MyMz
Anzeige

Landtagskandidat

99,4 Prozent: Riesenschub für Füracker

Neumarkter Kreisverband schickte das Kabinettsmitglied aus Degerndorf ins erneute Rennen um eine Kandidatur für den Landtag.
Von Lothar Röhrl

Albert Füracker (4. v. r.) ist am Freitag erneut zum Kandidaten des CSU-Kreisverbandes bei einer Landtagswahl gewählt worden. Das ist laut Füracker nicht bei einer Versammlung geschehen, die „wie bei anderen Parteien in einer Telefonzelle Platz gehabt hätte“. Die Kreisspitze gratulierte ihm.Foto: Röhrl
Albert Füracker (4. v. r.) ist am Freitag erneut zum Kandidaten des CSU-Kreisverbandes bei einer Landtagswahl gewählt worden. Das ist laut Füracker nicht bei einer Versammlung geschehen, die „wie bei anderen Parteien in einer Telefonzelle Platz gehabt hätte“. Die Kreisspitze gratulierte ihm.Foto: Röhrl

Berg.Er hat das überwältigende Ergebnis bekommen, das sich CSU-Kreisvorsitzender und MdB Alois Karl für den Degerndorfer gewünscht hatte: Mit 171 von 172 gültigen Stimmen hat die Delegiertenversammlung des CSU-Kreisverbandes Neumarkt am Freitagabend Albert Füracker erneut zu ihrem Kandidaten für eine Landtagswahl bestimmt. Wann diese Wahl genau im September des kommenden Jahres stattfinden wird, steht noch lange nicht fest. Ungeachtet dessen habe die CSU schon jetzt die Nominierungsversammlungen abhalten wollen, begründete Füracker in seiner Funktion als Bezirksvorsitzender der CSU.

Freilich: Wegen der einen Nein-Stimme im Berger Knör-Saal verfehlte Füracker mit 99,4 Prozent nur knapp die 100 Prozent. Allerdings hatte der 49-Jährige schon vor Beginn der Abstimmung erklärt, dass er nicht unbedingt 100 Prozent brauche. Denn das Wahlergebnis bei der SPD, als Martin Schulz mit 100 Prozent zum Parteivorsitzenden und damit Kanzlerkandidaten gewählt worden war, zeige: „Wer heute oben ist, kann übermorgen ganz unten sein“ – damit spielte Füracker auf das derzeitige Umfragetief der Bundes-SPD an.

Landkreis ist an der Spitze Europas

In seiner 35-minütigen „Vorstellungsrede“ hob Füracker immer wieder hervor, dass es ihm in seinen bisher zwei Perioden als Mitglied des Landtags vor allem um Harmonie gegangen sei. Während anderswo Abgeordnete im Streit mit Bürgermeistern ihres zu betreuenden Landkreises lägen, gebe es in Neumarkt zwischen ihm und allen Gemeindechefs eine große Zusammenarbeit. Diese und die Leistung der Menschen, aber auch der Verwaltungen hätten den Landkreis Neumarkt in eine exzellente Position gebracht. Das liege aber auch an der CSU. Füracker spitzte diese zuvor auch von Alois Karl in ähnlicher Weise getätigte Aussage noch zu: Demnach würden 80 Millionen Deutsche die 13 Millionen Bayern beneiden – und diese würden die 130 000 Menschen im Landkreis Neumarkt. Der Kreis liege damit an der Spitze in Bayern und Bayern liege wiederum an der Spitze in Deutschland, das wiederum an der Spitze in Europa sei.

Füracker griff die SPD und „neuartige Wählergruppen“ an, die demgegenüber behaupteten, dass Bayern in Kürze untergehen werde. Das täten sie ungeachtet dessen, dass viele Menschen in Bayern ihre Wirklichkeit ganz anders wahrnehmen. Gerade die Arbeitnehmer im Landkreis Neumarkt hätten in den vergangenen zehn Jahren an ihrem Pro-Kopf-Einkommen merken können, was sich für sie auch bei der Qualität ihres Arbeitsplatzes zum Besseren hin verändert habe. Füracker sprach von einer Steigerung um 54 Prozent im Schnitt. Zum Vergleich dazu sei in Deutschland das Pro-Kopf-Einkommen in diesem Zeitraum um 29 Prozent und in Bayern um 31 Prozent gestiegen.

„Will Bürgeranwalt bleiben“

Trotz seiner dritten Nominierung für die Kandidatur um das Direktmandat des Landkreises Neumarkt versprach Albert Füracker, sich weiter so zu verhalten, wie er es seit seinem ersten Einzug in den Landtag getan habe. „Ich habe noch nie den Vorwurf gehört, zu wenig präsent im Kreis Neumarkt zu sein.“ Wenn es um menschliche Schicksale gegangen sei, habe es bei ihm dafür noch nie eine verschlossene Tür gegeben. Selbst Sonntagfrüh habe er dafür schon Ortstermine wahrgenommen. Füracker versprach, Bürgeranwalt bleiben zu wollen.

Für den Fall einer Wiederwahl in den Landtag zeigte sich der aktuell als Staatssekretär im Finanz- und Heimatministerium berufene Füracker „bereit“. Denn dann wolle er weiter die Kommunen im Kreis stärken.

Nominierung von Albert Füracker

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht