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Steinschlange gegen den Frust

Die buntbemalten Steine von Mira und Nicole Luther machen Ihrlerstein während Corona lebendiger. Mitmachen ist erwünscht.
Von Renate Beck

  • Als Zeichen der Verbundenheit soll die bunte Steinschlange alle zum Lächeln bringen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß vorbeikommen. Foto: Renate Beck
  • Was braucht`s da noch Worte Foto: Renate Beck

Ihrlerstein.Eine lange Schlange sonnt sich derzeit beim Brandler Zwergerlgarten. Entlang des Bordsteins schlängelt sie sich den Gehweg entlang. Jetzt aber nur keine Angst- so bunt wie sie sich dort präsentiert, zaubert sie dem Entdecker sogar ein Lächeln ins Gesicht. Statt Schuppen besteht das Ungetüm nämlich aus einzeln aneinandergereihten Steinen. Wer genauer hinsieht, erkennt darauf gemalte Schmetterlinge, Kirschen, Sonnen, Gesichter und Sprüche.

Malen gegen Corona- Langeweile

Diese bunte Steinschlange ist nicht zufällig hier gelandet. Kürzlich entdeckte die achtjährige Mira Luther schön bemalte Steine im Internet: „Mama, machen wir das auch?“ Die war einverstanden. „Am Ostersamstag haben wir dann an der Donau Steine gesammelt“ verrät Mama Nicole. Wieder Zuhause in Ihrlerstein angekommen, wurden die Kieselsteine gewaschen und getrocknet. Anschließend ging es ans Malen. Porzellanstifte verwandelten die Donausteine schon bald in bunte Kunstwerke. „Das hilft auch gegen Langeweile“ erzählt Mama Nicole der Mittelbayerischen Zeitung . Zudem sei diese Arbeit sehr meditativ: „Das geht schon beim Steine suchen an.“

Der Stein selbst bestimme das Motiv. Zusätzliche Anregungen biete das Internet. Bei diesem Hobby seien der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Einer von Miras Findlingen hat die Form einer Kirche. Klar, dass sie diesen entsprechend mit rotem Dach und schwarzen Kirchenfenster bemalte. Wettergeschützt mit einem Klarlack überzogen, verteilte die junge Künstlerin ihre farbenfrohen Steine beim nächsten Familienspaziergang in den Gärten von Freunden. Mira habe gewollt, dass sich noch mehr Menschen daran erfreuen können. Als ehemaliges Zwergerlgarten-Kind wusste sie von vielen befreundeten Familien, die dort entlang der Schlesierstraße spazieren gehen. Genau deshalb habe sie mit ihrer Mama begonnen, Steine und die schriftliche „Einladung zum Mitmachen“ dort am Straßenrand abzulegen.

Ihrer Aufforderung: „Bemale gerne einen Stein zu Hause und leg ihn dazu“, sind schon viele Menschen gefolgt. Bereits am nächsten Tag lagen 54 Steine auf dem Bordstein Richtung Kindergarten. „Mal schauen wie lang unsere Steinschlange wird. Vor allem Spaß soll sie machen“, sagt die Mama.

So wünschen Steine der Donau und des Kalkbruchs bunt aneinander gereiht „Glück“, „Liebe“ und „An schena Dog“. Auch die Kelheimerin Manuela Zirngibl sorgt dafür, dass die Schlange stetig wächst. Dieses Hobby habe sie schon vor langer Zeit entdeckt. Vor der Corona-Krise habe sie ihre Steine im Ihrlersteiner Umkreis ausgelegt. Auf der Rückseite ist ihr Namenskürzel M.Z. und ein Hinweis auf #Wandersteine zu lesen.

Mit ein bisschen Glück kann Manuela Zirngibl dadurch nachverfolgen, wer ihren „ausgewilderten“ Stein gefunden hat. Gefundene Steine dürfe der Finder entweder selbst behalten oder weiter wandern lassen.

Wandersteine sollen ruhen

Erneut abgelegt auf einer Bank, einer Mauer oder einem Tisch dürfe er dann den nächsten Besitzer erfreuen. Wegen der Corona-Hygiene sollten die Steine momentan aber liegenbleiben.

Zu gegebener Zeit will Nicole Luther die lange Schlange wieder vom Bordstein entfernen. Bis dahin darf sie Ihrlerstein ein bisschen bunter machen. Und alle Einsamen oder Gelangweilten während der Krise zum Mitmachen einladen.

Bunte Steine

  • Tipp:

    Acrylfarben, Acrylstifte und Klarlack am besten immer auf Wasserbasis verwenden. Der Umwelt zuliebe sollte nichts an den Steinen festgeklebt werden.

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