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LITERATUR

Aus einem Leben wird ein Roman

Gerda Stauner las aus ihrem zweiten Buch Sauforst – vom Suchen und Finden der Heimat. Das Werk fand großen Anklang beim Leseabend.
Von Günter Treiber

Persönlich signierte Gerda Stauner ihr zweiten Buch.
Persönlich signierte Gerda Stauner ihr zweiten Buch.

PARSBERG.Zwei Musiker und eine Autorin, ein Trio, das sich seit ihrer Jugendzeit kennt, bereitete den Gästen in „Evas Kochwerkstatt“ einen vergnügten, aber auch sehr nachdenklich machenden Abend. Gerda Stauner las aus ihrem zweiten Roman Sauforst – vom Suchen und Finden der Heimat.

Die musikalische Umrahmung haben Adi Spangler und Manfred Mederer übernommen, zusammen mit Gerda Stauner, ein Trio, das sich seit seiner Jugend kennt, als Adi und Manfred noch bei „Alien“ musizierten. Gekonnt, aber bei beiden ungewohnt erdig-rockig, und mit viel Überlegung haben die beiden mit vorhandenen Melodien die Texte an Gerdas Roman angelehnt.

Ein Vierter im Bund aus Jugendtagen war Christian Segerer, der das Titelfoto, wie schon beim Roman Grasmond, geschaffen hat. „Gerda hat mit Grasmond einen Bestseller verfasst“, sagte die Veranstalterin des Abends, Maria Anna Wegerer, Chefin im Buchfink, „und nun kommt der zweite Roman, auf den man sich sehr freuen kann“.

Mucksmäuserl stad, war es im Gewölbekeller der Kochwerkstatt, als Gerda mit dem Lesen begann. „Jetzt“ – sie erzählt unter diesen Kapiteltiteln das aktuelle Geschehen, aber auch aus früheren Zeiten im Vergleich zur Geschichte ihres Protagonisten Anton. Das Buch ist ihrem längst verstorbenen Urgroßvater Karl Stauner gewidmet, der, 1856 an Lichtmess, geboren wurde. Aus ihm wurde der fiktive Anton Beerbauer, der lange Jahre eine verzweifelte Suche nach seinem italienischen Vater beginnt.

Stauner versteht es dabei aus einer Lebensgeschichte einen spannungsgeladenen Roman zu zimmern. Die in „Ichform“ verfassten Teile erzählen dem Leser die widersprüchlichen Gedanken, das Für und Wider von Entscheidungen, bis es zu glasklaren Entschlüssen kommt, an denen aber wieder gezweifelt wurde.

Anton in all seinen Unebenheiten des Lebens darzustellen, aus einer Zeit, die weit hinter der Autorin liegt, gelingt ihr so gut, dass man meinen könnte, sie habe selbst in dieser Zeit gelebt.

Der Leseabend machte einfach neugierig darauf, wie wohl Antons Suche nach seinem Vater, seine Sehnsucht nach Heimat, die er, so denkt er, dann gefunden hat, wenn er seinen Vater umarmen kann.

Seine Sehnsüchte nach einem besseren Leben, das er, immer wieder selbst verschuldet, nicht finden kann, vergleicht die Autorin auch mit den Flüchtlingsdramen der aktuellen Zeit. Ein Vergleich, der aber den Leser nachdenklich stimmen wird. „Ist das Leben, das Suchen nach Heimat und einem besseren Leben vieler Menschen heute anders als vor über 100 Jahren“?

Im Sauforst hebt dies die Spannung. Irgendwann ist man plötzlich und fast unerwartet wieder im „Grasmond“ also im fiktiven Dorf Fichtenried gelandet und trifft auf „alte Bekannte“. Hier lebt die fiktive Großtante Sabina Beerbauer, die die alten Geschichten um Anton erzählt. Wie es ausgeht, werden die erleben, die das Buch selber lesen.

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