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Kultur

140.000 Besucher bei der Blauen Nacht

Die Großveranstaltung am Samstagabend in Nürnberg war wieder ein voller Erfolg. Doch mancherorts gab es gar kein Durchkommen mehr.
Von Thomas Tjiang

  • Die Rathausfassade am Hauptmarkt wurde als Projektionsfläche genutzt. Fotos: Tjiang
  • Ein „abgestürzter Lüster“ im Gewerbemuseum
  • „Wagner ist für alle da“ hieß es im Hof des Arbeitsamtes.
  • Auch die Lorenzkirche erstrahlte bei der Blauen Nacht in blau.
  • Startschuss für die 14. Blaue Nacht (v.l.): Hans-Peter Schmidt, Aufsichtsratschef der Nürnberger Versicherungsgruppe, Kulturreferentin Julia Lehner, die Sponsoren Armin Zitzmann (Nürnberger) und Melanie Söllch (N-Ergie) sowie OB Ulrich Maly.

Nürnberg. „Ich wünschen Ihnen für heute Abend den siebten Himmel oder den Himmel auf Erden.“ Mit diesen Worten gab am Samstag Hans-Peter Schmidt, Aufsichtsratschef der Nürnberger Versicherungsgruppe, gemeinsam mit der N-Ergie und Nestle-Schöller Hauptsponsor der Blauen Nacht, den Startschuss für Nürnbergs Kulturgroßevent. „Es ist Kunst und Kultur für viele“, ergänzte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, „aber es geht nicht um billige Effekte“. Mittlerweile müsse die Stadt eine „siebenstellige Summe bewegen“, um die Blaue Nacht zu stemmen. Damit sorge sie für eine „niederschwellige Art, Kunst und Kultur als Verblüffendes und Unerwartetes zu begegnen“.

Auf durchaus Unerwartetes stießen die Besucher etwa im historischen Rathaussaal. Dort präsentierte Rainer Junghanns seine Videoinstallation „GMT + Container“, einer der Kandidaten für den Publikumspreis, der im Juni verliehen wird. Zu sehen war ein Zusammenschnitt seiner Videoaufnahmen, die er auf Schifffahrten rund um den Globus aufgenommen hatte. Atlantik, Pazifik und ein Streifen Horizont– die Arbeit konnte die Besucher nicht richtig in den Bann ziehen. Ähnlich erging es dem Erlanger Werner beim Blick auf „The Great Escape“ (Die große Flucht) von Daniel Goehr und Florian Huth im Schmuckhof. „Ist das Kunst oder kann das weg?“, fasste er seine Ratlosigkeit zusammen.

Fasziniert waren die Blaue Nacht Flaneure mit ihren blau blinkenden Unterstützerbuttons an Garderobe oder Ohrläppchen dagegen von der Klanginstallation Oktaktum des Oberpfälzers Tone Schmid in der Ehrenhalle des Germanischen Nationalmuseums. Ein Bewegungsmelder löst Wassertropfen aus, die in eines von acht unterschiedlichen Metallgefäßen fallen und ein fesselnde Klangkulisse schaffen. Auch der First English Handbell Choir, eine Gruppe, die auf speziellen Glocken spielt, begeisterte im Foyer die Gäste aus nah und fern.

Karten für die Blaue Nacht sind sogar aus Prag und den USA geordert worden, sagte die Kulturreferentin. Aber viel mehr Kulturfreunde hätten es gar nicht werden dürfen. Ab 21 Uhr war die Strecke von der Burg, bei der Street-Art-Künstler Julian Vogel mit seiner Projektion „Ad Astra“ auf die Fassade der Kaiserburg begeisterte, bis zum KulturVIEReck Lessingstraße völlig überlastet. Das Durchkommen gestaltete sich zu einem echten Problem.

Regine hatte sich mit ihren Töchtern den Einzug von DarthVader angeschaut und wollte sich zum Hauptmarkt durchkämpfen. Aber sie hatten keine Chance und blieben in der Straße der Menschenrechte bei einer Tanzaufführung stecken. „Hier ist kein Weiterkommen, aber auf den Tanz können wir auch keinen Blick erhaschen.“ Ähnlich erging es Lili, die sich bei der Mitmachaktion „Wagner ist für alle da“ im Hof des Arbeitsamtes beteiligte. Bei Publikumspreisanwärter Anton Schumann konnten Besucher mit einer Wagner-Büsten aus Bauschaum ihr Verhältnis zum Großmeister in einer Videosequenz aufzeichnen lassen. Für Lili war das Mitmachen keine Frage und zückt ihren Ausweis mit Familiennamen Wagner. „Ich bin eine echte Nachfahrin“, sagt sie stolz.

Während für 23 Uhr im Opernhaus ein Konzert mit der Star Wars-Filmmusik des Oscar-Preisträgers John Williams angesetzt ist, drängen andere zum Hauptmarkt. Auf der Fassade des Rathauses wurde die Geschichte „Der Phantastonaut“ von Martin Böttcher projiziert, der die Fassadenstruktur geschickt in die Traumgeschichte einbezog und für viel Aufmerksamkeit sorgte.

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