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Arbeiter lernen am Campus

Am Campus Parsberg-Lupburg wurden Technologiemanager fortgebildet. Der erste IHK-Kurs war ein Erfolg.
Von Markus Rath

Der Schriftzug Technologiecampus Parsberg-Lupburg prangt in großen Lettern an der Fassade.
Der Schriftzug Technologiecampus Parsberg-Lupburg prangt in großen Lettern an der Fassade. Foto: Peter Tost

Parsberg.Mit deutlicher Verspätung, aber nicht minder erfolgreich ist am Freitag der erste IHK-Zertifikatskurs am neuen Technologie Campus Parsberg-Lupburg zu Ende gegangen. „Wir hatten für diese Fortbildung zum ‚Technologiemanager Additive Fertigung‘ regen Zuspruch von den Firmen der Region“, zog der Operative Leiter der Einrichtung, Anton Schmailzl, ein zufriedenes Resümee.

Bauteile im 3D-Drucker gedruckt

Auch Kursleiter Michael Zankl vom Bezirk Oberpfalz lobte die Veranstaltung: „Dadurch, dass auch viele externe Experten eingebunden waren, war der Kurs absolut am Puls der Zeit.“

52 Unterrichtsstunden an fünf Tagen, dazu ein Praxistag: Den Teilnehmern, sie sind Facharbeiter oder Entscheider in Unternehmen, die bereits die additiven Fertigung einsetzen oder in nächster Zeit einsetzen wollen, wurde vieles geboten und auch abverlangt. Denn der abschließende Test steht noch aus und muss bestanden werden. Besonders lehrreich war dabei der Praxistag, an dem die Kursteilnehmer das zuvor Gelernte anwenden durften. Hierzu wurden konkrete Bauteile konstruiert und mit Kunststoff-3D-Druckern ausgedruckt. Und das alles in einem Raum, dem Makerspace.

Wirtschaft

Parsberger Campus macht Firmen stärker

Der Technologie Campus soll die Forschung und Entwicklung im ländlichen Raum vorantreiben. Die erste Bilanz ist positiv.

„Aus didaktischer Sicht ist dies sehr wertvoll, da theoretische Inhalte in der Anwendung vertieft werden können und somit verinnerlicht werden“, sagt Prof. Dr. Stefan Hierl, der den Praxistag gemeinsam mit Mitarbeitern seiner Arbeitsgruppe konzipiert hat. Dennis Meisner, einer seiner Mitarbeiter, war am gesamten Praxistag beteiligt und gab Hilfestellung von der Konstruktion der Bauteile bis zur Umsetzung eines qualitativ hochwertigen Drucks.

Mehrwert für die Teilnehmer

Deutlich wurde bei dieser ersten Veranstaltung der Mehrwert, den der Technologie Campus für die Teilnehmer mit sich bringt. „Der Standort ist ideal, da neben dem Unterricht in neuen Schulungsräumen auch die Technik am Technologie Campus vorgeführt werden kann. Denn hier drehen sich auch viele Forschungsvorhaben um die Additive Fertigung“, sagt Hierl, der auch einer der drei wissenschaftlichen Leiter am Technologie Campus Parsberg-Lupburg ist.

Kommentar

Zaubertrank für die Region

Der Mehrwert bestehe auch darin, dass die Kursteilnehmer vor Ort zahlreiche 3D-Drucktechnologien und das Labor-Equipment zur Analyse von Bauteilen besichtigen können. „Wir haben dies direkt in das Schulungskonzept eingebaut“, sagt Hierl.

Besonders stolz ist man in diesem Zusammenhang auf das neue Rasterelektronenmikroskop, das diese Ausstattung komplettiert. Schmailzl: „Damit gelingt bei einer Vergrößerung auf das bis zu 900 000-fache ein hochaufgelöster Blick auf Werkstoffe. Darüber hinaus lässt sich mit dem Gerät auch die chemische Zusammensetzung eines Werkstoffs analysieren.“

Chance zur Kooperation

So könnten zum Beispiel in Forschungsprojekten Werkstoffzusammensetzungen optimiert und vor allem die Werkstoffeigenschaften mit der chemischen Zusammensetzung in Verbindung gebracht werden. Schmailzl: „Die Anlagentechnik schlägt mit rund 600 000 Euro zu Buche. Das leistet sich nicht jede Firma.“ In Kooperation mit der Hochschule stehe derartiges hochtechnologisches Equipment sowohl stundenweise zur Verfügung als auch im Kontext von mehrjährigen Forschungsprojekten.

Aus Schmailzls Sicht besteht hierin das große Potenzial zu Kooperationen, weil eine solche Ausstattung mit Gerätschaften und Software gegenwärtig nur bei wenigen Unternehmen zu finden sind. „Auf diesem Weg wird der Technologie Campus seinem Zweck gerecht, eine Keimzelle für Forschung und Entwicklung im ländlichen Raum zu bilden.“

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Gut zu wissen

  • Eigentümer:

    Die Stadt Parsberg hat den Technologie Campus für rund sieben Millionen Euro gebaut. Lupburg hat sich an diesen Kosten mit 750 000 Euro beteiligt.

  • Anschubfinanzierung:

    Der Freistaat Bayern unterstützt die OTH Regensburg und die TU Deggendorf mit 6,6 Millionen Euro. Zusätzlich verzichtet Parsberg für sieben Jahre auf die Miete und übernimmt die Betriebskosten des Gebäudes.

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