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Natur

AELF Neumarkt informiert über Verbiss

In Sachen Wildverbiss haben Jäger und Waldbesitzer bisweilen konträre Ansichten. Experten warnen vor „Extrempositionen“.
Von Andreas Friedl

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit seinem Leiter Harald Gebhardt (2.v.l.) informierte bei einer Veranstaltung im Waldgebiet des Katzenbergs über dieses Thema. Foto: Friedl
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit seinem Leiter Harald Gebhardt (2.v.l.) informierte bei einer Veranstaltung im Waldgebiet des Katzenbergs über dieses Thema. Foto: Friedl

Lupburg.Das Thema „Waldverjüngung und Wildverbiss an jungen Bäumen“ berührt Waldbesitzer und Jäger gleichermaßen. Nicht, dass die beiden Parteien in ständigem Streit darüber liegen würden. Aber manchmal gibt es doch die eine oder andere Meinungsverschiedenheit, ob zu viel oder zu wenig Wild erlegt wird.

Vor Kurzem informierte nun das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit seinem Leiter Harald Gebhardt bei einer Veranstaltung im Waldgebiet des „Katzenberg“, der zwischen Degerndorf und Lupburg liegt, über dieses Thema. Mit dabei waren auch der örtliche Hegeringleiter Karl Fischer, der erste Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Alexander Lippert, Revierförsterin Christl Schnell und einige Jäger sowie mehrere Waldbesitzer.

Wie Gebhard sagte, erstelle die bayerische Forstverwaltung seit 1986 alle drei Jahre ein Gutachten zur Situation der Waldverjüngung – auch Vegetationsgutachten genannt. Bevor diese forstlichen Gutachten aber erstellt werden, führen die Mitarbeiten der Forstverwaltung alle drei Jahre im Vorfeld der sogenannten „Drei-Jahres-Abschlussplanung für Rehwild“ von Ende Februar bis Anfang Juni eine Inventur der Waldverjüngung durch.

40 000 Bäume untersucht

Dabei werden an 580 Inventurpunkten im Landkreis rund 40 000 junge Waldbäume untersucht. Vor allem darauf, ob und wie stark diese durch Schalenwildverbiss (Rehwild, Rotwild, und andere) beeinflusst sind. Aus den Ergebnissen wird dann für die rund 750 Hegegemeinschaften in Bayern (17 im Landkreis Neumarkt) ein forstwirtschaftliches Gutachten erstellt. Diese Gutachten seien, wie Gebhardt sagte, für alle an der Abschlussplanung Beteiligten – ob Jagdvorstand oder Revierinhaber – ein wichtiges Hilfsmittel, um gesetzeskonforme Abschlusspläne aufzustellen.

Wie dann Revierförsterin Christl Schnell erklärte, beißen die Rehe in der Regel nur die Spitzen und oberen Äste der etwa 20 bis 40 Zentimeter hohen Fichten ab. Auch am Katzenberg ist das so. Sie erklärte weiter: Um hier ein verwertbares Gutachten zu erstellen, müssen auf einer Strecke von mindestens 50 Metern Länge mindestens acht kleine Bäume stehen.

Hier finden Sie Informationen zum Thema Verbiss:

Verbiss

  • Definition:

    Unter Verbiss bezeichnet man das Abbeißen von Knospen, Blättern oder Zweigen.

  • Verbreitung:

    Vor allem land- oder forstwirtschaftlich erwünschte Pflanzen sind betroffen.

  • Entstehung:

    Der Verbiss erfolgt durch Wild- und Nutztiere. Er kann eine Pflanze absterben lassen.

Wie sich Hegeringleiter Karl Fischer dazu äußerte, heiße es „Wald vor Wild“. Jedoch sollte der Grundsatz „Wald und Wild“ gelten. Denn nur so sei ein gutes Miteinander zwischen Jäger und Waldbesitzer möglich. „Man sollte keine Extrempositionen einnehmen.“ Diesen Worten widersprach auch Gebhardt nicht: „Die Sache sollte vor Ort geregelt werden. Miteinander reden ist auf jeden Fall besser als übereinander reden.“

Diese Aussage bestätigte auch Jagdvorsteher Alexander Lippert, der es zudem begrüßte, dass im Bereich Degerndorf eine solche Besprechung zu diesem Thema vorgenommen worden sei. „Über dieses Thema muss vor Ort gesprochen werden.“ Wie Harald Gebhardt weiter anführte, sei es das Ziel, dass gemischte, stabile, gesunde und leistungsfähige Wälder, möglichst ohne Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise Einzäunungen geschaffen oder erhalten werden.

Der Dialog ist wichtig

Der natürlichen Verjüngung des Waldbestandes komme dabei größere Bedeutung zu, da sie örtlich angepasst, vielfältig und risikoärmer sei: „Der Dialog ist wichtig. Die Interessen und die Zielsetzungen sollen ausgetauscht werden.“ Weiter sagte Gebhardt: „Am besten nicht nur alle drei Jahre. Deshalb sind gemeinsame Revierbegänge ein gutes Mittel zum Austausch der Meinungen.“

Wie der anerkannte Fachmann Gebhardt unserer Zeitung wissen ließ, werden diese Auswertungen, sobald sie vorliegen, den Beteiligten, sprich den Jägern, vorgelegt. Dann wird das weitere Verfahren über die Jagdbehörde beim Landratsamt in die Wege geleitet.

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