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Termin

Acht spannende Denkmäler zu entdecken

Beim Tag des offenen Denkmals am 8. September öffnen im Landkreis Neumarkt Gebäude, die man sonst nur von außen sehen kann.
Von Eva Gaupp

  • Im Oktober 2019 sollen die Bräustuben in Pyrbaum fertig sein.
  • Ein privater Unternehmer hat das Gebäude Marktplatz 35 gekauft und saniert es.

Neumarkt.Am Tag des offenen Denkmals öffnen bundesweit historische Gebäude ihre Pforten die sie teilweise sonst für die Öffentlichkeit geschlossen halten. Darüber hinaus werden Führungen und Aktionen angeboten. Dieses Jahr lautet das Motto am Sonntag, 8. September: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Auch im Landkreis Neumarkt laden acht Gebäude zu einer besonderen Entdeckungstour ein.

Von der Nürnberger Straße aus präsentieren sich die Bräustuben so.
Von der Nürnberger Straße aus präsentieren sich die Bräustuben so.

Pyrbaum: Aus altem Gasthaus werden die neuen Bräustuben

Der Tag des offenen Denkmals ist eine gute Gelegenheit zu sehen, was aus dem ehemaligen Gasthaus Sommerkeller geworden ist. Nachdem das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert mitten im Ort viele Jahre leer gestanden war, hat die Marktgemeinde das Architekturbüro Berschneider + Berschneider mit der Sanierung beauftragt. Erst Ende Oktober wird das Veranstaltungsgebäude seiner Bestimmung übergeben. (Angebot am 8.September: geöffnet von 13 bis 17 Uhr, Führungen um 14 und 15.30 Uhr; durchlaufende Power-Point-Präsentation; Adresse: Nürnberger Straße 2, Pyrbaum)

Im Fleischmichl-Haus in Pavelsbach ist das Dorfmuseum beheimatet.
Im Fleischmichl-Haus in Pavelsbach ist das Dorfmuseum beheimatet.

Pavelsbach: So lebten Menschen zwischen 1900 und 1960

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das alte Bauernhaus in Pavelsbach bereits im Jahr 1819, es stammt wohl aus dem Jahr 1813. Seit 2001 beherbergt es das Dorfmuseum. Seinen Namen „Fleischmichl-Haus“ verdankt es seinem ersten bekannten Besitzer, Michael Fleischmann. Das Haus mit Hofstelle gibt den Besuchern einen Eindruck davon, wie die Menschen zwischen 1900 und 1960 gelebt haben, denn Stube, Kammer und Scheune sind noch ausgestattet mit original Möbeln und typischen Alltagsgegenständen wie Geschirr, Spielzeug oder Werkzeug. Eine Ausstellung zeigt das Kriegsende in Pavelsbach mit Zeitzeugenberichten. (Angebot am 8.September: geöffnet von 12 bis 17 Uhr, Führungen nach Bedarf; Kontakt: Paula Pröpster, Tel. (09180) 1671; Adresse: Ludwigstraße 23, Postbauer-Heng).

Von dem einstigen prächtigen Schloss ist nur noch der Ostflügel erhalten.
Von dem einstigen prächtigen Schloss ist nur noch der Ostflügel erhalten.

Postbauer-Heng: Erinnerung an die Zeit der Ritter

Das Deutschordensschloss, das heute vielen Kulturschaffenden eine Heimat bietet, hat eine sehr alte Geschichte. Die Wurzeln des Deutschordenspflegamts in Postbauer-Heng gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, auf eine Zeit, da die Kreuzritter in den Nahen Osten zogen. Namhafte Persönlichkeiten vermachten damals ihr Vermögen dem Deutschen Orden – unter ihnen auch Ulrich von Sulzbürg, der Güter in Köstelbach, Röckersbühl, Pölling und Heng besaß. 1720 begann der Bau des prächtigen Schlosses mit drei Flügeln, einem dominierenden Turm und vier Ecktürmen. Als das Pflegamt 1805 aufgelöst wurde, erwarb ein pensionierter Hauptmann den Sitz. 1996 hatte der Markt Postbauer-Heng den übriggebliebenen Ostflügel des Schlosses gekauft und zu einem Veranstaltungsgebäude umgebaut. (Angebot am 8.September: geöffnet von 14 bis 17 Uhr, Vorträge: 14 Uhr: Der Deutsche Orden, 15.30 Uhr: Das Pflegamt Postbauer, 16.30 Uhr: Baugeschichte des Schlosses; Führungen zwischen den Vorträgen; Adresse: Ezelsdorfer Straße 5)

Das Schreiberhaus ist das älteste profane Gebäude in Neumarkt.
Das Schreiberhaus ist das älteste profane Gebäude in Neumarkt.

Neumarkt: Die Geschichte der Stadt unter einem Dach

Das Schreiberhaus ist der älteste Profanbau in der Stadt Neumarkt. Älter sind sonst nur kirchliche Gebäude. Das gotische Bürgerhaus mit seinem markanten Fachwerk wurde 1430 errichtet und die Stadt hat es 1989 gekauft, um es zu sanieren. Bei diesen Arbeiten sind viele interessante Erkenntnisse zu seiner Geschichte ans Tageslicht gebracht worden – unter anderem ist ein rituelles jüdisches Bad, eine Mikwe, entdeckt worden. (Angebot am 8.September: geöffnet von 11 bis 16 Uhr; Im Innenhof: Informationen und Ausstellung zu Neumarkt als Residenzstadt, Bauen im Mittelalter; Mitmachaktion: Vermessungstechniken im Mittelalter ; Führungen: 14 und 15 Uhr ; Adresse: Bräugasse 19)

Das Konventgebäude des Birgittenklosters beherbergt eine Ausstellung zur Geschichte des Klosters.
Das Konventgebäude des Birgittenklosters beherbergt eine Ausstellung zur Geschichte des Klosters.

Gnadenberg: Ein Kloster als Erbe einer ungewöhnlichen Frau

Die beeindruckende Klosterruine aus dem Jahr 1420 ist ohne Führung nicht zugänglich. Ihre imposanten Mauern sind nur von außen zu bestaunen. Anders verhält es sich mit dem einstigen Konventgebäude, das die Gemeinde Berg saniert und in ein Besucher- und Veranstaltungszentrum umgebaut hat. Dort erfahren die Gäste, was es mit dem Birgittenorden auf sich hat, der sich einer schwedischen Heiligen verschrieben hat. Hinter den historischen Mauern finden sie aber nicht nur eine Ausstellung und jede Menge Informationen über das einst prächtige Kloster, das bereits im 30-Jährigen Krieg zerstört worden ist. Im idyllischen Klostergarten, der nach den Angaben der heiligen Birgitte vergangenes Jahr erweitert worden ist, gedeihen Heilpflanzen, die schon die heilkundlichen Nonnen genutzt haben. (Angebot am 8.September: geöffnet von 10 bis 17 Uhr; Führungen: stündlich; Adresse: Gnadenberger Straße)

Viele Jahre stand das Schreiberhaus in Pölling leer. Der neue Besitzer hat es saniert und Platz für fünf Wohnungen geschaffen.
Viele Jahre stand das Schreiberhaus in Pölling leer. Der neue Besitzer hat es saniert und Platz für fünf Wohnungen geschaffen.

Pölling: Schandfleck wird zum modernen Wohntraum

Viele Jahre ist das zweite Schreiberhaus in Neumarkt leer gestanden. Immer wieder gab es Überlegungen für eine moderne Nutzung – unter anderem dachten die Stadträte darüber nach, dort ein Bürgerhaus für Pölling unterzubringen. Letztlich hat ein Unternehmer das Gebäude im Stadtteil erworben, es grundlegend saniert und Platz für fünf Wohnungen geschaffen. Im Jahr der Französischen Revolution 1789 entstanden, hatte das zweigeschossige Haus früher auch eine Gastwirtschaft mit Tanzboden beherbergt. (Angebot am 8.September: geöffnet von 10 bis 12 und 13 bis 15 Uhr. Besichtigung von einer, evtl. zwei Wohnungen; Führungen: nach Bedarf ; Adresse: Pöllinger Hauptstraße 49)

Viele Jahre fuhr man auf dem Weg zum Marktplatz von Lauterhofen an einer baufälligen Ruine vorbei. Diese Zeiten sind vorbei.
Viele Jahre fuhr man auf dem Weg zum Marktplatz von Lauterhofen an einer baufälligen Ruine vorbei. Diese Zeiten sind vorbei.

Lauterhofen: Baustelle betreten – ausdrücklich erwünscht

Die Alte Mälze und späterer Brauereistadel ist ein weiteres Gebäude, das gerade saniert wird. Erst im Sommer 2020 werden die Arbeiten wohl abgeschlossen. Am Eingang zum Marktplatz entsteht ein Ort der Begegnung, Platz für Kultur und Freizeit. Viele Jahre war das baufällige Haus leergestanden, bevor die Marktgemeinde es von privat erworben hat. (Angebot am 8. September: geöffnet von 13 bis 17 Uhr; durchlaufende Power-Point-Präsentation; Führungen: 14 und 15.30 Uhr; Adresse: Neumarkter Straße)

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