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Themenwoche

Täglich hat er mit hohen Summen zu tun

Ist der Beruf des Bankkaufmanns „out“? „Überhaupt nicht“, sagt Johannes Prücklmayer, Azubi bei der Kreissparkasse Kelheim.

Johannes Prücklmayer (20) hat in seiner Ausbildung zum Bankkaufmann mit hohen Geldbeträgen zu tun und lernt – unter anderem – mit dieser Verantwortung umzugehen. Foto: Buchner
Johannes Prücklmayer (20) hat in seiner Ausbildung zum Bankkaufmann mit hohen Geldbeträgen zu tun und lernt – unter anderem – mit dieser Verantwortung umzugehen. Foto: Buchner

Am 21. November findet für Schülerinnen und Schüler der erste „Tag der Ausbildung im Landkreis Kelheim“, kurz „Talk“ statt. Sie können auf Bustouren Ausbildungsbetriebe verschiedenster Sparten besuchen. Schwierige Entscheidung? Wir stellen schon mal fünf Azubis aus verschiedenen Bereichen vor. Am 19 Oktober ist Anmeldeschluss für „Talk“.

Die Fähigkeit, gut mit Menschen umzugehen, ist das A und O für einen Bankkaufmann, findet Georg Fuggenthaler, Ausbilder.

Johannes hilft auch vielen Kunden beim Bedienen des Geldautomaten.  Foto: Buchner
Johannes hilft auch vielen Kunden beim Bedienen des Geldautomaten. Foto: Buchner

Der Abiturient Johannes Prücklmayer, 20 Jahre alt, befindet sich in seinem zweiten Ausbildungsjahr bei der Sparkasse. „Eingestaubt“ ist der Beruf für ihn keineswegs. Gerade der tägliche Kontakt mit Menschen macht den Beruf für ihn jeden Tag aufs Neues spannend. „Es ist ganz wichtig, dass man Spaß im Umgang mit Menschen hat; man sollte nett, freundlich und kompetent sein.“ Für Johannes waren das wesentliche Gründe, sich für diesen Beruf zu entscheiden. „Ich bin auf einem Spargelhof aufgewachsen und den Umgang mit Menschen gewohnt.“

„Es ist ganz wichtig, dass man Spaß im Umgang mit Menschen hat; man sollte nett, freundlich und kompetent sein.“

Johannes Prücklmayer, Azubi bei der Kreissparkasse Kelheim

Kundenkontakt ist laut Georg Fuggenthaler (59), Ausbildungsleiter, vor allem in der heutigen Zeit das A und O. Kunden können per Internet inzwischen selbstständig Überweisungen tätigen und ihre Bankgeschäfte regeln. Dadurch werden sich die Aufgabenbereiche der Auszubildenden auch noch verändern. Die Online-Kompetenz wird zunehmend wichtiger. „Die nächsten vier, fünf Jahre werden sehr spannend. Es steht ein großer Wandel an.“ Für Fuggenthaler ist es deswegen gerade mit Blick auf die Zukunft, wichtig, in Filialen das zu bieten, was Computer (noch) nicht können. „Wenn Kunden Probleme oder Fragen haben, können wir ihnen individuell helfen und auf sie eingehen. Das kann keine Maschine. Ein Gefühl für Zahlen und mathematische Grundkenntnisse sind – neben einem Realschulabschluss – aber nach wie vor wichtig. „Kopfrechnen müssen die jungen Leute auf jeden Fall gut können“, betont Fuggenthaler.

In diesem Video gibt Johannes Prücklmayer eine schnelle Übersicht über seinen Beruf:

Johannes ist Auszubildender in der Kreissparkasse

In der Praxis ist Johannes sofort mitten im Geschehen – aber mit „Welpenschutz“. Die Theorie aus der BOS stärkt ihm den Rücken.

In seinem ersten Ausbildungsjahr besuchte Johannes zwei Mal in der Woche die Berufsschule in Kelheim, im zweiten und dritten Jahr hat er dort nur noch einen Präsenztag. Dabei decken die Fächer Themen wie Kreditfachgeschäfte, Geld- und Vermögensanlage, Kontoführung, Rechnungswesen oder „Bankenglisch“ ab. Die restlichen Tage arbeitet er in der Filiale. Insgesamt bringt er 39 Stunden pro Woche für die Ausbildung auf – inklusive Schulunterricht.

Johannes durchläuft viele Abteilungen in der Sparkasse. Er steht nicht immer am Schalter.  Foto: Buchner
Johannes durchläuft viele Abteilungen in der Sparkasse. Er steht nicht immer am Schalter. Foto: Buchner

Im Laufe der praktischen Ausbildung lernt Johannes verschiedene Abteilungen der Sparkasse kennen. Dazu zählen die Marketing- und Kreditabteilung oder die Bereiche rund um Wertpapiere, Vermögens- und Geldanlagen. Die Azubis sind aber nicht verpflichtet, über einen bestimmten Zeitraum in die Bereiche reinzuschnuppern; ihnen wird lediglich empfohlen,in alles hineinzuschnuppern.

Aber egal in welchem Bereich: Ein wichtiger Grundpfeiler bei der Ausbildung ist Selbstständigkeit. „Die Azubis dürfen bei uns ab dem ersten Tag selbst aktiv werden und sind mitten im Geschehen. Natürlich haben sie dabei immer einen erfahrenen Mitarbeiter an ihrer Seite“, sagt Fuggenthaler. Johannes erinnert sich noch gut an seine Anfangszeit bei der Sparkasse. „Als ich die ersten Formulare für Kunden ausgefüllt habe, war ich schon sehr nervös. Aber mit der Zeit lernt man, besser mit der Verantwortung umzugehen.“ Und die Azubis wissen: Einen gewissen „Welpenschutz“, wie Fuggenthaler es formuliert, haben sie noch. Trotzdem ist es ihm wichtig, den jungen Leuten von vornherein klar zu machen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat.

So funktioniert der „Talk“

  • Die Idee:

    Wo bekommt man den besten Einblick in einen Beruf? Klar: Dort, wo er praktiziert wird. Auszubildende von morgen mit Bussen zu einem Schnupper-Besuch zu Betrieben im Kreis Kelheim zu fahren, das ist die Idee hinter dem „Tag der Ausbildung“ („Talk“). Der Landkreis Kelheim veranstaltet „Talk“ heuer erstmals, und zwar am Mittwoch, 21. November, dem Buß- und Bettag.

  • Die Zielgruppe:

    Der Tag der Ausbildung richtet sich an Schülerinnen und Schüler der achten bis zehnten Jahrgangsstufen der fortführenden Schulen, ob Mittelschule, Wirtschaftsschule, Realschule oder Gymnasium. Die Teilnahme ist kostenlos.

  • Die Anmeldung:

    Das Anmeldeformular findet man im „Talk“-Flyer, der an den Schulen und im Landratsamt erhältlich ist (online auf www.landkreis-kelheim.de/wirtschaft-regionales/tag-der-ausbildung). Das Anmeldeformular muss vollständig ausgefüllt und von den Eltern unterschrieben sein. Man schickt es bis 19. Oktober ans Landratsamt Kelheim, Wirtschaftsförderung, Donaupark 12, 93309 Kelheim oder gibt es in der Schule ab. Die Organisatoren rechnen mit einer Vielzahl von Anmeldungen und bitten daher um Verständnis, dass nicht alle auf ihrer Wunschroute mitfahren können. Deshalb sollte man bei der Anmeldung gleich eine oder zwei Alternativ-Wunschrouten angeben.

  • Der Ablauf

    : Für die meisten Jugendlichen ist zweierlei wichtig bei der Stellensuche: Es muss der richtige Beruf sein, und der Ausbildungsplatz muss halbwegs erreichbar sein. Danach orientiert sich auch der Tag der Ausbildung. Er besteht aus zwölf Bustouren, die einen thematischen und einen geografischen Schwerpunkt haben. Man meldet sich für die Tour an, die den eigenen Interessen am nächsten kommt . Die Busse steuern von ca. 9 bis 16 Uhr zwei bis vier Unternehmen pro Route an. Die Start- und Endpunkte einer Route sowie die genauen Abfahrts- und Ankunftszeiten werden Anfang November bekannt gegeben.

  • Der Inhalt:

    In jedem Unternehmen haben die Schüler jeweils ein bis zwei Stunden Zeit, den Betrieb und die angebotenen Ausbildungsberufe kennenzulernen und vielleicht den ein oder anderen Kontakt zu knüpfen. In einem der Betriebe gibt es jeweils Mittagessen. Am Ende der Fahrt bekommen alle Teilnehmer ein Zertifikat, das man zum Beispiel bei Bewerbungen beilegen kann.

  • Der Veranstalter:

    Organisiert wird „Talk“ von der Wirtschaftsförderung am Landratsamt, unterstützt von der Agentur für Arbeit, der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim, dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband, Kreissparkasse und den Volks-/Raiffeisenbanken im Kreis Kelheim.

Das Wichtigste ist laut Fuggenthaler: Spaß haben. Dazu gehört ein kollegiales Verhältnis und ein spannender Arbeitsalltag.

„Die Ausbildung ist super abwechslungsreich und macht richtig viel Spaß“, findet Johannes Prücklmayer. Schon zu Schulzeiten hat er sein Interesse für Finanzen entdeckt. Als Teilnehmer beim „Planspiel Börse“, bei dem Schüler ein fiktives Kapital von 50 000 Euro zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren bekommen, hat ihn die Thematik gepackt und bis zum Abitur nicht mehr losgelassen. „Danach stand für mich fest: Ich will bei der Sparkasse anfangen.“ Und das hat er noch keinen Tag bereut. „Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit und fühle mich hier richtig wohl.“ Vor allem das Arbeitsklima hat ihn überzeugt. „Es herrscht hier ein sehr kollegiales Verhältnis, man neckt sich und macht Späße, aber es ist auch immer jemand da, wenn man mal einen Rat braucht.“ An die Kleiderordnung musste sich Johannes erst gewöhnen – inzwischen befürwortet er sie aber: „Man macht schon einen viel kompetenteren Eindruck, wenn man einen Anzug trägt.“

Bei den Schulungstagen bringen einzelne Schüler den anderen Azubis ein bestimmtes Thema näher. Foto: Buchner
Bei den Schulungstagen bringen einzelne Schüler den anderen Azubis ein bestimmtes Thema näher. Foto: Buchner

Ein großer Pluspunkt ist für Johannes die Selbstständigkeit, die gefordert wird. „Bei kleinen ‚Schulungen‘ innerhalb der Sparkasse dürfen wir selbst viel gestalten. Wir erarbeiten in kleinen Gruppen Themen und präsentieren sie anschließend. Dadurch gehen wir den Stoff oft drei bis fünf Mal durch, so dass wir das wirklich verinnerlichen.“ Damit verfolgt Fuggenthaler das Ziel, die Gruppen zu stärken. „Wir wollen hier keine Einzelkämpfer“, sagt er, „wir wollen echte Teamplayer“.

In regionalen Sparkassen-Akademien oder über eine hauseigene Hochschule können sich Angestellte fortbilden.

Georg Fuggenthaler ist der Ausbildungsleiter bei der Kreissparkasse Kelheim. Foto: Buchner
Georg Fuggenthaler ist der Ausbildungsleiter bei der Kreissparkasse Kelheim. Foto: Buchner

Nach den erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungsjahren hat grundsätzlich jeder Auszubildende die Chance auf einen Übernahmevertrag. Denn jedes Jahr werden in der Regel so viele Stellen angeboten, wie Bedarf in den Filialen besteht. Trotzdem hängt eine Übernahme immer von den individuellen Leistungen ab. „Das was die Azubis in ihrer Ausbildungszeit geleistet haben, muss uns überzeugen. Aber in den letzten Jahren hatten wir hier fast immer eine hundert prozentige Übernahme“, sagt Fuggenthaler. Ihm zufolge schließen Sparkassen-Azubis regelmäßig ihre Abschlussprüfungen als Beste ab – dadurch stehen ihnen noch viele Türen offen. Vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten ermöglichen den jungen Menschen, nach ihrer Ausbildung noch verschiedene Wege einzuschlagen. Unter anderem besteht die Möglichkeit, sich über Seminare und Studiengänge an den regionalen Sparkassen-Akademien oder der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe weiterzubilden.

Eine Möglichkeit, die für Johannes attraktiv wirkt, ist die Weiterbildung über die Industrie- und Handelskammer zum Betriebswirt. Mit diesem Titel könnte er später unter anderem höhere Führungsaufgaben übernehmen. Auch ein Studium wäre eine Option – für viele bietet sich beispielsweise BWL an. Fuggenthaler hat erst vor kurzem einen Azubi bei der Sparkassen-Hochschule bis zum Master begleitet – angefangen hatte er mit einem Realschulabschluss. „Die fertige Ausbildung hat ihm ein Studium ermöglicht, schlussendlich hatte er seinen Master.“

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Sie ist weit mehr als Bademeisterin

Anna-Lena wird Fachangestellte für Bäderbetriebe im Keldorado. Eine klassische Ausbildung war für sie keine Option.

In den nächsten Jahren wird sich der Beruf des Bankkaufmanns wohl noch weiterentwickeln. Dass bereits ein Wandel geschehen ist, merkt Fuggenthaler in den Bewerbungszahlen. „Früher hatte ich hier 400 Bewerbungen für 20 Stellen, heute habe ich circa 80 für 10 Stellen.“ Seiner Meinung nach machen sich hier die Bankenkrisen bemerkbar, die an dem Image kratzen. „Was man aber nicht vergessen darf: Die Sparkasse steht im Vergleich sehr gut da.“ Mit aktuell 15.200 Auszubildenden in 390 Filialen ist die Sparkasse einer der größten Ausbilder bundesweit. Wegen all den Faktoren kann auch Johannes die Ausbildung zum Bankkaufmann nur weiter empfehlen.

Beim „Tag der Ausbildung“ am 21. November ist das Keldorado eine der Stationen. Welche weiteren Betriebe aus dem Bereich Banken/Versicherung gibt es noch zu entdecken? Und welche sonstigen Branchen? Das können Sie in dieser Grafik nachschauen! Sortieren Sie die Tabelle, indem Sie auf das Stichwort klicken oder suchen Sie nach einem Unternehmen oder einer Branche, indem Sie ihren Suchbegriff oben eingeben:

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