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Abschied fällt Pfarrer Gerstner nicht leicht

Der evangelische Geistliche verlässt Lauterhofen nach 34 Jahren. Die Arbeit mit Kindern liegt ihm besonders am Herzen.
Von Hans-Jürgen Hennig

Abschied nach 34 Jahren: Pfarrer Helmut Gerstner mit den beiden Mesnerinnen von Lauterhofen, Monika Eichinger und Christa Eichinger  Foto: Hans-Jürgen Hennig
Abschied nach 34 Jahren: Pfarrer Helmut Gerstner mit den beiden Mesnerinnen von Lauterhofen, Monika Eichinger und Christa Eichinger Foto: Hans-Jürgen Hennig

Lauterhofen.In der Kirche St. Michael in Lauterhofen fand am Sonntagmorgen ein besonderer Gottesdienst statt: die Verabschiedung des evangelischen Pfarrers Helmut Gerstner.

Pfarrer Gerstner eröffnete den Gottesdienst und sprach über die vergangenen 34 Jahre, in denen er der evangelischen Gemeinde vorstand. „Nun gilt es Abschied zu nehmen unter den besonderen Bedingungen, die uns durch die Corona-Pandemie auferlegt sind“, erklärte der Pfarrer. Er freute sich, dass trotz der widrigen Umstände und der ungewohnten Auflagen, mit Mund-Nasen-Schutz, Desinfektion und Abstand halten, so viele in den Gottesdienst gekommen waren. „Und ich danke der katholischen Pfarrgemeinde, dass wir uns in der großen Marktkirche St. Michael zum Gottesdienst treffen können“, begann er den Rückblick auf seine Zeit in Lauterhofen.

Dabei wurde deutlich, dass ihm der Abschied nicht leicht fiel. Pfarrer Gerstner sprach von Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, vom engen Hals, von flauen Gefühl im Bauch und vom schweren Herzen mit Blick auf den bevorstehenden Abschied. Er bedauerte, dass es unter den gegebenen Umständen nicht möglich sei, ein Abschiedsfest zu feiern. „Wir feiern in dieser Woche das Fest Christi Himmelfahrt. Da geht es auch um einen Abschied, der für die Jünger Jesu einschneidend war“, betonte Gerstner und nahm Bezug darauf, wie sich Jesus von seinen Jüngern verabschiedete.

Einen besonderen Dank für die gute Zusammenarbeit, richtete er an die Mesnerinnen Monika Eichinger und Christa Eichinger. Sie bereiten stets die Mariahilf-Kapelle für die Gottesdienste vor, sorgten für den Blumenschmuck und für die Sauberkeit. Außerdem sind Monika Eichinger und Christa Eichinger auch Ansprechpartner für die evangelischen Gemeindeglieder in Lauterhofen, für die sie auch die Gemeindebriefe austragen.

Nach gemeinsamen Gebeten und Liedern, die mit Mundschutz gesungen wurden, sprachen auch der katholische Pfarrer Gerhard Ehrl, Bürgermeister Ludwig Lang, Schuldirektor Bernhard Dürr und Andreas Fersch, der Leiter von Regens Wagner, Abschiedsworte. In allen Reden kam der herzliche Dank zum Ausdruck für die gemeinsame Zeit und die stets gute Zusammenarbeit. Jeder der Gastredner übergab auch ein Präsent an Pfarrer Gerstner, mit den besten Wünschen für die Zukunft.

Pfarrer Helmut Gerstner wurde in Augsburg geboren. Sein Vater war dort Lehrer und seine Familie gläubige Christen, was ihn stark prägte. In seiner Jugend spielte er im Posaunenchor mit. Durch seine starke Verbundenheit zum Glauben und zur Kirche entschied sich Helmut Gerstner dafür, Pfarrer zu werden. Von 1978 bis 1984 studierte er dann Theologie in München und Erlangen. 1986 führte ihn sein Lebensweg nach Alfeld, wo er in seine erste Pfarrerstelle eingeführt wurde. Mit seiner Frau Hannelore hat er zwei Kinder.

Von sich selbst sagt Pfarrer Gerstner, dass ihm die Arbeit in den Schulen Schulen und mit Kindern sehr am Herzen liegt. Als eine besondere Herausforderung sieht er aber stets die Begleitung von Menschen in tiefem Leid. „Dabei habe ich die eigene Ohnmacht erfahren und doch spüren dürfen, dass wir auch im finstern Tal von Gott gehalten sind“ betont er.

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