beim Pfarrhaus gehen wollte, sei ein Lieferwagen in der Pfarrhofgasse in Richtung Matthias-Kraus-Gasse unterwegs gewesen. Da ihm dessen Geschwindigkeit „schnell vorkam“, blieb der Stadtpfarrer am Fahrbahnrand stehen.

Die Pfarrhofgasse in der Kelheimer Altstadt, links die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt.  Foto: Bachmeier-Fausten
Die Pfarrhofgasse in der Kelheimer Altstadt, links die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Foto: Bachmeier-Fausten

Nach Röhrners Beobachtung wollte das Fahrzeug nach rechts in Richtung Niederdörfl abbiegen, „tendierte nach rechts und erwischte mit dem hinteren rechten Reifen meinen linken Fuß und fuhr mir über die Zehen“. Er habe noch versucht, sich an dem Lieferwagen mit dem Münchner Kennzeichen abzustützen, um sich in letzter Sekunde abzufangen und um einen Sturz zu vermeiden.

Priester Schläge angedroht

„Der Fahrer stieg aus, schimpfte mich und drohte mir Schläge an“, berichtete Reinhard Röhrner. Der Pfarrer: „Ich habe ihm gesagt, dass er mir über den Fuß gefahren ist, aber das hat er nicht ernst genommen.“ Der Fahrer habe nicht gefragt, ob er helfen können. Nach der Androhung sei der Mann wieder ins Fahrzeug eingestiegen und weggefahren.

Rat der Polizei

  • Informieren

    Wenn ein Unfallverursacher flüchtet, gibt die Polizeiinspektion Kelheim den Rat, immer die Polizei zu informieren. Auch sollte bei jedem Unglück, bei dem mindestens eine Person verletzt wird, die Polizei verständigt werden.

  • Fotografieren

    Wenn der Wagen eines Flüchtigen fotografiert wird, kann das mit der Zeugenaussage ein Beweismittel sein. Unbeteiligte Personen dürfen nicht fotografiert werden. (eb)

Pfarrer Röhrner, der nach dem Unfall mit seinem Automatik-Auto noch selbst zur Notaufnahme in der Klinik fuhr, erfuhr nach dem Röntgen seines linken Fußes, dass alle fünf Zehen gequetscht seien. Der Priester ist die zweite Woche krankgeschrieben. Eine Passantin habe den Vorfall in der Pfarrhofgasse beobachtet, die „auch erschrocken war über die Aggressivität des Fahrers.“

Fahrzeug fotografiert

Röhrner zum Verhalten des Mannes, der hinter dem Steuer des Lieferwagens saß: „Ich weiß nicht, warum man so aggressiv sein muss. Aber unsere Gesellschaft tendiert zur Aggressivität.“ Das sei sein Eindruck, so der Priester. Er hatte nach den Unfall das Fahrzeug samt Kennzeichen fotografiert und eine Anzeige wegen Fahrerflucht bei der Polizei erstattet. Anhand des bekannten amtlichen Kennzeichens wurde dann im Bereich des Polizeipräsidiums München nach dem Fahrzeug und dem Fahrer gesucht. Die Beamten waren dabei erfolgreich.

Der Hinweis an der Osteinfahrt in Kelheim, dass in der Altstadt nur mit einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern gefahren werden darf. Foto: Bachmeier-Fausten
Der Hinweis an der Osteinfahrt in Kelheim, dass in der Altstadt nur mit einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern gefahren werden darf. Foto: Bachmeier-Fausten

An den Einfahrtsstraßen zur Altstadt Kelheim wird mit Schildern auf den Beginn der Zone 20 hingewiesen. Reinhard Röhrner hat seinen Angaben nach festgestellt, dass in der Pfarrhofgasse „relativ schnell“ gefahren werde. Man sollte dort vielleicht Schrittgeschwindigkeit anordnen.

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