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Gericht

18-Jähriger war mit Blaulicht unterwegs

Weil ein 18-Jähriger mit Blaulicht unterwegs war, musste er sich vor dem Amtsgericht Neumarkt verantworten.
Von Sarah Bloos

Mit Blaulicht war ein Mann in Neumarkt unterwegs. Foto: M. Führer, dpa
Mit Blaulicht war ein Mann in Neumarkt unterwegs. Foto: M. Führer, dpa

Neumarkt.Die Staatsanwaltschaft warf ihm Anmaßung eines öffentlichen Amtes vor. Für die Aufklärung seiner Tat zeigte sich der gebürtige Bulgare aber wenig kooperativ. Da auch die vorgeladenen Zeugen nicht erschienen waren, musste die Verhandlung nun vertagt werden.

Besagter Vorfall trug sich am Abend des 15. August letzten Jahres zu, als der junge Mann mit seinem Auto stadtauswärts auf der Nürnbergerstraße unterwegs war. Aus noch nicht geklärten Gründen schaltete der Autofahrer ein Blinklicht ein, welches laut Anklage an ein bei Einsatzkräften der Polizei gebräuchliches Blaulicht erinnerte. Ein vor ihm fahrender Motorradfahrer dachte daher, er habe es mit einer Zivilstreife der Polizei zu tun und blieb stehen. Währenddessen brauste der Angeklagte aber an ihm vorbei.

Im Gericht gestand er, die Lampe besessen und auch benutzt zu haben. Mehr ins Detail gehen wollte er aber nicht: „Weiß nicht, war ne blöde Idee von mir“. Und weiter: „Jetzt muss ich halt eine Strafe bekommen, ich bin schuld.“

Freiheitsentzug oder Geldstrafe

Diese Strafe fällt womöglich schwerer aus, als er ahnt: Denn in Deutschland kann man für Amtsanmaßung mit Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Unter den Straftatbestand der Amtsanmaßung fällt es, wenn man unerlaubt eine Amtshandlung ausführt, beispielsweise selbst eine Verkehrskontrolle durchführt. Das dürfen nur staatlich autorisierte Personen, in dem Fall die Polizei.

Nicht strafbar ist es allerdings, wenn man sich nur als Polizist verkleidet – vorausgesetzt man trägt keine echte Polizeiuniform, sondern nur ein Kostüm. Auch das Fahren mit Blaulicht kann unter Umständen als Amtshandlung betrachtet werden. Laut Gesetz muss der Angeklagte aber mit einem Bußgeld von 20 Euro und den Kosten des Verfahrens rechnen.

Mann blieb stumm

Während seiner Verhandlung knetete der junge Mann nervös mit den Händen. Seinen Blick hielt er die meiste Zeit auf den Tisch gesenkt. Obwohl Richter Marcel Dumke ihn mehrmals darauf hinwies, seine Kooperation sei wichtig für die Verhandlung und könne sich zu seinen Gunsten auswirken, blieb der 18-Jährige stumm. Die Jugendgerichtshilfe Tamara Münchsmeier verstand dieses Verhalten nicht: Bei dem Gespräch mit ihr habe er „alles erzählt“ und sei freundlich gewesen. „Irgendetwas ist komisch“, urteilte sie. Was auch immer passiert sein mag, die Motive des Angeklagten und die näheren Umstände seiner Tat wird man erst bei der nächsten Verhandlung erfahren.


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