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Auf den Spuren der Forelle

Früher war der Fisch überall in der Weißen Laaber zu finden. Doch Mensch und Fressfeinde machen ihm das Leben schwer.
Von Franz Guttenberger

  • Stefan Schwarz und Dr. Thomas Ring vom Bezirk mit Rudi Plank und Luitpold Edenhard an der Weißen Laaber(von l.nach r.) Foto: Franz Guttenberger
  • Forellen sind in der Weißen Laaber kaum noch zu finden. Foto: Sven Hoppe, dpa

Berching.Die Weiße Laaber ist bekannt als ein Gewässer mit reichem Vorkommen von Forellen. Kapitale Forellen gingen nach dem Krieg an die Angel. Das ist heute leider vorbei.

Das Laabertal wird auch als Tal der tausend Quellen genannt. Auf einer Länge von rund 40 Kilometer vom Lengenbachtal bei Neumarkt bis nach Deining, Holnstein und Dietfurt zieht sich das Flüsschen am Talgrund durch die herrliche Landschaft. Vor rund 100 Jahren wurde die Fischereigenossenschaft Holnsteiner Laaber gegründet mit dem Ziel, die Pflege und den Erhalt des Fischwassers zu fördern und zu stärken. Rudi Plank aus der Erbmühle war lang Jahre Vorsitzender. Nachdem der Fischbestand in der Weißen Laaber rapide zurückgegangen ist, schaltete nun Rudi Plank die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberpfalz ein. Die Fachberatung für Fischerei kam daher ins Laabertal und erforschte die Fischarten und den Fischbestand in der Weißen Laaber im Bereich der Erbmühle in Richtung Holnstein.

Plank und sein Sohn Peter haben ein Fischereirecht im Bereich der Erbmühle auf einer Strecke von rund 2,5 Kilometer. Der Fischereiverein Neumarkt und der Fischereiverein Berching haben Teile der Weißen Laaber gepachtet und sind Fischereinachbarn der Familie Plank in der Erbmühle. Warum sind gerade die Bachforellen so stark zurückgegangen, war doch die Laaber ein Eldorado für Bach- und Regenbogenforellen? Die Fachberatung für Fischerei kam mit Dr. Thomas Ring und Stefan Schwarz zur Erbmühle und nahm mittels eines Elektrofischens die Bestandsaufnahme vor. Mit dabei war auch der langjährige Vorsitzende des Fischereiverbandes der Oberpfalz Luitpold Edenhard, der heute Ehrenpräsident ist. Gleich vorweg: Das Elektrofischen mit Wathose und Stiefeln war schwierig, denn es stellte sich heraus, dass die Laaber teilweise über vier Meter tief ist, so dass in mehreren Bereichen ein Boot für ein Elektrofischen eingesetzt werden muss. Ab er es gab auch seichtere Stellen, in denen Stefan Schwarz gut zurechtkam.

Alle Fische erfasst

Das Steuergerät wurde auf das Gewässer eingestellt, so dass eine schonende Bestandserhebung möglich war. Die Wassertemperatur lag bei 9 Grad.

Dr. Ring erfasste alle Fische, die zum Vorschein kamen und die sofort wieder ins Wasser zurückgesetzt wurden. Mühlkoppen, Flussneunaugen und Aitel wurden registriert, jedoch ganz selten mal eine Forelle. Die Vermutung von Rudi Plank bestätigte sich.

Ursachen für den Rückgang

  • Feinde:

    Zu weniger schönen Tatsachen von heute gehören die Einbußen durch Fischreiher und Kormoran, die Störmanöver durch den Biber und enorme Sandanschwemmungen. Sie dezimierten in erschreckender Weise die Fischbestände.

  • Unterstützung:

    Bei den Bemühungen, diese Zustände abzustellen oder wenigstens einzuschränken, finde man kaum Unterstützung, sagte Rudi Plank bei der begehung vor Ort. Nun soll es aber wieder besser werden (ugu)

Forellen sind eine Seltenheit in dem einst so guten Laaberwasser geworden. Wie Dr. Ring informierte, bietet die Fischereifachberatung umfassende Information, Beratung und Unterstützung an für die Bewirtschaftung, die Pflege, den Unterhalt vor Teichen, Baggerseen und Fließgewässern sowie den Schutz und Erhalt des Gewässerlebensraumes. Gemäß der Wasserrahmenrichtlinie wird in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Gewässerbewirtschaftung mit dem Ziel verfolgt, die Ressource Wasser und die Gewässer in allen Staaten zum Wohle zukünftiger Generationen langfristig zu schützen. Die Belastung der Gewässer sei vielerorts enorm, sagte Dr. Ring.

Der Rückgang des Fischaufkommens, insbesondere des Forellenbestandes hat verschiedene Gründe. Dr. Ring nannte dabei ein Sammelsurium von Ursachen wie eine intensive Landwirtschaft, die Klimaerwärmung, die Umweltbelastungen und womöglich auch Einflüsse durch die Kläranlage. Ein Hauptgrund liegt jedoch darin, dass die Kiesbänke in der Weißen Laaber kolmatiert (verbacken) sind und daher die Fische nicht mehr ablaichen können. Insgesamt ist der ökologische Zustand unbefriedigend, konstatierte der Fachberater. Es sind in den letzten Jahren auch natürliche Feinde hinzugekommen wie der Kormoran, der Reiher und vor allem der Fischotter.

Vor 100 Jahren gegründet

Rudi Plank bedankte sich beim Bezirk und streifte die Geschichte der Fischereigenossenschaft, die in Holnstein vor gut 100 Jahren von damals 15 Personen gegründet worden war. Der Zusammenschluss der damaligen Obmannschaften Neumarkt, Beilngries und Riedenburg hatte das Ziel, gemeinsame Interessen stärker vertreten zu können. Mit Blick in die Geschichtsbücher stellte Plank fest, dass es in dem Gewässer damals einen sagenhaften Fischreichtum gegeben hat.

Die Fangergebnisse waren so gut, dass es in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Eisenbahn riesige Lieferungen von Lebendfischen nach Nürnberg gab. Aber auch trübe Zeiten gab es, als in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nur die Amerikaner fischen durften und jegliche Zuwiderhandlungen von der Besatzungsmacht streng geahndet wurden.

Nach dem Ruhen der Gemeinschaft während des Krieges, gab es 1954 unter Vorstand Alois Pirkl von der Bäckermühle einen Neustart.

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