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Hobby

Aktion „Offene Gartentür“ lockt wieder

Der Garten der Familie Reindl in Oberweickenhof ist eine Oase. Stefan Reindl pflegt diesen heute aber anders als damals.
Von Günter Treiber

Ehepaar Reindl Foto: Treiber
Ehepaar Reindl Foto: Treiber

Parsberg.Die biologische Vielfalt in den heimischen Gärten ist das Schlagwort bei der Aktion „Offene Gartentür“. Sie besteht seit 20 Jahren. Die Veranstaltungsreihe lockt alljährlich viele Menschen in fremde Gärten, Und genau das ist gewollt. Eröffnet wurde die Aktion für den Landkreis Neumarkt beim Ehepaar Annemarie und Wolfgang Müller im Hatzengrünweg in Parsberg. Einen weiteren offenen Garten kann man am Sonntag bei der Familie Martina und Stefan Reindl in Oberweickenhof sehen.

„20 Jahre Tag der offenen Gartentür ist ein Zeitraum, der durchaus zu beachten ist“, begrüßte der Bezirksverbandsvorsitzende für Gartenbau und Landespflege, Landrat Willibald Gailler, die Gäste im Garten von Annemarie und Wolfgang Müller. Einen Garten zu haben stehe nach wie vor hoch im Kurs.

Privatgärten für den Artenschutz

Im Garten von Wolfgang (l.) und Annemarie (4.v.r.) Müller in Parsberg hat der Kreisverband der Gartenbauvereine den „Tag der offenen Gartentür“ eröffnet. Foto: Treiber
Im Garten von Wolfgang (l.) und Annemarie (4.v.r.) Müller in Parsberg hat der Kreisverband der Gartenbauvereine den „Tag der offenen Gartentür“ eröffnet. Foto: Treiber

Vor allem das Thema Privatgarten habe etwas für sich, so der Vorsitzende weiter, denn es könne damit sehr viel für den Artenschutz getan werden. Am Tag der offenen Gartentür lasse man auch gerne andere Gartenfreunde sehen, wie vielfältig man einen Garten gestalten kann.

Deshalb sei Biodiversität derzeit in aller Munde, fügte Gailler an. Vielfältig gestaltete und blühende Gärten leisteten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt – und das nicht erst seit gestern.

Rund 45 Millionen Hobbygärtner bewirtschaften in Deutschland 17 Millionen Gärten und sorgen mit der Gestaltung attraktiver und vielfältiger Gärten für die vielen kleinen Naherholungsgebiete, wie man einen Garten auch bezeichnen könne.

Flora und Fauna

Franz Kraus galt der Dank, da er als Oberorganisator wohl das Gros der Arbeit hatte. Auf die Frage, wie er zu den Gärten komme, meinte er lapidar, dass er sie aus dem Wettbewerb „Vorgärten“ herausfiltere „und dann werfe ich einen Blick über den Zaun und frage die Besitzer“. Foto: Treiber
Franz Kraus galt der Dank, da er als Oberorganisator wohl das Gros der Arbeit hatte. Auf die Frage, wie er zu den Gärten komme, meinte er lapidar, dass er sie aus dem Wettbewerb „Vorgärten“ herausfiltere „und dann werfe ich einen Blick über den Zaun und frage die Besitzer“. Foto: Treiber

Für Flora und Fauna seien diese Gärten Lebensraum und Rückzugsmöglichkeit zugleich. Die Freude am Gärtnern sei ungebrochen, betonte Willibald Gailler, selbst ein begeisterter Hobbygärtner. Der Tag der offenen Gartentür sei eine gute Gelegenheit, diese Freude mit anderen zu teilen.

Im Landkreis Neumarkt haben sich zwei Familien bereiterklärt, ihre Gartentüren am Sonntag von 10 bis 16 Uhr zu öffnen. Zum einen ist es die Familie Müller in Parsberg, Hatzengrünweg 15 und zum anderen die Familie Reindl in Velburg, Oberweickenhof 15. Beides sind Gärten, die eine grenzenlose Vielfalt an Pflanzen und Tieren beinhalten.

Ortsrand von Oberweickenhof

Das Zentrum des Reindl-Gartens bildet ein großer Teich mit Bachlauf, in dem sich europäische Koi-Karpfen tummeln. Hin und wieder lässt sich eine Ringelnatter blicken und genießt das natürliche Umfeld. Der Teich ist mit unterschiedlichen Stauden geschmackvoll eingegrünt. Foto: Treiber
Das Zentrum des Reindl-Gartens bildet ein großer Teich mit Bachlauf, in dem sich europäische Koi-Karpfen tummeln. Hin und wieder lässt sich eine Ringelnatter blicken und genießt das natürliche Umfeld. Der Teich ist mit unterschiedlichen Stauden geschmackvoll eingegrünt. Foto: Treiber

Der Garten der Familie Reindl, am Ortsrand von Oberweickenhof gelegen, wurde mit viel Geschick und Liebe zu den Pflanzen zu einem Garten zum Wohlfühlen und Erholen gestaltet. Dabei habe sich die Einstellung zur Pflege des Gartens grundlegend verändert, wie Stefan Reindl verrät. Früher ließ man sich leiten von der Idee, dass ein Garten sauber sein muss. Mit Hilfe von chemischen Industrieprodukten habe man diese Ziele erreicht.

Im Gespräch mit dem Tagblatt versichert Martina Reindl, dass sie ihren Garten nicht übernommen habe, „sondern wir haben von Anfang an den Garten selbst gestaltet und das vor allem nach eigenen Ideen“. Heute stehe für beide die Erkenntnis im Mittelpunkt, dass durch die Leistungen der Natur die Pflege genauso funktioniert. Eingerahmt wird das Grundstück von einer Reihe prägender Bäume und Großsträucher auf den umgebenden Flächen.

Ein 50-jähriger Garten

Blauregen: Er ist der besondere Stolz in Müllers Garten – hat aber mit seinen 50 Jahren auch Eigenheiten. Er hat heuer zum ersten Mal geblüht. Annemarie Müller erklärt: „Er wurde nie geschnitten, deshalb wollte er nicht blühen. Foto: Treiber
Blauregen: Er ist der besondere Stolz in Müllers Garten – hat aber mit seinen 50 Jahren auch Eigenheiten. Er hat heuer zum ersten Mal geblüht. Annemarie Müller erklärt: „Er wurde nie geschnitten, deshalb wollte er nicht blühen. Foto: Treiber

Das Anwesen von Annemarie und Wolfgang Müller beherbergt neben dem Wohnhaus auf 1000 Quadratmetern einen abwechslungsreichen Wohngarten. „Dieser trägt ganz klar die Handschrift meiner Frau“, lacht Wolfgang Müller, „die seit 2003 den Garten komplett umgestaltet hat“. Den Mittelpunkt bildet ein dreifach abgestufter Teich als Lebensraum für die Krötenlarven und andere Wassertiere. Vögel finden hier stets Futter, aber auch Nisthilfen und Unterschlupfmöglichkeiten. So geben sich viele Arten ein Stelldichein. Nachts streifen gerne Igel durch den Garten.

In eine Böschung ist ein Steingarten gestaltet. Im Garten finden sich eine ganze Reihe unterschiedlicher Beetrosen. Bei der Gestaltung der Beete hat man sich von einheitlichen Blütenfarben leiten lassen. Für den Bedarf an frischem Gemüse und Kräutern stehen ein Gewächshaus und auch einige Beete zur Verfügung.

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