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Betreuung

6,8 Millionen für Kinderhaus

Beilngries legt Eckdaten für neues sechsgruppiges Kinderhaus fest. Gebäude wird in Massivholzbauweise errichtet.
Von Markus Rath

Auf dem Grundstück hinter beziehungsweise neben der bestehenden Grundschule sollen das neue Kinderhaus und der Erweiterungsbau für die Grundschule entstehen. Foto: Hans Gleisenberg
Auf dem Grundstück hinter beziehungsweise neben der bestehenden Grundschule sollen das neue Kinderhaus und der Erweiterungsbau für die Grundschule entstehen. Foto: Hans Gleisenberg

Beilngries.Neu gebaut und doch schon wieder zu klein. Weil die Kinderzahl in Beilngries konstant steigt, reicht der neue Franziskuskindergarten im Sulzpark schon heute nicht mehr aus, um allen Betreuungswünsche der Eltern nachzukommen. Mehr Geburten und der Zuzug junger Familien sind dabei die Triebfedern. Gleichzeitig wächst der Anteil der Kinder, die nicht mehr in der Familie betreut werden können, sondern einen Platz in Kinderkrippe oder Kindergarten benötigen. Mit einer Investition von fast sieben Millionen Euro erweitert Beilngries deshalb seine Kapazitäten in der Kinderbetreuung. Errichtet wird für dieses Geld ein sechsgruppiges Kinderhaus, das den städtischen Betrieb aus dem Franziskus-Altbau in zwei Jahren aufnehmen kann.

Architekt stellt Varianten vor

Architekt Felix Denzinger stellte den Stadträten dafür mehrere Planungsvarianten vor, bei denen erste Vorgespräche mit der Bauverwaltung eingeflossen sind. Unstrittig war dabei die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück. Denzinger empfahl, das Gebäude südwestlich der Grundschule zu bauen. Östlich davon soll dann der Erweiterungsbau der Grundschule entstehen, wobei bisher keine Verbindung der beiden Gebäude vorgesehen ist. Allerdings soll die Küche für das Kinderhaus so positioniert werden, dass sie später auch die Grundschule versorgen könnte. Dies erfolgt bisher über die Mensa des Gymnasiums. Das neue Kinderhaus soll nach Westen ausgerichtet werden, weil die Stadt plant, die Busanbindung von Kindergarten und dem benachbarten Schulzentrum künftig von dieser Seite einzurichten. Bisher erfolgt die Busanfahrt für die Schüler über den Volksfestplatz.

Mit dem Rufbus kommen Fahrgäste auch in kleinere Ortsteile des Landkreises. Foto: Röhrl
Mit dem Rufbus kommen Fahrgäste auch in kleinere Ortsteile des Landkreises. Foto: Röhrl

Laut Bürgermeister Alexander Anetsberger muss die Stadt dafür aber noch eine baurechtliche Hürde meistern: Der geplante Bushalt befände sich nämlich im Überschwemmungsgebiet der Altmühl. „Wir würden aber den Retentionsraum nicht verringern und auch den Hochwasserabschluss nicht verändern. Daher denke ich, dass wir diese Hürde meistern können“, sagte der Bürgermeister. Das Gremium folgte diesem Optimismus und stimmte einstimmig für diese Planungsvariante.

Stadtrat wünscht sich ebenerdigen Bau

Diskutiert wurde außerdem die Frage, ob das Haus ein- oder zweigeschossig gebaut werden soll. Denzinger wies darauf hin, dass zwei Stockwerke im Bau trotz Treppenhaus und Aufzug wahrscheinlich etwas günstiger kommen würden als die eingeschossige Version, weil einfach die Flächen von Bodenplatte und Dach kleiner wären. Auch der geringere Flächenverbrauch spreche für den zweigeschossigen Bau.

Nach der örtlichen Rechnungsprüfung hat der Stadtrat den Jahresabschluss der Lazarettstiftung mit einer Bilanzsumme von 6,543 Millionen Euro festgestellt. Foto: Rath
Nach der örtlichen Rechnungsprüfung hat der Stadtrat den Jahresabschluss der Lazarettstiftung mit einer Bilanzsumme von 6,543 Millionen Euro festgestellt. Foto: Rath

Das Gremium votierte aber mit großer Mehrheit für einen ebenerdigen Bau und folgte damit dem Argument von Stadträtin Brigitte Frauenknecht (Bürgerliste/FW), die herausstellte, dass eine Treppe die Betreuungsarbeit deutlich erschwere. Auch pädagogische Raumkonzepte seien auf einem Stockwerk viel leichter umzusetzen. Diese Aussage deckte sich auch mit der Antwort, die Anetsberger bei der Leiterin des städtischen Franziskuskindergartens erhalten hatte, die sich auch für eine Eingeschossigkeit aussprach. Neben Frauenknecht vertraten auch ihre Fraktionskollegen Anton Bauer und Manfred Thoma sowie Anton Grad und Dr. Jochen Maurer (beide CSU) die Auffassung, dass das Grundstück genügend Platz biete, um eine Zweigeschossigkeit, wie sie im Sulzpark notwendig war, zu vermeiden.

Stadt setzt auf Massivholz

Als Bauweise für das Kinderhaus schlug Denzinger dann eine Ausführung mit Massivholzwänden vor, was auch eine deutliche Mehrheit im Stadtrat fand. Ein Gebäude aus Holz komme bei den Eltern gut an, die dadurch entstehenden warmen Oberflächen würden zudem die Zugluftanfälligkeit senken. Holz sei außerdem gut für die Energiebilanz. „Aus unserer Sicht ist diese Bauweise für eine Kinderbetreuungseinrichtung ideal“, sagte er, wobei er auch klar machte, dass sich Vor- und Nachteile im Vergleich zur Ziegelbauweise die Waage halten würden.

Beispiel für das Beleuchtungskonzept in der Langen Gasse. Foto: Rath
Beispiel für das Beleuchtungskonzept in der Langen Gasse. Foto: Rath

Nachdem Denzinger noch die erste Kostenschätzung mit 6,8 Millionen Euro präsentiert hatte, fragte Roland Bachhuber (CSU) den Planer nach seinen Erfahrungen mit einem Generalunternehmer. Schließlich hätte Beilngries schmerzhafte Erfahrungen mit Kostensteigerungen beim Bau des Franziskuskindergartens gemacht. „Wenn sie einen Viehzüchter fragen, was er von einem Vegetarier hält, bekommen sie die gleiche Antwort“, sagte Denzinger. Aus seiner Sicht garantierten Generalunternehmer zwar fixe Kosten, würden aber dann versuchen aus allen Gewerken das Beste für sich herauszuholen. Denzinger: „Das ist aus unserer Erfahrung nicht unbedingt förderlich für die Qualität der Bausubstanz.“ Zudem gebe es für einen Planer durchaus Möglichkeiten, Bauunternehmen auszubremsen, die versuchten, Lücken in der Ausschreibung für Kostennachträge auszunutzen.

Nachrichten aus dem Stadtrat

  • Lichtkonzept:

    Der Stadtrat stimmte dem Beleuchtungskonzept für die Lange Gasse , das vom Planungsbüro Bamberger vorgestellt wurde. Kosten wird das Projekt inklusive Lichtsteuerungsanlage und der Beleuchtung des Stadtturmes rund 43 000 Euro.

  • Rufbus:

    Anetsberger informierte über die aktuell laufende Fortschreibung des Nahverkehrsplans im Landkreis Eichstätt. Inwieweit die Anregungen der Gemeinden umgesetzt werden – Beilngries ist als Pilotregion für ein Anrufbussystem vorgesehen – hängt von der Finanzierung ab.

  • Seniorenheim:

    Nach der örtlichen Rechnungsprüfung hat der Stadtrat den Jahresabschluss der Lazarettstiftung mit einer Bilanzsumme von 6,543 Millionen Euro festgestellt. Dem Bürgermeister wurde die Entlastung erteilt.

  • Kevenhüll:

    Nachdem die Aufgaben immer komplexer werden, verzichtet die Kirchenverwaltung auf die Trägerschaft des Kindergartens. Es ist aber noch unklar, ob die Stadt Beilngries oder die Katholische Kindertageseinrichtungen Ingolstadt gGmbH diese übernimmt.

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