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Verkehr

Anwohner beschweren sich über Raser

In der Sandstraße in Neumarkt gilt Tempo 30. Laut Anwohnern und der anliegenden Fahrschule fahren viele trotzdem schneller.
von Michael Sperger

Der Berg in der Neumarkter Sandstraße lädt zum schnellen Fahren ein. Foto: Sperger
Der Berg in der Neumarkter Sandstraße lädt zum schnellen Fahren ein. Foto: Sperger

Neumarkt.Roswitha Häring ist stinksauer. Im Januar starb ihre geliebte Katze Poldi, angefahren von einem Auto. Vor Kurzem erwischte es dann die zweite Katze. Sie fand sie am Morgen um kurz nach zehn tot auf der Sandstraße liegen. Als Schuldige macht die Rentnerin Autofahrer aus, die viel zu schnell unterwegs sind.

Roswitha Häring verlor bereits zwei Katzen. Foto: Sperger
Roswitha Häring verlor bereits zwei Katzen. Foto: Sperger

In der Sandstraße und den umliegenden Straßen ist ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde vorgeschrieben. Rechts und links parken viele Autos, dann wird es in der Straße eng. Doch laut der Anwohnerin halten sich nur die wenigsten Autofahrer an das Tempolimit. „Gerade wenn sie den Berg von der Grundschule runterrasen. Da erkennt man oft nicht mal mehr die Nummernschilder“, sagt Häring. Seit zweieinhalb Jahren wohnt sie schon hier. Selbst fährt sie kein Auto. Das brauche sie nicht.

Lesen Sie hier die Geschichte, wie die Katze Poldi ihr Leben verlor:

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Viel Verkehr wegen des Freibads

Ein Rentnerpaar, das in der Seelstraße wohnt, kommt vom Einkaufen zurück. Der Verkehr habe in den vergangenen Jahren zugenommen, sagen sie – Busse, Lkw und vor allem viele Autos. Der Mann, namentlich will er nicht genannt werden, zeigt auf die Kräne am Freibad. „Wenn das erst mal fertig gebaut ist, haben wir Zustände wie in München am Stachus“, sagt er. Richard Löhner von der Polizei Neumarkt sind zur Sandstraße keine Beschwerden bekannt.

„Wir konzentrieren uns auf gefährliche Stellen, an denen es viele Unfälle gibt.“

Richard Löhner, Polizei Neumarkt

Deshalb wurde dort in letzter Zeit auch nicht geblitzt. „Wir konzentrieren uns auf gefährliche Stellen, an denen es viele Unfälle gibt“, sagt Löhner. Die Neumarkter Polizei werde in nächster Zeit ein Messgerät in der Sandstraße aufhängen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Manchmal kommt bei viel Verkehr fälschlicherweise das Gefühl auf, dass zu schnell gefahren wird“, erklärt Löhner.

Zahlen auf dem Asphalt weisen auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. Foto: Sperger
Zahlen auf dem Asphalt weisen auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. Foto: Sperger

Jakob Bierschneider sitzt im Neumarkter Stadtrat für die UPW-Fraktion. Er ist seit 2014 Mitglied im Verkehrsausschuss. „Jede Woche erreichen mich, die Stadt und die Polizei Beschwerden von Bürgern“, sagt er.

Alles rund um den Verkehr in Neumarkt lesen Sie hier.

Raser in Neumarkt ein Thema

Besonders oft gehe es um rücksichtslose Autofahrer. Die Problematik, dass Leute zu schnell fahren, sei an allen Ecken der Stadt bekannt. „Da wird jeder Straßenname mal genannt“, sagt der Verkehrsreferent. Ob das Gebiet rund um die Baustelle des Freibads öfter vorkommt, könne er nicht sagen. „Wenn wir Mitglied im Zweckverband Verkehrssicherheit sind, können wir die Polizei unterstützen.“ Der Stadtrat hatte erst jüngst beschlossen, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz beizutreten.

So funktioniert der Zweckverband

  • Arbeitsteilung:

    Wo, wann und wie oft gemessen wird, entscheidet die Stadt mit der Polizei. Die Beamten werden unabhängig davon weiterhin ihre Kontrollen durchführen. Im innerstädtischen Bereich kontrolliert der Zweckverband.

  • Blitzer:

    Jakob Bierschneider, Verkehrsreferent der Stadt Neumarkt, sagt, dass Kinder und ältere Menschen auf den Straßen besonders gefährdet seien. Deshalb habe die Verkehrsüberwachung an Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen Vorrang.

  • Mitglieder:

    Postbauer-Heng, Pyrbaum und Parsberg sind bereits Mitglied in dem Verband. Und wenn es in Neumarkt soweit ist, wird das den Bürgern nicht verborgen bleiben: Denn zu dem Konzept des Zweckverbands gehört es auch, die Bürger mit Plakaten darauf aufmerksam zu machen.

  • Start:

    Wann die ersten Blitzer aufgestellt werden, steht noch nicht fest. Denn zunächst müssen noch die Mitglieder des Zweckverbands dem Beitritt Neumarkts zustimmen.

Dieser kann beauftragt werden, die Geschwindigkeit an neuralgischen Punkten in Neumarkt zu kontrollieren. Wo, wann und wie oft gemessen wird, das soll in enger Absprache mit der Neumarkter Polizei geschehen.

„Die kommen zum Teil mit Tempo 50 bis 60 von der Schule heruntergeschossen.“

Hans Kowalewski, Fahrlehrer

Direkt an der Sandstraße, Ecke Kapuzinerstraße, hat Hans Kowalewski seine Fahrschule Jura. Mit seinen Fahrschülern ist er häufig in diesem Bereich unterwegs. „Die kommen zum Teil mit Tempo 50 bis 60 von der Schule heruntergeschossen“, sagt Kowalewski. Und das trotz der Rechts- vor Links-Regel im Bereich der Zone 30.

Laut Kowalewski ist das ein Problem an vielen Stellen von Neumarkt. Eine Lösung dafür hat er aber auch parat: „Helfen würden nur harte Kontrollen und Sanktionen“.

Weitere Meldungen aus Neumarkt und der Region lesen Sie hier.

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