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Samstag, 22. September 2018 26° 4

Bayernliga

ASV Neumarkt will Anstand zeigen

Das Team kassierte zuletzt die zweite 0:5-Pleite der jüngeren Vergangenheit. Der Geschäftsführer appelliert an die Spieler.
Von Thorsten Drenkard

Der ASV Neumarkt (rot) will in den letzten Saisonspielen wieder in die Erfolgsspur einbiegen. Archivfoto: Gleisenberg
Der ASV Neumarkt (rot) will in den letzten Saisonspielen wieder in die Erfolgsspur einbiegen. Archivfoto: Gleisenberg

Neumarkt.Diesen Ausflug nach Ismaning musste der ASV Neumarkt teuer bezahlen. Nicht nur, dass die Bayernliga-Fußballer bei ihrem Gastspiel gegen den dortigen FC gehörig Lehrgeld hinblättern mussten – das Team von Coach Dominik Haußner wurde mit 0:5 abgewatscht –, dem Verein flatterte im Nachgang der Begegnung zudem noch eine Schadensmeldung ins Haus.

Denn in der Halbzeitpause der Partie entlud sich der Frust eines ASV-Spielers über die eigene Leistung und die der Teamkollegen in einem beherzten Fußtritt gegen die Kabinentür, welche daraufhin ein kapitales Loch verzierte.

Egal was Neumarkts Kicker an diesem Samstagnachmittag nahe München mit ihren Füßen anstellten – ob am Ball auf dem Rasenplatz oder an Türen in der Mannschaftskabine –, es war aus Sicht des ASV höchst unerfreulich.

Das durfte so nicht passieren

„Dass wir am Ende mit 0:5 vom Platz gegangen sind, das war natürlich nicht schön und darf und sollte so auch nicht passieren“, sagt Thomas Schlecht, ASV-Geschäftsführer Sport & Marketing. Für die Neumarkter war es nach dem 0:5 in Traunstein Anfang April bereits die zweite deutliche Pleite innerhalb von dreieinhalb Wochen.

ASV-Geschäftsführer Thomas Schlecht Archivfoto: Neumayer
ASV-Geschäftsführer Thomas Schlecht Archivfoto: Neumayer

So stellt sich die Frage, ob im Team der Neumarkter vier Spieltage vor Toreschluss womöglich die Luft raus sein könnte. Schließlich befindet sich der ASV mit Platz neun im tabellarischen Niemandsland und wird mit dem Aufstieg (sicher) sowie dem Abstieg (sehr wahrscheinlich) nichts mehr zu tun haben. Weiterhin steht bereits seit einem Monat der Abgang von Coach Haußner nach Saisonende zur DJK Ammerthal fest. Dass es die Spieler angesichts dieser Konstellation etwas schleifen und die Leidenschaft vermissen lassen könnten, wäre zwar menschlich, schließt Thomas Schlecht aber mit Entschiedenheit kategorisch aus.

Allein die Tatsache, dass es während der Halbzeitpause in Ismaning nicht nur eine unsanfte Fußbehandlung der Kabinentür durch einen ASV-Kicker gegeben hat, sondern es innerhalb des Raums sehr laut geworden war, ist für Schlecht ein sicheres Zeichen dafür, dass „die Spieler unverändert mit Emotionen und Herzblut dabei sind“.

Der Ehrgeiz ist ungebrochen

Auch Trainer Dominik Haußner will von einem möglichen Nachlassen innerhalb der Mannschaft, zu der sich der Coach selbstredend zählt, nichts wissen. „Ich will weiter jedes Spiel gewinnen und noch einen guten Abschluss mit der Mannschaft erreichen. Bei mir gibt es jedenfalls keinen Spannungsabfall“, versichert der Trainer ebenso glaubhaft wie entschieden.

Dass seine Kicker zuletzt in sechs Partien eine wenig erbauliche Bilanz von lediglich einem Sieg (2:1 gegen 1860 II) und einem Remis (0:0 gegen Landsberg) bei vier Niederlagen zusammenspielten, sehen Haußner und Schlecht nicht in lascher Einstellung der Spieler, sondern vielmehr im ausgedünnten Kader begründet. Eine Einschätzung, die bei genauerer Betrachtung Sinn macht.

Einen Monat lang standen die Neumarkter Spieler zuletzt im Mittwoch-Samstag-Rhythmus auf den Fußballplätzen Bayerns, einige davon wie Jonas Marx oder Christian Schrödl immer wieder körperlich angeschlagen.

„Bei mir gibt es jedenfalls keinen Spannungsabfall.“ Dominik Haußner, Trainer des ASV Neumarkt Archivfoto: Gleisenberg
„Bei mir gibt es jedenfalls keinen Spannungsabfall.“ Dominik Haußner, Trainer des ASV Neumarkt Archivfoto: Gleisenberg

Weil sich in dieser kräfteraubenden Phase obendrein wichtige Stützen wie Armin Bindner (Kreuzbandeinriss) sowie Alex Pfindel (Innenbandanriss) verletzten und Offensivmann Markus Smarzoch wegen seines bevorstehenden Wechsels in die USA (wir berichteten) aus vertraglichen Gründen nicht mehr für die Haußner-Mannschaft spielen darf und Jonas Grunner jüngst bei der Geburt seines Sohnes weilte, wurde es zuletzt auf der Ersatzbank des ASV Neumarkt extrem dünn.

Beim Auswärtsspiel in Ismaning saß mit dem 20-jährigen Maximilian Hirschmann, der es auf zarte vier Bayernliga-Einsätze bringt, lediglich ein Feldspieler als Einwechselspieler draußen.

Thomas Schlecht weiß: „In der Bayernliga kannst Du solche Ausfälle nicht auffangen. Da wird es für jede Mannschaft schwer. Diese Liga ist brutal ausgeglichen“, weshalb er mit dem Team auch nicht allzu hart ins Gericht geht.

So sehen die Personalplanungen des ASV für die kommende Saison aus.

Allerdings appelliert der ASV-Sportdirektor an die Mannschaft, diese „bislang sehr gute Spielzeit in den verbleibenden Spielen mit Anstand und erhobenem Haupt zu Ende zu bringen“.

Bereits am Samstag wollen Haußner und seine Spieler in der Heimpartie gegen Dachau (Samstag, 15 Uhr) wieder auf erfolgreichere Pfade zurückkehren. Hoffnung macht dabei, dass mit Schrödl, der zuletzt wegen eines Magendarm-Infekts ausfiel, und Jonas Grunner wieder zwei Eckpfeiler für notwendige Stabilität im zuletzt arg wackeligen ASV-Gerüst sorgen sollen.

Denn eine Erkenntnis brachten gerade die beiden vergangenen Punktspiele in Kornburg (0:1) und das 0:5 gegen Ismaning – die Akteure aus der zweiten Reihe konnten die Ausfälle der Stammspieler qualitativ nicht adäquat ersetzen.

So wird es am Samstag wohl vor allem auf die Leistungsträger ankommen, entschlossen voranzugehen und den Fans, dem Trainer und den Verantwortlichen zu zeigen, wie anständig die Mannschaft tatsächlich ist.

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