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Attraktion

53 000 Dahlien für die Blumenbeiträge

Die MZ war dabei, als in Neumarkt die Wagen für den Volksfestzug geschmückt wurden. Es gab einen Blüten-Rekord.
Von Lothar Röhrl

  • Der Seriensieger „Neumarkt Eagles“ (hier Michael Schwab am Dreheisen) schickte heuer ein Pferdekarussell ins Rennen. Foto: Röhrl
  • Kleben statt Schwimmen hieß es für diese beiden ASVler. Foto: Röhrl
  • Heinz Zimmermann (l.) schreinerte derweil den „Schlossspiele“-Wagen. Foto: Röhrl
  • Georg Kohlmann und Erwin Achhammer mit den neu gezüchteten Farben Foto: Röhrl
  • Ministranten-Arbeitsteilung: Einer klebt, eine assistiert, einer will gewinnen...
  • Georg Ziegler (in Orange) und Erwin Achhammer (in Rot) steckten rote Dahlien-Blüten auf die Styropor-Unterlage. Foto: Röhrl

Neumarkt.„Dalli, Dalli mit den Dahlien!“: So hektisch ist es freilich am Samstagvormittag nicht zugegangen, als es im städtischen Bauhof um das Schmücken der Blumenwagen gegangen ist. Dennoch lassen die Zahl der zu verarbeitenden Blüten – fast alle eben Dahlien – und die für den Nachmittag vorhergesagten Temperaturen bis zu 35 Grad darauf schließen, dass alle wohl schnell fertig sein wollten.

Der Frühaufsteher dieses Tages war der Leiter der Stadtgärtnerei: Schon um 5.30 Uhr sei er an diesem Samstag Richtung Rednitzhembach aufgebrochen, berichtete Georg Ziegler der MZ. Dort öffnete um 6 Uhr der Großhändler, über den die Stadt heuer 53 000 Blüten bestellt hatte. Das sind noch einmal deutlich mehr als die exakt 47 800, die im Vorjahr schon neuer Rekordwert gewesen waren. Tags zuvor hatte der Händler die Fracht erhalten, die auf einem riesigen Blumenfeld in den Niederlanden herangewachsen und dort – im wahrsten Sinn des Wortes Stil-los – geerntet worden war.

„Früher hatte es nur weiße, rote und gelbe gegeben. Jetzt gibt es die Blüten in acht Farben“, merkte Erwin Achhammer, der stellvertretende Leiter der Stadtgärtnerei an, während er Georg Kohlmann half, 16 Kisten mit je 200 Blüten in dessen Kombi zu verstauen. Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins nahm die Blumen mit, um sich zusammen mit Mitgliedern in Woffenbach zu verstauen. Darunter waren auch orangefarbene Blüten. Diese Neuzüchtung gefiel Kohlmann und Achhammer sehr.

Gleich vor Ort verarbeiteten die Neumarkt Eagles die Dahlien. Die Eissportfreunde sind in den vergangenen Jahren Seriensieger der Wertung des bestens Zugbeitrag gewesen. 2014 hatten sie einen Blumen-Thron gebaut, von dem aus ihr Vorschlag für eine irgendwann einmal stattfindende Wahl zu einer Neumarkter Volksfestkönigin huldvoll zu den Massen entlang des Zugs winkte. Weitere Siege hatte es zuvor mit einem beweglichen Riesenrad und dem Nachbau der an den Verein vom Behinderten-Beirat verliehenen „Sympathieblume“ gegeben.

Heuer hatte sich die zweite Vorsitzende Daniela Schwab ein sich drehendes Pferde-Kinderkarussell ausgedacht. Die Pferde aus Styropor und die Aufbauten hatten die Eishockey-Cracks in den zuletzt bekannt eisfreien Monaten errichtet. Am Samstag hefteten sie die Blumen mit 3000 U-Stiften fest. Das gehe schneller als die Blüten anzukleben, sagte Daniela Schwabs Mann Michaela. „Es gibt aber eine Kehrseite: Die geklebten Blüten lassen sich schnell mit der Spachtel abkratzen. Bei den gesteckten muss man jede Blüte herausziehen und dann die Stifte davon trennen, bevor sie am Bauhof in den Kompost-Container geworfen werden.“

Dass der Zug selbst nur eineinhalb Stunden dauert, ist auch für die Ober-Ministranten der Hofkirche kein Grund, sich nicht Jahr für Jahr schon einige Zeit vorher auf ihn vorzubereiten. Gut ein Dutzend junger Damen und Herren klebten am Samstagvormittag in Bauhof an ihrer Idee. Diese hatte etwas mit Himmel zu tun. Daher zierten neben vielen Blüten auch Berge von Watte als Wolken ihren Wagen. Von diesem herab sollte Kaplan Markus Müller am Sonntag grüßen.

Mit vor Ort war neben den Schwimmern des ASV wie so oft an einem solchen Tag vor dem Festzug Heinz Zimmermann vom Theaterverein „Schlossspiele Neumarkt“. Bevor ihr Wagen auch mit Blumen geschmückt wurde, zimmerte der gelernte Schlosser erst die Aufbauten auf einen flachen Wagen. Mit Sicherheit wird dieses einfache Vehikel beim Festzug dank Zimmermanns Einfallsreichtum so nicht wiederzuerkennen gewesen sein.

In der Halle neben dem Freigelände werkelten derweil Georg Ziegler am Beitrag ihrer Stadtgärtnerei. Mit Tausenden von roten Dahlien wurde ein großes Styropor-Herz besteckt. Obwohl dieser August wegen der Hitze für die Stadtgärtnerei ungewöhnlich arbeitsreich geworden ist, wollten Ziegler und gut die Hälfte der aktuell 56 Mitarbeiter der Stadtgärtnerei auf diese Tradition nicht verzichten.

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