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Steiniger Weg zu weiterem Bauland auf Ex-Zellstoffgebiet

Drei Nutzungsmöglichkeiten für BA II stellte die Geschäftsführung der Donaupark Wirtschafts GmbH diese Woche im Kreis- und Bauausschuss vor: einmal Wohnen, Landratsamt und Dienstleistungen, Landratsamt und Wohnen. Die Gesellschaft hatte bereits versucht, die Fläche des BA II im westlichen Bereich des Donauparks, in dem sich zwei Piles der ehemaligen Zellstoff befinden, an Investoren und die Stadt Kelheim zu verkaufen. Laut Donaupark-Geschäftsführerin Christiane Fröhler waren „die Verkaufsgespräche aufgrund der Risiken nicht positiv“.In die Betonscheiben mit je einem Durchmesser von 110 Metern, die sogenannten Piles, waren beim Neubau der Zellstoff in drei Lagen Beton vermischt mit belastetem Erdreich eingebaut worden. Es wäre keine Altlastensanierung mehr erforderlich und die Piles könnten drinnen gelassen werden, so Fröhler. Die nach dem BA II vorhandene Deponie für leicht belastenden Bauschutt und Erdaushub vom Gelände der ehemaligen Zellstoff muss Mitte Juli 2009 geschlossen werden. Landrat Dr. Hubert Faltermeier sagte, „jeder Bürgermeister weiß, wie’s zurzeit mit Grundstücksverkäufen läuft.“ Wenn’s optimal laufe, sei es kein Gewinn, sondern ein Verlustgeschäft.“ Man habe die Piles schon zehn Jahre weg haben wollen. Mit den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sei man darauf gekommen, dass „die Piles drunter passen könnten, was auch der Fall sei“. Nach Ansicht von Kreisrat Wolfgang Gural „muss man das Thema zweiter Bauabschnitt liegen lassen“. Wenn es ein absolutes Verlustgeschäft sei, wäre es „Harakiri, wenn man das durchziehen würde“. Es wäre schon ein Ziel, „die Piles wegzubekommen“, so Donaupark-Geschäftsführer Johann Auer. Einer aktuellen Untersuchung zufolge gehe von den Piles „keine Umweltgefährdung aus, deshalb ist es Flächenrecycling und Revitalisierung einer Industriebrache“, so Auer.

Ihm zufolge wäre für die drei erwähnten Nutzungsmöglichkeiten im BA II eine Flächenrecycling notwendig. Rings um die Piles sei Boden „mit hohen Zinkwerten“ und für eine Wohnnutzung ein Bodenaustausch erforderlich, sagte Fröhler. Sie wies auch darauf hin, dass eine Festlegung der Folgenutzung erforderlich sei, ansonsten bekäme man keine Fördermittel. Von der ursprünglich angenommenen Fördersumme von 1,5 Millionen Euro sei man weit weg, so Auer. An Gesamtkosten für den zweiten Bauabschnitt wurden 5,596 Millionen Euro genannt, an Einnahmen angenommen werden aus Grundstücksverkäufen 3,518 Millionen Euro und 587 000 Euro an EFRE-Förderung sowie 294 00 Euro an Fördermitteln aus dem Konjunkturprogramm II. Unterm Strich bliebe ein Defizit von 1,197 Millionen Euro. Wenn aus einem kleinen Sondergebiet durch Grundverkauf noch 480 000 Euro erzielt werden könnten, wohinter aber ein Fragezeichen steht, dann läge das Defizit bei 717 000 Euro. Auer: „Wir werden immer draufzahlen.“ Die Gesellschafterversammlung hat, wie berichtet, beschlossen, dass die Donaupark Wirtschafts GmbH „derzeit für den Rückbau der Piles etc. keine Finanzierung des wirtschaftlichen Defizits übernimmt“. Die Mehrheit im Kreisausschuss (der Kreis ist wie die Stadt und die Kreissparkasse Gesellschafterin) lehnte die Sanierung der Piles ab. Die Stadt hat noch keine Entscheidung getroffen. Der aktuelle Schuldenstand der Donaupark-Gesellschaft wurde von Geschäftsführerin Fröhler mit 977 000 Euro angegeben. Die Bilanzsumme für 2008 liege noch nicht vor.

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